Reichshofrat

Der Reichshofrat war neben dem Reichskammergericht und in Konkurrenz zu diesem eines der beiden höchsten Gerichte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Der Reichshofrat war allerdings allein für die Reichslehen und kaiserlichen Privilegien und Reservatrechte betreffende Angelegenheiten zuständig. Reichshofrat lautete auch der Titel der einzelnen Mitglieder dieses Gremiums. Ihr Vorsitzender war der Reichshofratspräsident.

Beide Gerichte, Reichshofrat und Reichskammergericht, leiteten ihre Kompetenz vom deutschen König oder Kaiser her, der oberster Gerichtsherr im Reich war. Der reichsunmittelbare Adel und die Reichsstädte konnten nur vor den zwei obersten Gerichten verklagt werden. Bürger, Bauern und niedrige Adlige dagegen mussten zunächst vor den Gerichten derjenigen Fürsten und Städte verklagt werden, deren Untertanen bzw. Bürger sie waren. Sie konnten vor den obersten Reichsgerichten nur dann einen Untertanenprozess anstrengen, wenn sie der Auffassung waren, dass die für sie zunächst zuständigen Gerichte falsch entschieden hatten. Dann konnten sie die Fehlerhaftigkeit der unterinstanzlichen Urteile durch die Verfahrensarten Appellation oder Nichtigkeitsklage geltend machen. Dabei mussten sie den Instanzenzug der Gerichte einhalten. Waren diese Voraussetzungen gegeben, überprüften die obersten Reichsgerichte die Entscheidungen der unteren Gerichtsinstanzen.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Friedrich zu Solms-Laubach stirbt in Köln. Friedrich Ludwig Christian Graf zu Solms-Laubach war zunächst Mitglied des Reichshofrates in Wien. Später wurde er preußischer Beamter. Er war der erste Oberpräsident der Provinz Jülich-Cleve-Berg, eines direkten Vorläufers der Rheinprovinz.
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Gestorben: Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg stirbt in Mariahilf, damals noch Vorort von Wien. Wenzel Anton Graf Kaunitz-Rietberg, seit 1764 Reichsfürst von Kaunitz-Rietberg in Westfalen, war österreichischer Staatsmann des aufgeklärten Absolutismus, Reichshofrat und Diplomat.
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Gestorben: Dominik Josef Hayek von Waldstätten stirbt in Hernals, heute 17. Wiener Bezirk. Dominik Josef Simon Judas Freiherr Hayek von Waldstätten war Jurist, Hofrat, Reichshofsfiskal und schließlich kaiserlicher Reichshofrat aus der Familie von Waldstätten.
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Geboren: Friedrich zu Solms-Laubach wird in Laubach geboren. Friedrich Ludwig Christian Graf zu Solms-Laubach war zunächst Mitglied des Reichshofrates in Wien. Später wurde er preußischer Beamter. Er war der erste Oberpräsident der Provinz Jülich-Cleve-Berg, eines direkten Vorläufers der Rheinprovinz.
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Gestorben: Christian Franz Dietrich von Fürstenberg stirbt auf Schloss Herdringen. Christian Franz Dietrich Reichsfreiherr von Fürstenberg (teilw. auch Christian Franz Theodor) war zunächst Domherr, ehe er in den weltlichen Stand zurückkehrte und unter anderem Mitglied im Reichshofrat und Erbdrost verschiedener Ämter im Herzogtum Westfalen wurde.

Antike

Heiliges Römisches Reich:
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Mit der Hofordnung Maximilians I. wird der Reichshofrat eingerichtet.

Nachkommen

1615

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Ferdinand von Trautson Freiherr zu Sprechenstein, Ritter des Malteserordens, Komtur der Kommende zu Gröbming, Reichshofrat,

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