Raetia

Raetia (auch Rätien oder Rhätia) war eine römische Provinz, benannt nach den Rätern. Sie umfasste das nördliche Alpenvorland zwischen südöstlichem Schwarzwald, Donau und Inn und reichte im Süden von den Tessiner Alpen („Lepontinische Alpen“) über Graubünden und einen Teil Nordtirols zu einem oberen Teil des Eisacktals. Zeitweise reichte sie bis etwa Schwäbisch Gmünd zum rätischen Limes nordwestlich über die obere Donau hinaus. Die römische Provinz wurde Jahrzehnte nach der militärischen Eroberung im ersten Jahrhundert n. Chr. eingerichtet und im vierten in die südliche/südöstliche Raetia prima (Churrätien) und die nördliche/nordwestliche Raetia secunda unterteilt. Deren Hauptstädte waren zunächst mit hoher Wahrscheinlichkeit Cambodunum (Kempten (Allgäu)), später Curia Raetorum (Chur) und Augusta Vindelicorum (Augsburg).

Ihr Gebiet überdeckte sich nur zum Teil mit dem ursprünglichen Siedlungsgebiet der Räter. Seit dem 3. Jahrhundert bildete sich in ihrem nordwestlichen Bereich der germanische Stamm der Alamannen. Im früheren 6. Jahrhundert unterstand sie den Ostgoten; in der Folge entstand unter weiterem Eindringen der Alamannen in ihrem östlichen Bereich der Stamm der Bajuwaren.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Jochen Garbsch stirbt in München. Jochen George Garbsch war ein deutscher provinzialrömischer Archäologe, der sich vor allem mit der Archäologie in den einstigen römischen Provinzen Raetia und Noricum beschäftigte.
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Geboren: Jochen Garbsch wird in Ludwigshafen am Rhein geboren. Jochen George Garbsch war ein deutscher provinzialrömischer Archäologe, der sich vor allem mit der Archäologie in den einstigen römischen Provinzen Raetia und Noricum beschäftigte.
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Geboren: Günter Ulbert wird in Augsburg geboren. Günter Ulbert ist ein deutscher Provinzialrömischer Archäologe. Ulbert leistete bedeutende Beiträge zur römischen ProvinzRaetia, zu römischen Militärlagern und zur Spätantike der Region.
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Gestorben: Burchard II. (Schwaben) stirbt gefallen in Novara. Burchard II. war Herzog von Schwaben (917–926) und Rätien. Geboren wurde er als Sohn von Burchard I.. Er heiratete Regelinda († 958), die Tochter von Eberhard I. Graf im Zürichgau aus der Linie der Eberhardinger. Sie heiratete in zweiter Ehe den späteren Herzog Hermann I..

883 n. Chr.

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Geboren: Burchard II. (Schwaben) wird oder 884 geboren. Burchard II. war Herzog von Schwaben (917–926) und Rätien. Geboren wurde er als Sohn von Burchard I.. Er heiratete Regelinda († 958), die Tochter von Eberhard I. Graf im Zürichgau aus der Linie der Eberhardinger. Sie heiratete in zweiter Ehe den späteren Herzog Hermann I..

Europa

360 n. Chr.

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Alamannen der Brisgavi überfallen raetische Grenzgebiete des Römischen Reiches. Ihr König Vadomar wird von Kaiser Julian gefangengenommen und nach Spanien verbannt.

Antike

357 n. Chr.

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Römisches Reich: Barbatio schlägt einen Einfall der Juthungen nach Raetia zurück.

356 n. Chr.

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Römisches Reich: Juthungen und Alemannen fallen in die Provinz Raetia ein.

261 n. Chr.

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Römisches Reich: Reichskrise des 3. Jahrhunderts: Postumus festigt seine Macht als Gegenkaiser im Westen des Reiches. Das in der Moderne als Imperium Galliarum bekannte Reich umfasst Nordgallien, Germania inferior und Superior, Raetia und seit diesem Jahr Britannien und Hispanien. Er macht Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) zu seiner Hauptstadt, richtet einen eigenen Senat, eigene Konsuln und eigene Prätorianer ein und prägt eine große Zahl Münzen, die von besserer Qualität sind, als die des Kaisers Gallienus. Er schafft es auch, die Provinzen gegen die Germanen zu sichern, wofür ihm der Ehrentitel Germanicus Maximus zugesprochen wird.
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Römisches Reich: Der Statthalter der Provinz Raetia, Simplicinius Genialis, errichtet in der raetischen Hauptstadt Augusta Vindelicorum, heute bekannt als Augsburg, einen Siegesaltar im Gedenken an seinen Sieg über die Juthungen im April.Der Siegesaltar geht später verloren und wird erst 1992 wiederentdeckt. Eine Replik des Altars ist heute im Alamannenmuseum Ellwangen (Jagst) ausgestellt.

260 n. Chr.

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Römisches Reich: 24./25. April: Der Statthalter der Provinz Raetia, Simplicinius Genialis, erringt bei Augusta Vindelicorum einen bedeutenden Sieg gegen die germanischen Semnonen oder Juthungen.

Ereignisse

369 n. Chr.

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Heermeister Flavius Theodosius geht von Raetia aus erfolgreich gegen Alamannen vor

294 n. Chr.

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Die zur Diözese Italia gehörende römische Provinz Raetia wird aufgeteilt in Raetia I und Raetia II. Die bisherige Hauptstadt Augusta Vindelicorum, heute Augsburg, bleibt Sitz von Raetia II.

288 n. Chr.

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Kaiser Diokletian beginnt einen Feldzug gegen die Germanen in der Provinz Raetia.

278 n. Chr.

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Reichskrise des 3. Jahrhunderts: Kaiser Probus besiegt die Vandalen in den Provinzen Dalmatia und Raetia.

233 n. Chr.

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Kaiser Severus Alexander bricht seinen Feldzug gegen Persien ab und marschiert gegen die Germanen (Alamannen?), die in römische Grenzprovinzen von Raetien und Obergermanien eingefallen sind.

Politik & Weltgeschehen

430 n. Chr.

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Der römische Heermeister Flavius Aëtius schlägt nach Raetia eingefallene Juthungen zurück.

429 n. Chr.

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Flavius Aëtius bekämpft die Juthungen in Raetia und im Noricum.

15 v. Chr.

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Die Römer erobern das Gebiet, das später die Provinz Raetia sein wird (Teil der mittleren Alpen und Voralpengebiet bis zur Donau), Chur wird die Hauptsiedlung von Raetia Prima.

"Raetia" in den Nachrichten