Sachsen (Volk)

Die Sachsen waren ein westgermanischer Völkerverband, der sich vermutlich im 3. Jahrhundert bildete und seit dem 4. Jahrhundert sicher belegt ist. Die Stämme der Chauken, Angrivarier und Cherusker, die sich zu den Sachsen zusammenschlossen, lebten im 1. Jahrhundert im Nordwesten des heutigen Deutschlands und im Osten der heutigen Niederlande (siehe Niedersächsisch). Seit der Merowingerzeit standen zumindest Teile der Sachsen immer wieder in einer losen Abhängigkeit zum Frankenreich, bis sie von Karl dem Großen endgültig unterworfen wurden.

Weil inzwischen die meißnisch-osterländische Bevölkerung im ehemaligen wettinischen Obersachsen bzw. die mitteldeutschen Bürger des Freistaates Sachsen als „Sachsen“ gelten, wird für die niederdeutschen Bewohner im Kern des originären Siedlungsgebiets der Name „Niedersachsen“ verwendet. Dabei ist es allerdings schwierig, die Konnotation zu vermeiden, es sei von Bürgern des Landes Niedersachsen die Rede. Deshalb wird in der Geschichtswissenschaft der Name Altsachsen für das gesamte Siedlungsgebiet in Westfalen, Niedersachsen (ohne die traditionellen Siedlungsgebiete der Friesen und Slawen), Holstein (außer Wagrien) den nordöstlichen Niederlanden und im westlichen Sachsen-Anhalt bevorzugt.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Friedrich Ernst von Schönfels stirbt in Dresden. Friedrich Ernst von Schönfels war ein sächsischer Offizier, Rittergutsbesitzer und liberaler Politiker. Er war Mitglied und Präsident der I.?Kammer des Sächsischen Landtags und stammt von der sächsischen Adelsfamilie von Schönfels ab.
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Geboren: Friedrich Ernst von Schönfels wird in Tobertitz bei Plauen geboren. Friedrich Ernst von Schönfels war ein sächsischer Offizier, Rittergutsbesitzer und liberaler Politiker. Er war Mitglied und Präsident der I.?Kammer des Sächsischen Landtags und stammt von der sächsischen Adelsfamilie von Schönfels ab.
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Gestorben: Ansverus stirbt bei Ratzeburg. Ansverus (auch Ansuerus, deutsch Answer;) entstammte einer vornehmen und reichen sächsischen Familie und wurde im christlichen Glauben erzogen. Als 15-jähriger reiste er nach einem Traum unter einem Vorwand nach Ratzeburg, um dort in das Benediktinerkloster St. Georg auf dem Berge einzutreten. Im Kloster wurde er Priester und Mönch mit ernsthafter Ausrichtung nach der Benediktinerregel und starkem missionarischen Einsatz, der einigen Erfolg brachte. Die um Ratzeburg seit etwa 300 Jahren ansässigen slawischen Stämme verehrten auf der nahen Ratzeburger Insel die Göttin Siwa. Im Sommer 1066 erhoben sich die Slawen gegen die Sachsen. Kirche und Kloster wurden teilweise zerstört. Am 15. Juli wurde der Abt Ansverus mit seinen 18 Mönchen gefangen genommen, nach Einhaus bei Ratzeburg gebracht und dort auf dem Rinsberg durch Steinigung getötet. So starb er im Alter von 28 Jahren als Märtyrer.

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Geboren: Ansverus wird in Schleswig/Haithabu geboren. Ansverus (auch Ansuerus, deutsch Answer;) entstammte einer vornehmen und reichen sächsischen Familie und wurde im christlichen Glauben erzogen. Als 15-jähriger reiste er nach einem Traum unter einem Vorwand nach Ratzeburg, um dort in das Benediktinerkloster St. Georg auf dem Berge einzutreten. Im Kloster wurde er Priester und Mönch mit ernsthafter Ausrichtung nach der Benediktinerregel und starkem missionarischen Einsatz, der einigen Erfolg brachte. Die um Ratzeburg seit etwa 300 Jahren ansässigen slawischen Stämme verehrten auf der nahen Ratzeburger Insel die Göttin Siwa. Im Sommer 1066 erhoben sich die Slawen gegen die Sachsen. Kirche und Kloster wurden teilweise zerstört. Am 15. Juli wurde der Abt Ansverus mit seinen 18 Mönchen gefangen genommen, nach Einhaus bei Ratzeburg gebracht und dort auf dem Rinsberg durch Steinigung getötet. So starb er im Alter von 28 Jahren als Märtyrer.

900 n. Chr.

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Geboren: Hermann Billung wird /912 in Harms ouden Dorp bei Hermannsburg geboren. Hermann Billung aus dem sächsischen Adelsgeschlecht der Billunger war seit 944 Graf im Bardengau, seit 953 oder 956 Markgraf (marchio) und zeitweilig Stellvertreter (procurator regis) Königs Ottos I. im Herzogtum Sachsen. Von 952 bis 973 war er Sachsenherzog auf der Lüneburg.

Antike

285 n. Chr.

Römisches Reich:
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Erstmalige Erwähnung der Sachsen, die zur See Überfälle auf die Küsten von Belgien und Gallien unternehmen.

Britannien

477 n. Chr.

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Die in England gelandeten Sachsen gründen das Königreich Sussex unter König Ælle.

Frankenreich / Italien

776 n. Chr.

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Im Rahmen der Sachsenkriege nutzen die Sachsen die Abwesenheit Karls des Großen zu einem neuerlichen Gegenangriff und erobern erneut die Eresburg und die Hohensyburg.

Ereignisse

782 n. Chr.

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Karl der Große lässt in Verden an der Aller im Blutgericht von Verden 4500 Geiseln der aufständischen Sachsen hinrichten. (780er)

450 n. Chr.

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Angeln, Sachsen und Jüten, die auf Bitten Vortigerns nach Britannien gekommen sind, lösen sich von der Oberhoheit der Briten und gründen eigene angelsächsische Königreiche.

413 n. Chr.

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Sachsen siedeln an der nordgallischen Küste.

Religion

785 n. Chr.

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Konzil von Paderborn: Im Rahmen der Christianisierung der Sachsen beschließt der fränkische Klerus, jeglichen Götzendienst sowie auch den Glauben an Hexen unter Strafe zu stellen.

Frankenreich

796 n. Chr.

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Erneute Aufstände der Sachsen gegen die fränkische Fremdherrschaft.

794 n. Chr.

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Die slawischen Abodriten verbünden sich mit Karl dem Großen gegen die Wilzen und die aufständischen Sachsen.

794 n. Chr.

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Schlacht auf dem Sintfeld bei Bad Wünnenberg/Westfalen: Den Franken gelingt während der Sachsenkriege ein entscheidender Sieg gegen die Sachsen.

Europa

863 n. Chr.

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Wikingerzeit: Dänische Wikinger fahren im Januar plündernd bis Köln rheinaufwärts. Bei Neuss werden sie von fränkischen und sächsischen Aufgeboten gestellt und belagert. Im April ziehen sie sich wieder zurück.

798 n. Chr.

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Schlacht bei Bornhöved: Die mit den Franken verbündeten Abodriten besiegen die Sachsen.
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Mitteleuropa: Karl der Große erlässt das Capitulare Saxonicum. Das Gesetz ersetzt Todesstrafen durch Geldstrafen und stellt die unterworfenen Sachsen den anderen Völkern des Frankenreiches gleich.

795 n. Chr.

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Karl der Große erreicht bei einer Strafexpedition gegen die Sachsen die Elbe bei dem Orte Lüne (Reichsannalen 795).

792 n. Chr.

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Im Rahmen der Sachsenkriege erheben sich die Sachsen erneut gegen die Franken, die in Sachsen Aushebungen für die Feldzüge gegen die Awaren unternehmen wollten

Wirtschaft

1168

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An der Handelsstraße von Halle nach Prag wird gediegenes Silber und Silbererz gefunden. Daraufhin kommen Bergleute aus Goslar und siedeln sich in der nach ihnen benannten Sächsstadt an, die sich später zur ersten sächsischenBergstadt Freiberg entwickelt.

Ostfrankenreich

919 n. Chr.

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Herzog Heinrich I. von Sachsen, Sohn und Nachfolger Ottos des Erlauchten, wird am 12. Mai in Fritzlar von den Franken, Sachsen und Thüringern zum König des Deutschen Reiches (Regnum theutonicum) gewählt und folgt damit auf den verstorbenen König Konrad I. von Ostfranken. Herzog Arnulf I. der Böse von Bayern kandidiert bei der Königswahl in Fritzlar vergeblich gegen Heinrich I. und fügt sich (vorerst) der Wahlentscheidung. Herzog Burchard II. von Schwaben, dessen Herzogtum von König Konrad I. nicht anerkannt worden ist, bleibt der Königswahl in Fritzlar fern. Er verfolgt eine eigenständige Territorialpolitik gegenüber dem Königreich Burgund. Herzog Giselbert I. von Lothringen, der am Erbkönigtum der Karolinger festhalten will, bleibt der Königswahl durch ein Wahlkönigtum fern.

Politik & Weltgeschehen

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Dreißigjähriger Krieg: Schlacht bei Nördlingen: Die Schweden und ihre sächsischen Verbündeten erleiden bei Nördlingen eine schwere Niederlage gegen die habsburgischen Truppen. Als Folge davon räumen die Schweden Süddeutschland.

932 n. Chr.

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König Heinrich I. und sein Erzkaplan Erzbischof Hildebert von Mainz halten am 1. Juni in Erfurt eine Reichssynode ab. Sie versichern sich der Gefolgschaft der Sachsen, Franken und Schwaben und kurz darauf in Dingolfingen auch der Bayern gegen die Ungarn.
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Wikingerzeit: In der Schlacht bei Ebstorf nahe Lüneburg zwischen den christlichen Sachsen und den eingedrungenen heidnischen Wikingern sterben die Bischöfe Markward von Hildesheim und Theoderich von Minden und der sächsische Große Brun von Sachsen. Die Sachsen erleiden eine furchtbare Niederlage.

804 n. Chr.

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Karl der Große trifft Gesandte des dänischen Königs Göttrik und wahrscheinlich auch den Fürsten der Abotriten in Hollenstedt südöstlich von Stade, wo er sein Hauptquartier im Kampf gegen die nordelbischen Sachsen aufgeschlagen hat. Er übergibt den Abodriten die überelbischen (nordelbischen) Gaue zur Herrschaft, nachdem er die vorher dort ansässigen, zu den Sachsen gehörenden Nordalbingier (nach Hessen?) deportiert hat.

782 n. Chr.

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Frankenreich / Sachsenkriege: Oktober: Als Reaktion auf die Niederlage eines fränkischen Heeres auf dem Drachtelfeld am Süntelgebirge, bei der auch mehrere Grafen gefallen waren, lässt Karl der Große in Verden an der Aller in einem Blutgericht zeitgenössischen Quellen zufolge 4500 Geiseln der aufständischen Sachsen hinrichten; diese Angabe ist möglicherweise übertrieben. Unumstritten ist aber, dass die Franken in Sachsen eine harte Besatzungspolitik betreiben. Herzog Widukind entkommt nach Dänemark.

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