Reichsfürst

Ein Reichsfürst (lateinischprinceps regni bzw. imperii) war im Heiligen römisch-deutschen Reich ein Adliger, ein Fürst, der ursprünglich sein Lehen nur und unmittelbar vom König bzw. Kaiser erhalten hatte. Es bestand also eine lehnsrechtliche und staatsrechtliche Reichsunmittelbarkeit. Als später auch geistliche Reichsfürsten einzelnen weltlichen Reichsfürsten reichsunmittelbare Herrschaften zu Lehen ausgaben, behielten diese Lehen (als Reichsafterlehen) ihre immediate Qualität.

Zu einem eigenen Stand im Rechtssinne bildete sich der Reichsfürstenstand im Spätmittelalter heraus. Der Titel eines Reichsfürsten und die darin enthaltene Reichsunmittelbarkeit in Verbindung mit fast unbeschränkter Landeshoheit bildete eine gewisse rechtliche Sicherheit dagegen, dass ein anderer, mächtigerer Adliger einen Fürsten von sich abhängig machte.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Godehard Joseph Osthaus stirbt in Hildesheim. Godehard Joseph Osthaus war von 1829 bis 1835 Bischof von Hildesheim. Als erster Hildesheimer Bischof seit rund 300 Jahren entstammte er dem städtischen Bürgertum und nicht mehr der Aristokratie, als erster Hildesheimer Bischof seit rund 800 Jahren war er nicht mehr regierender Reichsfürst. Sein Episkopat fällt in die Phase der äußeren und inneren Erneuerung des katholischen Lebens nach dem Ende des Heiligen Römischen Reichs.
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Gestorben: Ludwig Aloys (Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein) stirbt in Lünstadt, heute Lunéville. Ludwig Aloysius, Fürst von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein, war ein deutscher Reichsfürst und General sowie Marschall von Frankreich.
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Gestorben: Anselm Maria Fugger von Babenhausen stirbt in Babenhausen. Anselm Maria Fürst Fugger von Babenhausen war zuerst regierender Graf und später Reichsfürst des Fürstentums Babenhausen im heutigen Landkreis Unterallgäu.
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Gestorben: Franz Xaver Wolfgang von Orsini-Rosenberg stirbt in Wien. Franz Xaver Wolfgang von Orsini-Rosenberg war ein bedeutender Vertreter der Adelsfamilie von Orsini-Rosenberg. Er wirkte zunächst in mehreren Ländern als Diplomat des Erzherzogtums Österreich, anschließend als Berater und Obersthofmeister am Hof des Großherzogs von Toskana und schließlich in derselben Funktion am kaiserlichen Hof in Wien. 1790 wurde er von Kaiser Leopold II. in den Reichsfürstenstand erhoben.

Religion

1215

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Die Äbte der Abtei Ellwangen werden Reichsfürsten

Politik & Weltgeschehen

1226

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26. März: In der Goldbulle von Rimini bestätigt Friedrich II. dem Deutschen Orden die Herrschaft über das Kulmer Land. Damit wird der Orden faktisch den Reichsfürsten gleichgestellt.

1179

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Friedrich Barbarossa verleiht den Bischöfen von Brixen den Reichsfürstentitel.

Europa

1231

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Förderung der Zersplitterung des Reiches in Territorien weltlicher Landesherrn durch könig- (1. Mai) und kaiserliche Privilegien (Mai 1232) für die deutschen Reichsfürsten
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König Friedrich II. erlässt die Confoederatio cum principibus ecclesiasticis, in der er auf hoheitliche Rechte zugunsten der geistlichen Reichsfürsten verzichtet. Beginn der Landesherrschaften im Heiligen Römischen Reich und Schwächung der Zentralmacht. Weiterhin billigt er per Gesetz das Verbrennen „schändlicher Schriften“ und ihrer Autoren.

Antike

1623

Heiliges Römisches Reich:
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Die Hohenzollernlinien Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen werden von Kaiser Ferdinand II. in den Reichsfürstenstand erhoben.

Titel, Ämter und Funktionen der Familie

1803

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Reichsfürsten von Waldburg (Haus Waldburg)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1949

Film:
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Die Schenke zum Vollmond (Dédée d’Anvers) (Bernard Blier)

"Reichsfürst" in den Nachrichten