Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten

Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten (auch Abgeordnetenhaus;englischUnited States House of Representatives, oft nur House) ist – in der Tradition der Zweikammer-Parlamente (Bikameralismus), die im britischen Parlament ihren Ursprung hat – neben dem Senat eine der beiden Kammern des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika. Jeder Bundesstaat ist im Verhältnis zu seiner Bevölkerung im Repräsentantenhaus vertreten. Die wahlberechtigten Bürger der USA wählen die Abgeordneten für jeweils zwei Jahre.

Im politischen System der USA ist das Repräsentantenhaus maßgeblich an der Gesetzgebung beteiligt und hat einige Kontrollfunktionen gegenüber dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Es besitzt das alleinige Initiativrecht bei Steuer- und Haushaltsgesetzen, darüber hinaus kann nur dieses Haus ein Amtsenthebungsverfahren einleiten.



Geschichte




Die Verfassung der Vereinigten Staaten sah schon bei ihrer Entstehung 1787 ein Repräsentantenhaus vor. Ursprünglich waren 65 Mitglieder vorgesehen. Nachdem 1788 die erforderliche Ratifizierung der Verfassung durch neun US-Bundesstaaten zustandegekommen war, wurden die ersten Wahlen zum Repräsentantenhaus abgehalten. Schon am 4. März 1789 trat zwar die Verfassung in Kraft; die Beschlussfähigkeit des Hauses wurde jedoch aufgrund mangelnder persönlicher Anwesenheit in New York City (der damaligen Hauptstadt der USA) erst am 1. April desselben Jahres festgestellt. Der erste US-Kongress, dessen Bestandteil das 65-köpfige Gremium wurde, verabschiedete die gesetzliche Grundlage für die erste Volkszählung. 1790 wurde das Repräsentantenhaus, dessen Sitz inzwischen nach Philadelphia verlegt worden war, noch auf der gleichen Grundlage (65 Mitglieder, die nach der vorläufigen Verteilung im Art. 1 Abs. 2 der Verfassung unter den Bundesstaaten verteilt waren) neu gewählt. Der zweite Kongress verabschiedete dann auf Grundlage der inzwischen vorliegenden Volkszählungsergebnisse ein Gesetz, das die Repräsentation unter den Bundesstaaten neu verteilte. Dieses sah vor, 120 Sitze nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren von Alexander Hamilton zu verteilen. Gegen diesen Gesetzentwurf legte Präsident George Washington das erste Veto der US-Geschichte ein. So verabschiedete der Kongress dann ein neues Gesetz, das 105 Sitze nach dem D’Hondt-Verfahren von Thomas Jefferson verteilte; dieses Gesetz trat mit der Genehmigung des Präsidenten auch in Kraft und bildete die Grundlage für die Wahlen zum dritten Kongress 1792, der 1793 zusammentrat.Gemäß den Konföderationsartikeln funktionierte der Kongress als Einkammersystem, wobei jeder Bundesstaat eine Stimme hatte. Dieses System erwies sich jedoch als ineffizient, deshalb wurde 1787 der Konvent von Philadelphia einberufen, zu der alle Bundesstaaten außer Rhode Island Delegierte entsandten. Die Frage, wie der Kongress zu strukturieren sei, führte zu scharfen Auseinandersetzungen:...

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Zeittafel

1949

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Im New Yorker Schocken Verlag erscheint Jacobs Biografie über The World of Emma Lazarus, was den amerikanischen Politiker Jacob K. Javits dazu veranlasst, vor dem Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten eine Ansprache über Jacob und seine bedeutende Arbeit zu halten. (Heinrich Eduard Jacob)

Bekannte Bewohner

1959

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Steven V. Carter (1915–) - demokratischer Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses - lebte seit Beginn seiner Karriere in Leon und ist hier beigesetzt (Leon (Iowa))

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1989

Werk > Deutsche Werkausgabe:
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Band 12: Res Poetica oder Die Republik der Poesie, ,Übers.: Rolf A. Burkart & Jean-Pierre Perrier, Verlag Rolf A. Burkart, Berlin (Saint-Pol-Roux)
Vereinigte Staaten von Amerika:
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Das US-Repräsentantenhaus beschließt gegen Präsident Andrew Johnson ein Impeachment einzuleiten. Das erste Amtsenthebungsverfahren in der Geschichte der USA scheitert später am US-Senat.

Musik

2008

Diskografie:
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Symphonic Shades (Chris Hülsbeck)

Tagesgeschehen

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Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Kurz vor der befürchteten Zahlungsunfähigkeit stimmen Senat und Repräsentantenhaus einem Kompromiss zur Haushaltskrise zu.
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Washington D.C./Vereinigte Staaten: Nach dem Repräsentantenhaus stimmt der Senat der Gesundheitsreform, einem zentralen Projekt von Präsident Barack Obama, zu.
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Washington D.C./Vereinigte Staaten: Das Repräsentantenhaus verabschiedet ein Gesetz zur Reform des Gesundheitssystems.
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Washington D. C./Vereinigte Staaten: Das Repräsentantenhaus und der Senat verabschieden das US-Konjunkturprogramm 2009 mit einem Finanzvolumen von etwa 779 Milliarden US-Dollar.
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Washington D. C./Vereinigte Staaten: Das 111. Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten nimmt seine Arbeit auf.

Politik & Weltgeschehen

2010

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21. März: Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten verabschiedet mit knapper Mehrheit die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama.
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Bei den Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten gewinnen die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat
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Vereinigte Staaten: Erste Sitzung des im November neugewählten US-Repräsentantenhauses sowie des US-Senates. Für die nächsten 17 Tage war ein Ehepaar erstmals in der Geschichte der USA sowohl in der Exekutive (Präsident Bill Clinton) als auch in der Legislative (Senatorin Hillary Clinton) vertreten.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Die Republikanerin Jeannette Rankin tritt als erste Frau ihr Amt als Mitglied des US-Repräsentantenhauses an, in das sie vom Staat Montana gewählt worden ist. (4. März)

1870

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Joseph Hayne Rainey aus South Carolina wird als erster Afroamerikaner in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten gewählt. (12. Dezember)

Sonstige Ereignisse

2012

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alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, siehe hierzu Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten (Wahlen in den Vereinigten Staaten 2012)

2010

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alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, siehe hierzu Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten (Wahlen in den Vereinigten Staaten 2010)

2008

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alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, siehe hierzu Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten (Wahlen in den Vereinigten Staaten 2008)

2006

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Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus. siehe hierzu: Wahlen zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten (Wahlen in den Vereinigten Staaten 2006)

2004

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alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, siehe hierzu Wahlen zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten (Wahlen in den Vereinigten Staaten 2004)

Berühmte Persönlichkeiten > Absolventen

2013

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Tammy Baldwin, Mitglied des United States House of Representatives von 1999 bis (University of Wisconsin–Madison)

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