Reichsacht

Die Reichsacht (auch Reichsbann, bzw. kurz Acht oder Bann) war eine im Mittelalter vom König beziehungsweise vom Kaiser, in der Frühen Neuzeit vom König oder vom Kaiser unter Mitwirkung der Reichsgerichte und der Kurfürsten verhängte Ächtung (Fried- und Rechtloserklärung) vor allem bei Ladungs- oder Urteilsungehorsamkeit, die sich auf das ganze Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation erstreckte.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Maximilian II. Emanuel (Bayern) stirbt in München. Maximilian II. Emanuel Ludwig Maria Joseph Kajetan Anton Nikolaus Franz Ignaz Felix, kurz Max Emanuel war seit 1679 Kurfürst von Bayern. Während des Großen Türkenkrieges machte er sich als Feldherr in kaiserlichen Diensten einen Namen. Die Osmanen nannten ihn wegen seiner blauen Uniformjacke, die weit über die Schlachtfelder zu sehen war, den Blauen König. Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde er 1692 auch Generalstatthalter der Spanischen Niederlande. Diesen Posten behielt er bis 1706. Seine Hoffnungen zumindest auf einen Teil des spanischen Erbes führten dazu, dass er zu Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges ein Bündnis mit Ludwig XIV. einging. In den ersten Jahren des Krieges agierte er als dessen Verbündeter durchaus offensiv, ohne aber nennenswerte Erfolge zu erzielen. Nach der vernichtenden Niederlage in der Schlacht von Höchstädt von 1704 musste er Bayern verlassen. Im Jahr 1706 wurde über ihn sogar die Reichsacht verhängt. Nach dem Ende des Krieges konnte er seine Herrschaft in Bayern wieder antreten. Er bemühte sich um einen Ausgleich mit dem Haus Habsburg und versuchte die Position des Hauses Wittelsbach im Reich zu stärken.
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Gestorben: Joseph Clemens von Bayern stirbt in Bonn. Joseph Clemens Kajetan von Bayern war von 1688 bis 1723 Erzbischof von Köln, Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches und Landesherr des Erzstifts Köln sowie Inhaber anderer reichsfürstlicher Bischofsstühle und kirchlicher Würden. Seine von Kaiser und Papst gegen die Interessen von Ludwig XIV. durchgesetzte Wahl zum Kölner Erzbischof war einer der Auslöser für den Pfälzischen Erbfolgekrieg. Später wechselte er die Fronten und ging ein Bündnis mit Frankreich ein. Über ihn wurde während des spanischen Erbfolgekrieges die Reichsacht verhängt und er musste ins Exil nach Frankreich fliehen. Erst nach mehr als zehn Jahren konnte er zurückkehren und seine Ämter im Reich ausüben.
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Geboren: Joseph Clemens von Bayern wird in München geboren. Joseph Clemens Kajetan von Bayern war von 1688 bis 1723 Erzbischof von Köln, Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches und Landesherr des Erzstifts Köln sowie Inhaber anderer reichsfürstlicher Bischofsstühle und kirchlicher Würden. Seine von Kaiser und Papst gegen die Interessen von Ludwig XIV. durchgesetzte Wahl zum Kölner Erzbischof war einer der Auslöser für den Pfälzischen Erbfolgekrieg. Später wechselte er die Fronten und ging ein Bündnis mit Frankreich ein. Über ihn wurde während des spanischen Erbfolgekrieges die Reichsacht verhängt und er musste ins Exil nach Frankreich fliehen. Erst nach mehr als zehn Jahren konnte er zurückkehren und seine Ämter im Reich ausüben.
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Geboren: Maximilian II. Emanuel (Bayern) wird in München geboren. Maximilian II. Emanuel Ludwig Maria Joseph Kajetan Anton Nikolaus Franz Ignaz Felix, kurz Max Emanuel war seit 1679 Kurfürst von Bayern. Während des Großen Türkenkrieges machte er sich als Feldherr in kaiserlichen Diensten einen Namen. Die Osmanen nannten ihn wegen seiner blauen Uniformjacke, die weit über die Schlachtfelder zu sehen war, den Blauen König. Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde er 1692 auch Generalstatthalter der Spanischen Niederlande. Diesen Posten behielt er bis 1706. Seine Hoffnungen zumindest auf einen Teil des spanischen Erbes führten dazu, dass er zu Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges ein Bündnis mit Ludwig XIV. einging. In den ersten Jahren des Krieges agierte er als dessen Verbündeter durchaus offensiv, ohne aber nennenswerte Erfolge zu erzielen. Nach der vernichtenden Niederlage in der Schlacht von Höchstädt von 1704 musste er Bayern verlassen. Im Jahr 1706 wurde über ihn sogar die Reichsacht verhängt. Nach dem Ende des Krieges konnte er seine Herrschaft in Bayern wieder antreten. Er bemühte sich um einen Ausgleich mit dem Haus Habsburg und versuchte die Position des Hauses Wittelsbach im Reich zu stärken.

1643

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Gestorben: Andreas II. Thanrädl stirbt. Andreas II. Freiherr von Thanrädl (auch Thannrädel, Thonrädl, Thonradl) war evangelischer Verordneter der niederösterreichischen Stände und wurde am 2. September 1620 in die Acht erklärt. Er emigrierte 1643 nach Deutschland (Brandenburg - Bayreuth).

1000 km² bis 10.000 km²

1085

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km² – Drei-Schluchten-Stausee, China (Größenordnung (Fläche))

Europa

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Nach seiner Weigerung, bestimmte Reichsgüter an König Rudolf zurückzugeben, wird über den böhmischen König Premysl Ottokar II. auf dem Reichstag zu Augsburg die Reichsacht verhängt.

Ereignisse

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Truppen der schwäbischen Reichsstädte und von Henriette von Württemberg erobern nach mehrmonatiger Belagerung die Burg Hohenzollern und zerstören sie vollständig. Sie vollziehen damit die Acht über den zahlungsunfähigen Zollerngrafen Friedrich XII.

Religion

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Die Reichsacht wird über Luther verhängt.

Antike

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Heiliges Römisches Reich: Kaiser Rudolf II. verhängt über die freie Reichsstadt Donauwörth die Reichsacht. Herzog Maximilian I. von Bayern wird von ihm mit der Reichsexekution beauftragt.
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Heiliges Römisches Reich: Kurfürst Moritz von Sachsen beginnt mit der Belagerung der in die Reichsacht erklärten Stadt Magdeburg, welche die Annahme des Augsburger Interims verweigert.

1518

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Heiliges Römisches Reich: Juni bis Oktober: Der Reichstag zu Augsburg befasst sich mit der Thronfolge des vermutlich an Darmkrebs erkrankten Kaisers Maximilian I im Heiligen Römischen Reich. Er möchte die Nachfolge im Sinne seines Enkels Karl I. von Spanien regeln, was am Reichstag aber verweigert wird. Auch Kreuzzugspläne von Papst Leo X. und Kaiser gegen das Osmanische Reich scheitern. Die Reichsstände begründen ihre Ablehnung mit der Gravamina der deutschen Nation. Ludwig V. von der Pfalz gelingt es, die Aufhebung der noch unter seinem Vater Philipp im Landshuter Erbfolgekrieg verhängten Reichsacht gegen die Kurpfalz durchzusetzen.

1125

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Heiliges Römisches Reich: Dezember: Der Staufer Friedrich II., Herzog von Schwaben, wird geächtet.

Reichsacht gegen Städte

1652

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Bremen – Nachdem sich die Stadt weigerte, den 1623 erwirkten Elsflether Weserzoll zu bezahlen, belegte Kaiser Ferdinand III. Bremen mit der Reichsacht, welche durch den Schluss des Regensburger Vergleichs 1653 wieder aufgehoben wurde.

1607

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Donauwörth – Nachdem die Bürger der Stadt Donauwörth den Religionsfrieden gebrochen hatten, wurde von Kaiser Rudolf II. die Reichsacht gegen die Stadt verhängt, welche bis 1609 bestehen blieb. Dies war einer der Auslöser des Dreißigjährigen Krieges.

Politik & Weltgeschehen

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Kaiser Joseph I. verhängt die Reichsacht über den Kurfürsten von Bayern, Maximilian II. Emanuel, und dessen Bruder Joseph Clemens von Bayern, Erzbischof und Kurfürst von Köln.
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Dreißigjähriger Krieg: Verhängung der Reichsacht über Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Kurfürst Moritz von Sachsen beginnt mit der Belagerung der Stadt Magdeburg, gegen die die Reichsacht verhängt wurde; Magdeburg hatte die Annahme des Augsburger Interims verweigert. (4. Oktober)
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Kaiser Karl V. verhängt über die Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen und Friedrich II. von der Pfalz sowie Landgraf Philipp I. von Hessen die Reichsacht.

1178

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Heinrich der Löwe wird politisch isoliert und geächtet.

Personen, die mit der Reichsacht belegt wurden

1793

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Georg Forster wegen seiner Zusammenarbeit mit der französischen Revolutionsregierung aufgrund eines Dekrets Kaiser Franz’ II.

1706

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Max II. Emanuel, Kurfürst von Bayern, und sein Bruder, der Kölner Kurfürst Joseph Clemens

1647

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Johann von Werth (Jan von Werth) durch Kurfürst Maximilian I.

1637

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1637 Wilhelm V. von Hessen-Kassel durch Kaiser Ferdinand II. und seinen Sohn Kaiser Ferdinand III. (publiziert 1637)

1614

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Vinzenz Fettmilch im Zuge des von ihm angeführten Zunftaufstands in Frankfurt

Musik

1952

Diskografie:
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Mado Robin (Lak.), Libero de Luca (Ger.), Jacques Jansen (Fre.), Jean Borthayre (Nil.), Agnés Disney (Mal.), Chœrs et Orchestre du Théâtre National de l'Opéra-Comique, Georges Sebastian (Dir.). (Decca) (Lakmé)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1996

Werke > Originalwerke:
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„Stakkels konge“ (Kim Fupz Aakeson)

"Reichsacht" in den Nachrichten