Repulsionsmotor

Beim Repulsionsmotor handelt es sich um eine Sonderbauform eines Einphasenasynchronmotors bei dem Zwecks Drehzahl- und Drehmomenteneinstellung die Bürsten in ihrer Position verstellt werden können. Im Ständer ist eine verteilte Einphasenwicklung angeordnet, der Anker wird wie bei einer Gleichstrommaschine ausgeführt. Der Läuferkreis ist über die Bürsten kurzgeschlossen und die Bürsten können mechanisch zwischen der Kurzschluss- und Leerlaufstellung verdreht werden, um so die Drehzahl und Drehmoment einzustellen.

Eingesetzt werden Repulsionsmotoren unter anderem, wenn hohe, stoßfreie Anfahrmomente gefordert sind. Zur Anwendung kamen sie z. B. bei frühen Elektrolokomotiven wie der französischen E 3301. Durch den mechanisch aufwendigen Aufbau der verstellbaren Bürsten werden sie zunehmend durch robuste und kostengünstige Drehstrom-Asynchronmaschinen in Kombination mit elektronischen Frequenzumrichtern mit Raumzeigermodulation ersetzt. Durch die Raumzeigermodulation ist auch bei Drehstrom-Asynchronmotoren ein stoßfreies Anfahren bei hohen Lastmoment möglich.

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Geschichtlicher Überblick

1913

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die Rhätische Bahn beschafft sieben mit Repulsionsmotoren ausgerüstete Loks (RhB Ge 2/4), von denen heute noch zwei weitgehend im Originalzustand vorhanden sind

1905

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Miksa Déri entwickelt einen Repulsionsmotor mit zwei Bürstensätzen, den Déri-Motor, und stellt ihn der Fachwelt vor.

1904

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die Wiener Ingenieure Gabriel Winter und Friedrich Eichberg entwickeln in Berlin bei der Firma AEG eine Kombination aus Repulsionsmotor mit einem Reihenschlussmotor, den “Winter-Eichberg-Motor“

1898

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Miksa Déri nutzt die Vorzüge des als „Wagner-Motor“ bezeichneten Repulsionsmotors und konstruiert einen als Repulsionsmotor anlaufenden Induktionsmotor

1897

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der von der Maschinenfabrik Oerlikon entwickelte Motor wird von der Wagner Elektro Mfg. Co mit großem Erfolg in den USA produziert.

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