Raimondo Montecuccoli

Porträt von Elias Grießler im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien.
Bild: Elias Grießler (1622-1682).
Lizenz: CC-PD-Mark

Raimondo Graf Montecuccoli (auch: Raimund von Montecuccoli) (* 21. Februar 1609 auf Schloss Montecuccolo in Pavullo nel Frignano bei Modena; † 16. Oktober 1680 in Linz) war ein italienischer kaiserlicher Feldherr, Diplomat und Staatsmann in österreichisch-habsburgischen Diensten.

Raimund von Montecuccoli, aus der gräflichen Familie Montecuccoli-Polignano, war kaiserlicher Kämmerer und Geheimer Rat, Generalleutnant, General-Artilleriedirektor, Gouverneur von Raab, Hofkriegsratspräsident, Inhaber eines Kürassierregiments, Präsident der leopoldinischen Akademie der Naturforscher und Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies. Er war der Schöpfer des ersten stehenden Heeres in Österreich und einer der bedeutendsten Militärtheoretiker und -schriftsteller des 17. Jahrhunderts. Berühmt wurde er durch seinen Sieg gegen ein gewaltiges Türkenheer, das 1664 unter Führung von Ahmed Köprülü, während des Türkenkrieges von 1663/1664, gegen Wien marschierte und in der Schlacht bei Mogersdorf an der Raab (Mogersdorf) vernichtend geschlagen wurde. Er gilt neben dem Prinzen Eugen und dem Erzherzog Karl als einer der bedeutendsten Feldherren Österreichs.



Leben




Montecuccoli wurde in Modena geboren und stammte aus einem hochangesehenen, 1369 geadelten, 1450 in den Grafen-, 1530 in den Reichsgrafenstand mit großem Palatinat, 1623 in den niederösterreichischen Herrenstand erhobenen, mittelitalienischen Adelsgeschlecht. Er trat nach sprachlichen und klassischen Studien 1625 als einfacher Kriegsmann in das kaiserliche Heer ein und lernte das Kriegshandwerk im wörtlichen Sinn „von der Pike auf“. So wollte es sein wesentlich älterer entfernter Vetter, der seit der Schlacht am Weißen Berge bekannte, 1633 nach dem Entsatz von Breisach einer siebenfachen Verwundung erlegene Feldzeugmeister und Kapitän der Garde Ernesto Montecuccoli.Mit dessen Zustimmung trat Montecuccoli in den Kriegsdienst und mit Leitung und Überwachung kämpfte er von 1625 bis 1633 in Schlesien, in den Niederlanden, in West- und Norddeutschland. Er wurde von seinem Onkel abwechselnd bei den Fußtruppen und der Reiterei eingesetzt, bevorzugte aber, nach seinen eigenen Angaben, die Kavallerie, ohne jedoch den Wert der Fußtruppen zu unterschätzen „bei welchen die Disciplin erlernt werden könne, auf deren Grundlage jede Leistung und jeder Ruhm beruht“.Mit seinen Reitern kämpfte Montecuccoli bei Nördlingen und führte 1635 als Oberstleutnant eine Gruppe aus 200 abgesessenen (d. h. zu Fuß gehenden) Kürassieren nach Kaiserslautern, nahm den Kommandanten gefangen und eroberte die Stadt. Für diese Leistung ernannte ihn der Kaiser zum Oberst und verlieh ihm das Regiment Trappola, das Montecuccoli um fünf neue Kompanien verstärkte und mit dem er noch im selben Jahr wesentlich zur Einnahme Elsaß-Zaberns beitrug.Danach führte Montecuccoli sein Regiment 1636 bei Wolmirstedt und Wittstock, 1638 bei Chemnitz und 1639 bei Mělník und Brandeis. Die letztgenannten Gefechte hatte General Hofkirchen gegen Montecuccolis im Kriegsrat geäußerten Widerspruch angenommen. Sie endeten ungünstig für die kaiserlichen Truppen, Montecuccoli wurde verwundet und gefangen genommen. Er verbrachte seine 2½-jährige Gefangenschaft teils in Stettin, teils in Weimar und nutzte die Zeit zum intensiven Studium juristischer, philosophischer, historischer und naturwissenschaftlicher Werke. In Stettin entwarf er auch sein eigenes berühmtes Werk über die Kriegskunst. Im Jahr 1642 kehrte er nach seiner Auswechselung wieder zum Heer zurück....

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Europa

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Graf Raimondo Montecuccoli erringt zu Beginn der Herrschaft Leopolds I. einen bedeutenden Sieg über die Türken in der Schlacht bei Mogersdorf. Die Osmanen unter Ahmed Köprülü werden vernichtend geschlagen. Der Frieden von Eisenburg beendet am 10. August den Türkenkrieg 1663/1664.
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Der Krieg in Europa: Die Schlacht bei Zusmarshausen in Bayern ist das letzte größere Gefecht im Dreißigjährigen Krieg unter Beteiligung ausländischer Armeen auf deutschem Boden. Die Franzosen und Schweden unter Turenne und Wrangel besiegen die Kaiserlichen unter Melander und Montecuccoli.

Geboren & Gestorben

Gestorben:
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Raimondo Montecuccoli stirbt in Linz. Raimondo Graf Montecuccoli (auch: Raimund von Montecuccoli) war ein italienischer kaiserlicher Feldherr, Diplomat und Staatsmann in österreichisch-habsburgischen Diensten.
Geboren:
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Raimondo Montecuccoli wird auf Schloss Montecuccolo in Pavullo nel Frignano bei Modena geboren. Raimondo Graf Montecuccoli (auch: Raimund von Montecuccoli) war ein italienischer kaiserlicher Feldherr, Diplomat und Staatsmann in österreichisch-habsburgischen Diensten.

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Raimondo Montecuccoli starb im Alter von 71 Jahren. Raimondo Montecuccoli war im Sternzeichen Fische geboren.

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