Reichskammergericht

Das Reichskammergericht war seit seiner Gründung im Jahr 1495 unter dem deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I. bis zu seiner Auflösung 1806 neben dem Reichshofrat das oberste Gericht des Heiligen Römischen Reichs. Es hatte die Aufgabe, ein geregeltes Streitverfahren an die Stelle von Fehden, Gewalt und Krieg zu setzen. Zuerst hatte das Gericht seinen Sitz in Frankfurt am Main. Nach Zwischenstationen in Worms, Augsburg, Nürnberg, Regensburg, Speyer und Esslingen am Neckar war es ab 1527 in Speyer und nach dessen Zerstörung infolge des Pfälzischen Erbfolgekriegs von 1689 bis 1806 in Wetzlar ansässig.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Egid Joseph Karl von Fahnenberg stirbt in Wien. Egid Joseph Karl Freiherr von Fahnenberg war ein österreichischer Autor juristischer und geschichtlich-politischer Betrachtungen, Richter am Reichskammergericht, Gesandter des österreichischen Kaisers und mehrerer Reichsfürsten im Reichstag und Reichsfürstenrat sowie Lehns- und Grundherr von Burkheim am Kaiserstuhl (Breisgau).
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Gestorben: Christian Jacob von Zwierlein stirbt in Langsdorf. Christian Jacob Reichsfreiherr von Zwierlein war ein deutscher Advokat und Prokurator am Reichskammergericht zu Wetzlar.

1793

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Gestorben: Johann Hermann Franz von Pape stirbt. Johann Hermann Franz von Pape, genannt Papius, war ein deutscher Jurist. Er wurde vor allem bekannt als Assessor am Reichskammergericht in Wetzlar.
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Gestorben: Otto Heinrich I. von Gemmingen-Hornberg stirbt in Hoffenheim. Otto Heinrich I. Reichsfreiherr von Gemmingen zu Hornberg gehörte dem Geschlecht der Herren von Gemmingen an, war Richter am Kaiserlichen Kammergericht in Wetzlar und Geheimrat im Rang eines Generalfeldmeisters.
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Gestorben: August Siegfried von Goué stirbt in Steinfurt. August Siegfried von Goué war ein Jurist, der nach seiner von Johann Jakob Höfler hintertrieben Entlassung aus den Diensten des Reichskammergericht in Wetzlar Schriftsteller und Freimaurer wurde.

Ereignisse

287 n. Chr.

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September: Im Rahmen von Diokletians Reformen beginnt die erste Indiktion. Dieses System aus mehrjährigen Zyklen wird u. a. vom Reichskammergericht bis zum Jahr 1806 verwendet.

Europa

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Der Reichstag zu Augsburg wird eröffnet. Die Beratungen führen zur Herausgabe einer Reichsexekutionsordnung, zur Vollstreckung der Urteile des Reichskammergerichts und der Einteilung des Reiches in sechs Reichskreise. Das Reichsregiment wird eingeführt.

Hof- und Reichstage zu Augsburg > 1555

1512

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Der Reichstag bekräftigte früher eingeleitete Reichsreformen wie Ewiger Landfriede, Reichskammergericht (beides auf dem Reichstag zu Worms 1495 beschlossen) und Reichsexekutionsordnung , modifizierte jedoch einige Regelungen. So mussten die Reichskreise nunmehr als kaiserliches Exekutivorgan den Landfrieden sicherstellen. Das Reichskammergericht sollte paritätisch nach den Konfessionen besetzt werden. (Reichstage zu Augsburg)

Reichstag zu Augsburg

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Der von Viglius Zuichemus ausgearbeitete Burgundische Vertrag zwischen dem Kaiser und den Reichsständen wird ratifiziert. Er regelte die staatsrechtliche Stellung der Habsburgischen Niederlande (17 Provinzen) im Gefüge des Heiligen Römischen Reichs neu. Der Vertrag löst die direkten Herrschaften Karls V., das Herzogtum Geldern, die Grafschaft Zutphen, und die Territorien Hochstift Utrecht, Groningen, Herrschaft Overijssel, sowie Grafschaft Drenthe, aus dem Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis heraus. Diese werden dem Burgundischen Reichskreis zugeschlagen. Die somit entstandene neue Einheit der burgundischen Erblande Karls V. wird der Jurisdiktion des Reichskammergerichts entzogen.

Personal des Gerichts > Präsidenten

1555

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1555–1557 Johann IV. von Hoya, Fürstbischof von Osnabrück , Münster (1566) und Paderborn (1568); (* 1529; ??? 1574)

Wissenschaft & Technik

1566

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Noe Meurer veröffentlicht seine Practica von deß Cammer Gerichts-Ordnung vnd Proceß, der ersten systematischen Darstellung des Prozesses vor dem Reichskammergericht.

Antike

1573

Heiliges Römisches Reich:
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3. März: Herzog Albrecht V. verliert den seit 1548 andauernden Reichskammergerichtsprozess um die Reichsunmittelbarkeit der kleinen Grafschaft Ortenburg gegen Graf Joachim von Ortenburg. Die kleine Grafschaft hatte sich somit endgültig das Recht erstritten, vom Herzogtum Bayern weiterhin unabhängig zu bleiben.
Heiliges Römisches Reich:
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Reichstag zu Worms. Der Ewige Landfriede im Heiligen Römischen Reich wird verkündet. Das Reichskammergericht nimmt seine Tätigkeit auf.

Sitze des Gerichts

1689

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1527–: Speyer, nach dessen Zerstörung Verlegung aufgrund eines Reichstagsbeschlusses aus dem Jahr

1502

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Augsburg

1501

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Nürnberg

Politik & Weltgeschehen

1693

Pfälzischer Erbfolgekrieg:
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Das Reichskammergericht übersiedelt auf Grund der Kriegswirren von Speyer nach Wetzlar.
Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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Auf dem Reichstag zu Worms wird der Ewige Landfriede im Heiligen Römischen Reich verkündet. Gleichzeitig wird das Reichskammergericht gegründet. (7. August)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1977

Ausgewählte Veröffentlichungen:
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Speyer, du Heimat des Rechts. Ansprache zum 450-jährigen Jubiläum des Reichskammergerichts in der Verwaltungshochschule Speyer, veröffentlicht in: Vierteljahreshefte des Verkehrsvereins Speyer, Herbst (Christian Roßkopf)

Musik

2008

Diskografie > Single:
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Death Defying Headlines (Kajagoogoo)

"Reichskammergericht" in den Nachrichten