Reformation

Reformation (lateinischreformatio „Wiederherstellung, Erneuerung“) bezeichnet im engeren Sinn eine kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1648, die zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen (katholisch, lutherisch, reformiert) führte.

Die Reformation wurde in Deutschland überwiegend von Martin Luther, in der Schweiz von Huldrych Zwingli und Johannes Calvin angestoßen. Ihr Beginn wird allgemein auf 1517 datiert, als Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll, aber ihre Ursachen und Vorläufer reichen weiter zurück. Als Abschluss wird allgemein der Westfälische Frieden von 1648 betrachtet.

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Politik & Weltgeschehen

1536

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Der dänische Reichstag beschließt, die lutherischeReformation in Dänemark einzuführen.

1532

Politische Entwicklung > Eckdaten:
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Bischof Franz von Waldeck versuchte vergeblich, im Fürstbistum die Reformation einzuführen und es in ein Erbfürstentum umzuwandeln. (Hochstift Münster)

Schriften > Bücher

1885

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Martin Luther, Naumburg a. S. und die Reformation, Festschrift zur Begrüssung der Versammlung vormaliger Schüler des Naumburger Domgymnasiums am 30. September, 1. u. 2 Oktober in Naumburg, Julius Domrich (Paul Mitzschke)

Geboren & Gestorben

1963

Geboren > 20. Jahrhundert > 1951–2000:
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Lauren Holly, US-amerikanisch-kanadische Schauspielerin und Filmproduzentin (28. Oktober)
Gestorben:
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Wirich VI. von Daun-Falkenstein, deutscher Staatsmann und Diplomat, Förderer der Reformation (* um 1542)

Verwendung

1140

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Die Pfarrmatrikel als Kirchenbuch ist ein Verzeichnis aller Taufen, Trauungen und Sterbefälle in einer Pfarrei bzw. einem Kirchspiel. Zeugnisse für Taufmatrikeln aus West- und Südeuropa gibt es vereinzelt seit dem Frühmittelalter. Obwohl das Decretum Gratiani eine Forderung nach Taufmatrikeln enthält, werden kirchenbuchartige Aufzeichnungen erst im 15. Jahrhundert häufiger. Seit Reformation und Tridentinum wird die Führung von Pfarrmatrikeln verpflichtend. (Matrikel)

Bekannte Familienmitglieder

1516

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Exlibris des Hieronymus Ebner.


Hieronymus Ebner (1477–1532), Vorderster Losunger, einflussreichstes Ratsmitglied Nürnbergs zur Zeit der Reformation (Ebner von Eschenbach)

Neuzeit

1517

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Der Augustiner-Mönch Martin Luther veröffentlicht seine 95 Thesen, Beginn der Reformation. (Zeittafel Rom)

Geschichte der livischen Sprache

1522

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Einführung der Reformation. Das erste Buch auf Livisch, eine lutherische Messe, wurde 1525 in Deutschland gedruckt und später konfisziert, so dass es nicht erhalten ist. Die lutherische Kirche bediente sich von Anfang an jedoch der lettischen Sprache, nicht der livischen. Zahlreiche lettische Begriffe aus dem Bereich Religion, Kirche usw. wurden in der Folgezeit ins Livische übernommen. Um diese Zeit könnten auch der für eine ostseefinnische Sprache sehr untypische Dativ auf -n und die heute noch gebräuchlichen lettischen Vorsilben aiz- und iz- sowie die Nachsilben -ig, -om und ib- aus dem Lettischen ins Livische übernommen worden sein. (Livische Sprache)

Ereignisse

1519

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In Zürich beginnt die Reformation durch Huldrych Zwingli. (1510er)

Geschichte > Waldshut

1524

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schloss sich die Stadtbewohner mehrheitlich der Reformation an. (Waldshut-Tiengen)

Geschichte des Herzogtums > Die askanische Zeit (1296–1689)

1525

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Beginn der Reformation im Land Hadeln (Herzogtum Sachsen-Lauenburg)

Weitere Ereignisse im Reich

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Dem Torgauer Bund treten mit dem Magdeburger Vertrag weitere norddeutsche Fürsten protestantischen Glaubens bei, was den politischen Einfluss der Vereinigung in der Zeit der Reformation stärkt.

Ereignisse > Religion

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Das Regensburger Religionsgespräch, das am 27. Januar begonnen hat, endet erwartungsgemäß ohne Ergebnis. Es ist von Kaiser Karl V. nur einberufen worden, um seine Kriegsvorbereitungen gegen den Schmalkaldischen Bund zu verschleiern, und durch den Tod Martin Luthers am 18. Februar hat die Reformation ihren geistigen Führer verloren. (10. März)
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Der reformatorischeTheologe und Täufer Balthasar Hubmaier wird in Wien auf dem Scheiterhaufen verbrannt, weil er seinem Glauben nicht abschwören will. (10. März)

Kunst & Kultur

1531

Wissenschaft & Kultur:
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März: Das Katharineum zu Lübeck wird als Lateinschule im Rahmen der reformatorischen Neuordnung von Kirche, Schule und Sozialfürsorge durch die von Johannes Bugenhagen verfasste Kirchenordnung gegründet. Der erste Rektor ist Hermann Bonnus. Die Schule finanziert sich anfangs zum Teil aus dem Klostervermögen, aber auch aus den Stiftungsgeldern der Sängerkapelle der Marienkirche. Dafür hat der Schülerchor den liturgischen Gesang in den Hauptkirchen zu übernehmen.

Religion

1581

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Der letzte Bischof von Meißen, Johann IX. von Haugwitz, verzichtet im Zuge der Reformation auf sein Amt.

1562

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Die Bände V und VI der Magdeburger Centurien, einer Kirchengeschichte aus Sicht der Reformation, erscheinen.

1557

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Die Kurpfalz führt die Reformation in reformierter Prägung ein. Zugleich wenden sich auch einige kurpfälzische Kondominien der Reformation zu, zum Beispiel Sponheim und Pfalz-Zweibrücken.
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Der ausgewiesene Reformator Johannes Calvin kehrt aus Straßburg nach Genf zurück, und beginnt damit, gemeinsam mit dem Rat die Reformation durchzusetzen.

1534

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Das Herzogtum Württemberg führt die Reformation ein.

Früh-Neuzeit > Reformation

1535

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setzte sich unter Beiwirken Berns in der Stadt Genf die Reformation durch. Karl III., Herzog von Savoyen, verhängte als Gegenreaktion eine Lebensmittelsperre über die Stadt Genf. Hierauf erklärte Bern am 16. Januar 1536 Savoyen den Krieg. Bern besetzte kampflos das savoyische Waadtland und die Stadt Genf. Der Reformation stand man im Wallis aber eher ablehnend gegenüber. Ende Januar zogen die Sieben Zenden des Wallis deshalb ihre Truppen bei Saint-Maurice an der Grenze zusammen. Als die Berner Truppen nun ins Chablais vorstiessen, besetzten die Walliser das linke Rhoneufer und stiessen bis zum Genfersee vor, dann westwärts bis über Evian an den Fluss Drance, also auf savoyisches Gebiet. Somit wurde ein weiteres Vorgehen der Berner im Rhonetal vereitelt. (1528 hatte das Wallis mit Savoyen einen Friedensvertrag abgeschlossen, in dem auf gegenseitige Eroberungen verzichtet wurde.) Um die Besetzung der savoyischen Gebiete zu legitimieren, wurden die dortigen Gemeinden aufgefordert, um militärischen Schutz zu bitten. Die Zenden garantierten ihnen dann, den katholischen Glauben zu schützen. Ferner wurde dem Herzog versprochen, die besetzten Gebiete an Savoyen zurückzugeben, wenn Bern dies ebenfalls tun würde. (Geschichte des Wallis)

Europa

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Weitere Ereignisse in Europa: Graf Joachim von Ortenburg führt in seiner reichsfreien Grafschaft die Reformation ein. Dies wird als Auslöser der Ortenburger Adelsverschwörung im Herzogtum Bayern angesehen.
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Nach dem Tod von Georg dem Bärtigen, dessen Sohn und Erbprinz Friedrich am 26. Februar vorverstorben ist, wird sein 66-jähriger Bruder Heinrich der Fromme Herzog von Sachsen und Sagan sowie Markgraf von Meißen. Unter seiner Regierung wird der Protestantismus zur Staatsreligion erhoben. Wer sich weigert, die neue Religion anzunehmen, wird des Landes verwiesen oder in Haft genommen. Am 25. Mai findet in Leipzig in Anwesenheit von Martin Luther die Einführungsfeier der Reformation statt. Im November muss er gegenüber dem Landtag allerdings einige Zugeständnisse machen, um finanzielle Mittel genehmigt zu bekommen.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1969

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Werk: Reformation zwischen gestern und morgen. Aspekte moderner Theologie 7. Mohn, Gütersloh (Wolfhart Pannenberg)

1967

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Werk: Sonderpostmarke 450 Jahre: Beginn der Reformation. Österreichische Staatsdruckerei, (Georg Traar)

1933

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Werk: Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum (I-IV). PL 77,127–431. Kritische Ausgabe von U. Moricca, Rom 1924 (= Fonti per la Storia d'Italia, 57). Deutsche Übersetzung von Joseph Funk, Bibliothek der Kirchenväter, 2. Ausgabe, Reihe II, 3. Es handelt sich um vier Bücher über das Leben und die Wundertaten von Heiligen Italiens, um den Nachweis anzutreten, dass nicht nur der Orient, sondern auch Italien wundertätige asketische Heilige besaß. Das zweite Buch ist ganz dem heiligen Benedikt von Nursia gewidmet. Das vierte Buch will mit einer Sammlung von Jenseitsvisionen und Erscheinungen Verstorbener den Glauben an das Leben nach dem Tod bekräftigen. Das Werk hat die Visionsliteratur des Mittelalters überaus nachhaltig geprägt. So gilt Gregor den Reformatoren, die nur von Himmel und Hölle als Jenseitsorte ausgingen, als „Erfinder des Fegefeuers“, da er hier schreibt, dass an bestimmten Aufenthaltsorten Verstorbene durch Feuer oder Wasser von ihren lässlichen Sünden gereinigt werden können. Auch sollen Messopfer diese Bußzeit verkürzen können. Die frühmittelalterliche mittelgriechische Übersetzung durch Papst Zacharias wurde von Konstantin Dapontes 1780 neugriechisch überarbeitet. Aufgrund der recht populären Übersetzung der Dialoge wird Gregor in der orthodoxen Kirche als Gregorios ho Dialogos verehrt. (Gregor der Große)

1893

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Publikation: Die Reformation im Egerlande, Eger (Heinrich Gradl)

1891

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Werk: Wittenberg, Schlosskirche, Bronzemedaillon mit einer Darstellung von Förderern der Reformation (Cuno von Uechtritz-Steinkirch)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1998

Preisträger:
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Konrad Repgen, für die Erforschung der Geschichte Deutschlands und Europas vom Zeitalter der Reformation bis zur Gegenwart (Historikerpreis der Stadt Münster)

T > Tschechien?Tschechien

2007

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– Sammlung von Manuskripten aus der tschechischen Reformation, Tschechische Nationalbibliothek, Prag (Weltdokumentenerbe)

Bereits feststehende Ereignisse

2017

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Reformationsjubiläum (500 Jahre)

"Reformation" in den Nachrichten