San-Andreas-Verwerfung

Luftaufnahme San-Andreas-Verwerfung bei 35° 7′ 0″ N, 119° 39′ 0″ W35.116666666667-119.65
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA
Messfeld einer Erdbebenwarnstation bei Parkfield/Kalifornien
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA
Highway 14 südlich von Palmdale
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA
Straße durch die Carrizo Plains
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA

Die San-Andreas-Verwerfung ist eine rechtshändige Blattverschiebung, an der die Pazifische Platte an der Nordamerikanischen Platte vorbeidriftet. Sie erstreckt sich über gut 1300 Kilometer Länge von Mexiko bis zum Norden von San Francisco und teilt den Bundesstaat Kalifornien in zwei Hälften auf, wobei San Francisco auf der Nordamerikanischen Platte und Los Angeles auf der Pazifischen Platte liegen. Die tiefreichende Verwerfung wurde nach dem San Andreas Lake benannt, der südlich von San Francisco gelegen ist und die mit Wasser gefüllte San-Andreas-Verwerfung darstellt. Ansonsten ist sie auf weiten Strecken nicht mit bloßem Auge in der Landschaft zu erkennen und deshalb mit Pfählen markiert.

Am 18. April 1906 entstand hier jedoch eine deutliche Bruchlinie; an diesem Tag wurde San Francisco von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Momenten-Magnituden-Skala, dem San-Francisco-Erdbeben von 1906, heimgesucht.

Die San-Andreas-Verwerfung ist eine der wenigen Plattengrenzen an Land; die überwiegende Zahl der Plattengrenzen liegt auf dem Grund der Ozeane.



Inhaltsverzeichnis



Bewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jährliche Verschiebung der Erdkrusten zueinander lässt sich anhand der abnehmenden Plattendistanz zwischen Los Angeles und San Francisco bestimmen. Demnach beträgt sie etwa 6 cm pro Jahr. Dabei schiebt die Nordamerikanische Platte nach Süden und die Pazifische entgegengesetzt.

Die Bewegung vollführt sich dabei jedoch nicht überall gleich konstant; einige Bereiche der Verwerfung bewegen sich fast ständig, während sich andere Bereiche verhaken und sich nur gelegentlich ruckartig um zum Teil mehrere Meter gegeneinander verschieben – bis zu sechs Meter beim San-Francisco-Erdbeben von 1906. Beim Fort-Tejon-Erdbeben von 1857 soll die Verschiebung stellenweise sogar bis zu neun Meter betragen haben.

Geologen sind der Meinung, dass das System der San-Andreas-Verwerfung seit mindestens 31 Millionen Jahren in Bewegung sein muss. In dieser Zeit hat sich die Reyes-Halbinsel von Süden her um 450 km zu ihrem jetzigen Standort verschoben. Die beiden Pinnacles sind vor etwa 23 Millionen Jahren am gleichen Ort entstanden. Mittlerweile wurden sie aber entlang der San-Andreas-Verwerfung um 313 km versetzt. Die nördlichen Pinnacles sind also 313 km von ihrem Ursprung, der heutigen Neenach Formation, entfernt. Und immer noch tut sich viel im System der San-Andreas-Verwerfung: In einigen hunderttausend Jahren wird Point Reyes eine Insel sein, die auf ihrem Weg nach Alaska die Bodega Bay „überfahren“ wird. Erst in den späten 1960er Jahren erkannten die Wissenschaftler, dass die San-Andreas-Verwerfung die Grenze zweier Kontinentalplatten ist und Erdbeben deswegen unvermeidlich sind. Seit diesem Zeitpunkt stellt sich für die Menschen in der Region nicht mehr die Frage, ob, sondern wann es zum nächsten Erdbeben kommen wird. Seit 1984 nimmt die US-amerikanische Bundesbehörde United States Geological Survey intensive Untersuchungen insbesondere im direkt an der San-Andreas-Verwerfung gelegenen Örtchen Parkfield vor. Sie sollen dazu beitragen, die Vorhersagemöglichkeiten von Erdbeben zu verbessern. Hierbei wird seit 2004 mit Hilfe von SAFOD (San Andreas Fault Observatory at Depth) zum ersten Mal versucht, mit einer Tiefbohrung eine aktive Plattengrenze direkt anzubohren, um bei Erdbeben direkt Rückschlüsse auf die Prozesse in der Verwerfung ziehen zu können.

Karte zum San-Francisco-Erdbeben von 1906
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA


Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die San-Andreas-Verwerfung wird von Geologen in drei Abschnitte unterteilt:

  • Das sdliche Segment beginnt in der Nhe des Saltonsees und wird nach der angrenzenden Mojave-Wste auch als Mojave-Segment bezeichnet. Hier verluft die Strung erst nach Norden, bevor sie im weiteren Verlauf nach Nordwesten schwenkt und erst auf die San-Bernardino-Berge im Norden und schlielich auf die San-Gabriel-Berge im Sden trifft. (Diese Gebirgszge entstanden aufgrund des Aneinanderreibens beider Kontinentalplatten).
  • Das zentrale Segment verluft (ebenfalls nordwestlich) zwischen Parkfield und Hollister.
  • Das nrdliche Segment der San-Andreas-Verwerfung zieht sich von Hollister ber die San-Francisco-Halbinsel und verluft ab dort ? unter Wasser ? bis zum Kap Mendocino, an welchem schlielich drei Kontinentalplatten aufeinander treffen.

Verknpfung mit der Cascadia-Subduktionszone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktivitäten der San-Andreas-Verwerfung stehen im Zusammenhang mit der Cascadia-Subduktionszone. Deren seismische Aktivitäten gehen häufig den Erdbeben der San-Andreas-Verwerfung voraus, im Schnitt 25 bis 45 Jahre. In einer Studie mit Turbiditen wurden bei 15 Erdbeben der San-Andreas-Verwerfung 13 Beben der Cascadia-Zone gefunden, die gleichzeitig stattgefunden haben.



Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Seismological Society of America: Earthquakes Along The Cascadia And San Andreas Faults May Be Linked, Affecting Risk To San Francisco Bay Region., ScienceDaily, 8. April 2008. Abgerufen am 29. Juli 2015.

Luftaufnahme San-Andreas-Verwerfung bei 35° 7′ 0″ N, 119° 39′ 0″ W35.116666666667-119.65Bild: Jesse Allen, Earth ObservatoryLizenz: PD NASA
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA

Messfeld einer Erdbebenwarnstation bei Parkfield/KalifornienBild: Jesse Allen, Earth ObservatoryLizenz: PD NASA
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA

Highway 14 südlich von PalmdaleBild: Jesse Allen, Earth ObservatoryLizenz: PD NASA
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA

Straße durch die Carrizo PlainsBild: Jesse Allen, Earth ObservatoryLizenz: PD NASA
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA

Karte zum San-Francisco-Erdbeben von 1906Bild: Jesse Allen, Earth ObservatoryLizenz: PD NASA
Bild: Jesse Allen, Earth Observatory
Lizenz: PD NASA

Die San-Andreas-Verwerfung ist eine rechtshändige Blattverschiebung, an der die Pazifische Platte an der Nordamerikanischen Platte vorbeidriftet. Sie erstreckt sich über gut 1300 Kilometer Länge von Mexiko bis zum Norden von San Francisco und teilt den Bundesstaat Kalifornien in zwei Hälften auf, wobei San Francisco auf der Nordamerikanischen Platte und Los Angeles auf der Pazifischen Platte liegen. Die tiefreichende Verwerfung wurde nach dem San Andreas Lake benannt, der südlich von San Francisco gelegen ist und die mit Wasser gefüllte San-Andreas-Verwerfung darstellt. Ansonsten ist sie auf weiten Strecken nicht mit bloßem Auge in der Landschaft zu erkennen und deshalb mit Pfählen markiert.

Am 18. April 1906 entstand hier jedoch eine deutliche Bruchlinie; an diesem Tag wurde San Francisco von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Momenten-Magnituden-Skala, dem San-Francisco-Erdbeben von 1906, heimgesucht.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Andrew Cowper Lawson stirbt in Berkeley, Kalifornien. Andrew Cowper Lawson war ein Professor der Geologie an der University of California, Berkeley. Er war der Erste, der 1895 in der San Francisco Bay Area die San-Andreas-Verwerfung identifizierte. Von ihm stammt der Name, und er war nach dem San-Francisco-Erdbeben von 1906 der Erste, der ihre gesamte Länge offenlegte, obwohl er ihre Natur niemals völlig erkannte. Er untersuchte und benannte ebenso den Franciscan-Komplex, eine mehr als 1.000 Kilometer lange, stark zerschuppte Gesteinsabfolge eines ehemaligen Akkretionskeils, die die amerikanische Westküste von Oregon im Norden bis nach Südkalifornien aufbaut. Er war Herausgeber und Mitautor des 1908 veröffentlichten Berichts über das San-Francisco-Erdbeben, der als „Carnegie-“ oder „Lawson-Report“ bekannt wurde.
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Geboren: Andrew Cowper Lawson wird in Anstruther, Schottland geboren. Andrew Cowper Lawson war ein Professor der Geologie an der University of California, Berkeley. Er war der Erste, der 1895 in der San Francisco Bay Area die San-Andreas-Verwerfung identifizierte. Von ihm stammt der Name, und er war nach dem San-Francisco-Erdbeben von 1906 der Erste, der ihre gesamte Länge offenlegte, obwohl er ihre Natur niemals völlig erkannte. Er untersuchte und benannte ebenso den Franciscan-Komplex, eine mehr als 1.000 Kilometer lange, stark zerschuppte Gesteinsabfolge eines ehemaligen Akkretionskeils, die die amerikanische Westküste von Oregon im Norden bis nach Südkalifornien aufbaut. Er war Herausgeber und Mitautor des 1908 veröffentlichten Berichts über das San-Francisco-Erdbeben, der als „Carnegie-“ oder „Lawson-Report“ bekannt wurde.

Natur & Umwelt

Katastrophen:
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Bei einem schweren Erdbeben der geschätzten Stärke 7,8 und den daraus resultierenden Bränden wird die kalifornische Stadt San Francisco verwüstet. Dabei sterben zwischen 700 und 3.000 Menschen, rund 20.000 werden obdachlos. Auf der San-Andreas-Verwerfung entsteht eine deutliche Bruchlinie.

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