Rheinbund

Der Rheinbund (französisch Confédération du Rhin, offiziell États confédérés du Rhin, deutsch offiziell Rheinische Bundesstaaten) war eine auf Initiative des französischen Kaisers Napoleon 1806 in Paris gebildete Konföderation deutscher Staaten, die mit der Gründung dieses Staatenbundes aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation austraten. Durch die Rheinbundakte war die Konföderation als Militärallianz mit dem französischen Kaiserreich gegründet worden. Napoleon fungierte in diesem Gebilde als „Bundesprotektor“, im politischen Wortsinn eines Beschützers oder einer Schutzmacht. Frankreich selbst gehörte der Konföderation aber nicht an.

Das Ziel, den Rheinbund von 1806 zu einem Bundesstaat mit gemeinsamen Verfassungsorganen auszubauen, scheiterte am Widerstand der größeren Mitgliedsstaaten. Faktisch blieb der Rheinbund im Wesentlichen ein Militärbündnis deutscher Staaten mit Frankreich. Er brach nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 zusammen.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Georg Wilhelm (Schaumburg-Lippe) stirbt in Bückeburg. Georg Wilhelm zu Schaumburg-Lippe war von 1787 - zunächst unter der Regentschaft seiner Mutter - bis 1807 Graf von Schaumburg-Lippe, und wurde anschließend nach seinem Beitritt zum Rheinbund erster Fürst von Schaumburg-Lippe. Von 1842 bis 1860 gehörte ihm die Herrschaft Nachod in Ostböhmen.
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Gestorben: Therese Mathilde von Mecklenburg-Strelitz stirbt auf Schloss Taxis bei Dischingen. Therese (Mathilde Amalia), Herzogin zu Mecklenburg war die Ehefrau des Fürsten Karl Alexander von Thurn und Taxis. Durch ihre Initiative und ihr Verhandlungsgeschick konnte sie nach der Mediatisierung des fürstlichen Hauses Thurn und Taxis infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803, der Bildung des Rheinbundes im Jahre 1806 und dem damit verbundenen Ende der Kaiserlichen Reichspost das Postunternehmen der Thurn und Taxis auf Lehnsbasis erhalten. Wie ihre Schwester Königin Luise von Preußen scheiterte sie bei ihren Verhandlungen mit Napoleon, konnte aber auf dem Wiener Kongress die Interessen des Hauses Thurn und Taxis durchsetzen.
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Gestorben: Georg Hoppe stirbt in Klein-Zehmigkau bei Dessau. Georg Hoppe war ein Soldat und kämpfte als Oberst in Napoleons Rheinbundarmee und ab Januar 1814 gegen Napoleon.
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Gestorben: Ludwig I. (Hessen-Darmstadt) stirbt in Darmstadt. Ludwig I. von Hessen-Darmstadt war zunächst vom 6. April 1790 an als Ludwig? X. regierender Landgraf von Hessen-Darmstadt, mit dem Beitritt seines Landes zum Rheinbund ab dem 14. August 1806 als Ludewig? I. Großherzog von Hessen und seit 7. Juli 1816 Großherzog von Hessen und bei Rhein.
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Gestorben: Philipp von der Leyen stirbt in Köln. Philipp Franz Wilhelm Ignaz Reichsgraf und Fürst von der Leyen und zu Hohengeroldseck war der erste Fürst von der Leyen. Am 12. Juli 1806 nahm Graf Philipp Franz von der Leyen den Fürstentitel an. Von 1806 bis 1815 war er Souverän des Fürstentums von der Leyen im Rheinbund.

Europa

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Gründung des Rheinbundes

1806

Ereignisse > Europa:
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endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Unter der Federführung Napoleons wurden die nordwestdeutschen Staaten zum Rheinbund zusammengeschlossen. (19. Jahrhundert)

Ereignisse

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Im Frieden von Posen mit Napoleon Bonaparte schließt sich Sachsen dem Rheinbund an, kommt es zu Gebietsarrondierungen, wird Kurfürst Friedrich August III. der Königstitel gewährt und fällt ihm später das Herzogtum Warschau zu.
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Die Reichsstadt Frankfurt am Main wird in das Fürstentum Aschaffenburg einverleibt und nunmehr vom Fürstprimas des Rheinbunds, Karl Theodor von Dalberg, regiert.

Typen der Rheinbundstaaten

1808

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Die erste Gruppe bildeten die meist von Verwandten Napoleons regierten „Modellstaaten“. Dazu zählt das Königreich Westphalen unter Jérôme Bonaparte. Das Großherzogtum Berg wurde zunächst von Joachim Murat und nach dessen Ernennung zum König von Neapel von einem Beauftragten Napoleons verwaltet. Der dritte Modellstaat war das von Dalberg bis 1813 geführte Großherzogtum Frankfurt. Der für seine Nachfolge vorgesehene Eugène de Beauharnais konnte wegen des Zusammenbruchs der napoleonischen Vorherrschaft dieses Amt nicht mehr antreten. Diese Neugründungen sollten durch ihre Rechts- und Gesellschaftspolitik Vorbild für die übrigen Rheinbundstaaten werden.

Politik & Weltgeschehen

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Das Königreich Westphalen wird von Napoleon Bonaparte ausgerufen, per königlichem Dekret seine Constitution bekannt gemacht und der Eintritt in den Rheinbund geregelt.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1865

Werk:
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Napoleon, der Rheinische und der Nordische Bund. Berlin (Rudolf Usinger)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1976

Film:
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Riedland (Walo Lüönd)

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