Reichskanzler

Reichskanzler war von 1871 bis 1945 die Amtsbezeichnung des Regierungschefs des Deutschen Reiches. In dieser Rolle stand er dem Kabinett – von 1871 bis 1918 der sogenannten Reichsleitung, von 1919 bis 1945 der Reichsregierung – vor. Von November 1918 bis August 1919 führten die Regierungschefs den Titel Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten bzw. Reichsministerpräsident.

Die Amtsbezeichnung entstammt der deutschen Kanzlertradition des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Der Reichskanzlertitel wurde darüber hinaus zuweilen auch in anderen Monarchien Europas wichtigen Ministern verliehen, so etwa wurde dieser in Österreich-Ungarn von 1867 bis 1871 vom k. u. k. Außenminister Friedrich Ferdinand von Beust und in Russland vom Fürsten Gortschakow geführt. Im Deutschen Reich nach 1871 entwickelte sich daraus eine fortlaufende Tradition, die bis heute im Titel des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland nachwirkt. In Österreich wurde der Kanzlertitel in der Ersten Republik 1919 wieder aufgegriffen und wird seit Ende des Zweiten Weltkriegs in der Zweiten Republik fortgeführt.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Franz von Papen stirbt in Obersasbach. Franz Joseph Hermann Michael Maria von Papen, Erbsälzer zu Werl und Neuwerk war ein deutscher Politiker (1921 bis 1932 Zentrum, dann parteilos, 1938 NSDAP). Nach einer Karriere als Berufsoffizier und längerer Abgeordnetentätigkeit im Preußischen Landtag amtierte Papen von Juni bis Dezember 1932 als Reichskanzler und von Januar 1933 bis Juli 1934 als Vizekanzler im Kabinett Hitler. Anschließend war er Gesandter und Botschafter des Deutschen Reiches in Wien und Ankara. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagt und zunächst freigesprochen. Am 24. Februar 1947 wurde er jedoch in einem Spruchkammerverfahren im Rahmen der Entnazifizierung als „Hauptschuldiger“ eingestuft und zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt.
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Gestorben: Oskar Hergt stirbt in Göttingen. Oskar Gustav Rudolf Hergt, auch: Oscar war ein deutscher Jurist, Minister, stellvertretender Reichskanzler sowie Politiker der DNVP.
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Gestorben: Hans Luther stirbt in Düsseldorf. Hans Luther ( Anhören) war ein deutscher Politiker und Finanzfachmann und vom 20. Januar 1925 bis zum 18. Mai 1926 Reichskanzler der Weimarer Republik.
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Gestorben: Oskar von Hindenburg stirbt in Bad Harzburg. Oskar Wilhelm Robert Paul Ludwig Hellmuth von Beneckendorff und von Hindenburg war ein deutscher Generalleutnant und Sohn des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Öffentlich bekannt wurde Oskar von Hindenburg vor allem durch seine Einflussnahme auf seinen Vater im Zusammenhang mit der Aufhebung des SA-Verbots 1932 und der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933.
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Gestorben: Erhard Deutelmoser stirbt in Lenggries. Erhard Eduard Deutelmoser war ein deutscher Offizier. Im Ersten Weltkrieg war er Chef des Kriegspresseamts bei der Obersten Heeresleitung, Leiter der Presseabteilung im Auswärtigen Amt und Pressechef des Reichskanzlers.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1871

Deutsche Reichsgründung:
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21. März: Otto von Bismarck wird zum Reichskanzler ernannt und in den Fürstenstand erhoben.

Persönlichkeiten > Ehrenbürger

1895

Personalien > Bundesebene

1919

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Friedrich EbertReichskanzler
9/10. November 1918
Vorsitzender des Rats der Volksbeauftragten
10. November 1918 bis
11. Februar (Sozialdemokratische Partei Deutschlands)

Weimarer Republik > Zentrale Regelungen

1927

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die Arbeitslosenversicherung wurde eingeführt. Mit der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise brach jedoch die Finanzierung zusammen, worüber am 27. März 1930 mit Reichskanzler Hermann Müller die letzte parlamentarisch kontrollierte Regierung der Weimarer Republik stürzte. (Reichsarbeitsministerium)

Politik & Weltgeschehen

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs; 89,9? % der Stimmberechtigten bestätigen die Vereinigung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers in der Person Adolf Hitlers. (19. August)
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Deutsches Reich: Volksabstimmung über die Zusammenlegung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers in der Person Adolf Hitlers.
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Deutsches Reich: Kurt von Schleicher wird von Hindenburg zum Reichskanzler berufen und mit der Bildung eines neuen Präsidialkabinetts beauftragt, nachdem Franz von Papen zuvor an Koalitions-Absagen von SPD und Zentrum gescheitert ist.
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Deutsches Reich: Beim sog. Preußenschlag wird auf Initiative von Reichskanzler Franz von Papen durch eine Notverordnung und unter Ausrufung des militärischen Ausnahmezustands die geschäftsführende preußische Regierung, unter Leitung von Otto Braun, für abgesetzt erklärt.

1930

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27. März: Große Koalition unter Reichskanzler Müller zerbricht wegen Streit zwischen SPD und DVP über Finanzierungsbeiträge zur Arbeitslosenversicherung (Anfang vom Ende der Weimarer Republik)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1944

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Film: The Hitler Gang ist ein von Spätherbst 1943 bis Anfang 1944 gedrehter und am 26. April 1944 uraufgeführter US-amerikanischer Film mit propagandistischen Untertönen. Er zeichnet den Aufstieg Adolf Hitlers, verkörpert von dem auf diesen Part spezialisierten Robert ‘Bobby‘ Watson, vom böhmischen Gefreiten zum Reichskanzler des nationalsozialistischen Deutschen Reiches nach. Abgedeckt werden hierbei die Jahre von 1918 bis 1934. Der von John Farrow inszenierte Film gilt als einer der wenigen Versuche Hollywoods während des Zweiten Weltkriegs, sich auf ernsthafte Weise mit dem Phänomen des deutschen Nazismus auseinanderzusetzen.

Stab:
Regie: John Farrow
Drehbuch: Frances Goodrich Albert Hackett
Produktion: Buddy G. DeSylva
Musik: David Buttolph
Kamera: Ernest Laszlo
Schnitt: Eda Warren

Besetzung: Robert Watson, Roman Bohnen, Martin Kosleck, Alexander Pope, Luis Van Rooten, Victor Varconi, Ivan Triesault, Reinhold Schünzel, Sig Ruman, Poldy Dur, Helene Thimig, Alexander Granach, Fritz Kortner, Tonio Selwart, Ludwig Donath, Erno Verebes, Lionel Royce, Walter Kingsford, Ray Collins, Richard Ryen, Arthur Loft, Fred Nurney, Felix Basch, Lotte Palfi-Andor, Gene Roth, Adolph Milar, Peter Pohlenz, Frank Reicher, Lutz Altschul, Kurt Kreuger, Jack Mylong-Münz, Hans Heinrich von Twardowski, William von Brincken, Hermine Sterler, Otto Reichow

1919

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Personalien > SPD-Politiker in deutschen Staatsämtern > Regierungschefs: Friedrich EbertReichskanzler
9. November 1918 bis
11. Februar (Sozialdemokratische Partei Deutschlands)

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