Samisdat

Samisdat (самиздат [-z-]: russischсам ‚selbst‘, издавать ‚auflegen‘, (ein Buch) ‚herausgeben‘ ; von издательство ‚Verlag‘; wörtlich: ‚Eigenauflage‘, selbst Herausgegebenes‘, kurz: ‚Selbstverlag‘, wiss. transliteriert Samizdat) bezeichnete in der UdSSR und später auch in weiten Teilen des Ostblocks die Verbreitung von alternativer, nicht systemkonformer Literatur auf nichtoffiziellen Kanälen, zum Beispiel durch Abschreiben mit der Hand oder der Schreibmaschine oder durch Fotokopie und das Weitergeben der so produzierten Exemplare.

Samisdat gab es in nennenswertem Umfang in der Sowjetunion, Polen, der DDR, der Tschechoslowakei und Ungarn. Schriftsteller, Dichter, Publizisten und Sänger konnten kritische oder auch von den Normen des Sozialistischen Realismus abweichende Texte nur in Ausnahmefällen im staatlich kontrollierten Verlagswesen veröffentlichen. So war der Samisdat neben privaten Lesungen oft der einzige Weg, nichtkonforme Texte einem breiteren Publikum im eigenen Land zugänglich zu machen.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Natalja Jewgenjewna Gorbanewskaja stirbt in Paris. Natalja Jewgenjewna Gorbanewskaja war eine russische Dichterin, Übersetzerin, Menschenrechtlerin und Mitglied der russischen Dissidentenbewegung. Sie absolvierte ein Studium an der Leningrader Universität in der Fachrichtung „technischer Redakteur und Übersetzer“. Danach war sie in Moskau als Bibliothekarin und Übersetzerin tätig und gründete die geheime Samisdat-Zeitschrift Chronik der laufenden Ereignisse (russ. ??????? ??????? ???????).
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Gestorben: Juli Markowitsch Daniel stirbt in Moskau. Juli Markowitsch Daniel, Pseudonym Nikolai Arschak/Arzak/Arshak war ein sowjetischer Schriftsteller und Übersetzer jüdischer Herkunft, der mit seinen „grotesk-satirischen kritischen“ Erzählungen, „die in ihrer Absurdität den Prinzipien des sozialistischen Realismus widersprechen“ , dem Samisdat, dem literarischen Untergrund seiner Epoche, zugerechnet wird. Er verbrachte mehrere Jahre als politischer Häftling im Arbeitslager.
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Geboren: Gábor Demszky wird in Budapest geboren. Gábor Demszky ist ein ungarischer Politiker. Der Jurist und Soziologe war vom 31. Oktober 1990 bis zum 3. Oktober 2010 Oberbürgermeister von Budapest. Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs war Demszky Verleger und Herausgeber von Samisdatschriften.
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Geboren: Natalja Jewgenjewna Gorbanewskaja wird in Moskau geboren. Natalja Jewgenjewna Gorbanewskaja ist eine russische Dichterin, Übersetzerin, Menschenrechtlerin und Mitglied der russischen Dissidentenbewegung. Sie absolvierte ein Studium an der Leningrader Universität in der Fachrichtung „technischer Redakteur und Übersetzer“. Sie war in Moskau als Bibliothekarin und Übersetzerin tätig. Sie gründete die geheime Samisdat-Zeitschrift „Chronik der laufenden Ereignisse“ (russ. Хроника текущих событий).
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Geboren: Sergei Adamowitsch Kowaljow wird in Seredina-Buda, Oblast Sumy, Ukraine geboren. Sergei Adamowitsch Kowaljow war ein sowjetischer Dissident und ist heute ein russischer Politiker. Der Biologe gab ein Samisdat heraus, war von 1990 bis 2003 Parlamentsabgeordneter und von 1993 bis 1995 Vorsitzender der Menschenrechtskommission im Kabinett des russischen Präsidenten.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1989

Werk:
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Zweierlei Land – Eine Lektion. Konsequenzen aus der deutschen Misere, DDR-Samisdat, Berlin (Edelbert Richter)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2011

Ehrung:
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Aleksandr-Men-Preis für seine Erforschung der deutschen Kunstbeutezüge im Zweiten Weltkrieg sowie von Publikationen im Selbstverlag durch Dissidenten im früheren Ostblock (Wolfgang Eichwede)

"Samisdat" in den Nachrichten