Salzsteuer

Die Salzsteuer bezeichnet eine Verbrauchssteuer auf Kochsalz.

In Deutschland stand die Salzsteuer seit der Reichsgründung dem Reich zu. Im ersten Haushaltsjahr 1872 war sie neben den Zöllen die wichtigste Steuereinnahme des Reichs; zum Zeitpunkt ihrer Abschaffung durch den Bund handelte es sich mit einem Steueraufkommen von 53 Millionen Deutsche Mark im Jahr 1991 um eine Bagatellsteuer. Der Steuersatz betrug 12 Deutsche Mark je 100 Kilogramm Eigengewicht. Sie wurde mit Wirkung ab dem 1. Januar 1993 aufgehoben.



Geschichte




Die Salzsteuer ist wohl die älteste Steuer überhaupt. Da sie ein lebensnotwendiges Gut betrifft und Salz aus physiologischen Gründen vor allem von körperlich hart arbeitenden (und zugleich meist einkommensschwachen) Menschen benötigt wird, galt sie für Günter Schmölders als Prototyp einer unsozialen Steuer.Schon im alten Ägypten, im Babylonischen und im Persischen Reich wurden Salzsteuern erhoben. Das war dort am ehesten möglich, wo Salzgewinnungsmonopole bestanden; anderswo wurde sie als Zoll erhoben. Im Reich der Ptolemäer und nach persischem Vorbild wohl auch im Seleukidenreich ähnelte die Salzsteuer einer Kopfsteuer: Die Bevölkerung zahlte sie zum Unterhalt der im Besitz des Königs befindlichen Salzsiedepfannen und bekam Salz zu einem von der Regierung festgesetzten Preis.Auch im alten China lag die Salzgewinnung in der Hand des Kaisers. Die Salzsteuer war eine wichtige Einnahmequelle des Staates.In Frankreich war die zuerst 1286 eingeführte und 1342 erneuerte Salzsteuer, die so genannte Gabelle, eine indirekte Steuer, besonders unbeliebt. Sie verpflichtete die Bürger zur Abnahme einer Mindestmenge an Salz zum Monopolpreis. 1382 führte ihre erneute Einführung zu einem Volksaufstand. Die Steuer galt neben der Taille deshalb als ein Paradebeispiel für das ungerechte Steuersystem des ancien régime, welches als eine der wesentlichen Ursachen für den Ausbruch der französischen Revolution gilt. Die Hinterziehung (Defraudation) der Salzsteuer wurde mit neun Jahren Galeerenstrafe und einer hohen Geldstrafe belegt. Allerdings wurde die 1794 abgeschaffte Salzsteuer nach der napoleonische Epoche wieder eingeführt. Salzsiedereien durften auch weiterhin ohne staatliche Genehmigung nicht betrieben werden, die Hinterziehung der Steuer wurde erneut bestraft....

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Frankreich

1790

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21. März: In Frankreich wird im Zuge der Französischen Revolution die besonders unbeliebte Salzsteuer beseitigt.

Politik & Weltgeschehen

Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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Die Französische Nationalversammlung schafft die in der Bevölkerung unbeliebte SalzsteuerGabelle ab. (21. März)

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