Rechtsanwalt

Rechtsanwalt (in der Schweiz je nach Kanton auch Advokat, Fürsprecher und Fürsprech genannt; von germ. rehta, althochdeutschreht: „richten“, anawalt: „Gewalt“) ist eine Berufsbezeichnung für einen juristischen Beistand. Er gehört mit den Patentanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern und (teilweise) den Notaren zu den rechts- und wirtschaftsberatenden Freien Berufen. Mit allen Fragen rund um den Beruf des Rechtsanwalts befasst sich – seit 1988 in Deutschland auch institutionell – das Anwaltsrecht. Von einem „Titularanwalt“ spricht man bei zugelassenen Rechtsanwälten, die keine Mandate übernehmen. Sie führen die Berufsbezeichnung häufig aus Imagegründen oder um Mitglied in einem Rechtsanwaltsversorgungswerk werden zu können und dort Altersversorgungsansprüche zu erwerben. Außerdem gestattet § 17 Absatz 2 der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) der zuständigen Rechtsanwaltskammer, einem Anwalt, der wegen hohen Alters oder Gebrechen auf die Zulassung verzichtet, die Erlaubnis zu erteilen, sich weiterhin Rechtsanwalt zu nennen.



Geschichte




Im antiken Athen hatte eine Prozesspartei ihre Sache vor Gericht mit zwei Plädoyers zu vertreten. Es war dabei einem Freund oder Verwandten gestattet, eine dieser Parteien als „Fürsprech“ oder Synegor (griechisch συνήγοροςsynēgoros) zu unterstützen. Wer professionelle Hilfe suchte, konnte den Fall einem Logographen schildern. Der Logograph verfasste dann eine Rede, welche die Prozesspartei auswendig lernte und vor Gericht vortrug. Die Logographen unterschieden sich von den Synegoren dadurch, dass sich ihre Aufgabe auf das Verfassen des Plädoyers beschränkte und sie gegen Entlohnung tätig wurden, was den Synegoren verboten war. Rechtsanwälte im heutigen Sinne gab es nicht. Der Rhetorik kam im demokratischen Athen des vierten Jahrhunderts v. Chr. eine herausragende Bedeutung zu, insbesondere in der Volksversammlung und bei den Gerichten, die mit durch Los bestimmten Laienrichtern besetzt waren. Es gab zahlreiche Rhetoriklehrer, und Rhetorikhandbücher kamen auf. Der griechische Philosoph Aristoteles unterschied Rhetorik in drei Gattungen:Er definierte Rhetorik als „Fähigkeit, bei jeder Sache das möglicherweise Überzeugende (pithanon) zu betrachten“. An den zeitgenössischen Rhetoriklehrern kritisierte schon Aristoteles, dass sie die Argumentation vernachlässigten und ausschließlich auf Emotionserregung abzielten, etwa durch Verhaltensweisen wie Jammern oder Mitbringen der Familie zur Gerichtsverhandlung, wodurch ein sachbezogenes Urteil der Richter verhindert werde. Ein eindrucksvolles Zeugnis, wie Rhetorik und juristische Argumente aber auch zusammenspielen konnten, findet sich in den Reden von Demosthenes und Aischines im Prozessbericht zu Über den Ehrenkranz.Da es nicht jedem lag, die richtigen Worte bei Gericht zu finden, kam es später aber zu Berufsrednern die auch bei Gericht sprechen durften, deren Rechtskenntnis aber zweitrangig war. Vielmehr mussten sie zur Beeinflussung der Entscheidung des Richters nur allgemein die Kunst der Rhetorik beherrschen....

mehr zu "Rechtsanwalt" in der Wikipedia: Rechtsanwalt

Bekannte Persönlichkeiten > Absolventen

1940

thumbnail
Wendell Willkie 1915, Rechtsanwalt und Präsidentschaftskandidat (Oberlin College)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1954

Berufliche Stationen als Jurist:
thumbnail
Erwerb des Zürcher Rechtsanwaltspatents (Werner Latscha)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1980

Preisträger:
thumbnail
Klaus Althoff, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Bruderhilfe (Senator-Lothar-Danner-Medaille)

Tagesgeschehen

thumbnail
Mainz/Deutschland. Der Haftbefehl gegen den ehemaligen Rüstungs staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls ist nach Angaben seines Anwalts Volker Hoffmann am Dienstag vom Augsburger Landgericht aufgehoben worden. Wie Hoffmann in Mainz mitteilte, soll Pfahls am Donnerstag vorzeitig aus der Haftanstalt entlassen werden. Das Landgericht entsprach damit einem Antrag der Pfahls-Verteidigung auf Haftverschonung.
thumbnail
Frankfurt am Main/Deutschland. Bei der Durchsuchung der Kanzlei und Wohnräume des Anwalts und Politikers Michel Friedman werden drei „Szenetypische Päckchen“ gefunden, die möglicherweise Kokain enthalten. Friedman muss der Staatsanwaltschaft eine Haarprobe abgeben.

"Rechtsanwalt" in den Nachrichten