Schachty-Prozess

Der Schachty-Prozess (auch Schachty-Affäre; russischШа́хтинское де́ло) vom 18. Mai bis 7. Juli 1928 war der erste Schauprozess in der Sowjetunion nach dem Prozess gegen die Sozialrevolutionäre 1922. Er richtete sich gegen sowjetische und einige ausländische parteilose Spezialisten. Der Prozess machte deutlich, dass die Phase der Klassenversöhnung der Neuen Ökonomischen Politik (NÖP) vorbei war und stand im Zusammenhang mit der Revolution Stalins aus Zwangskollektivierung der Landwirtschaft und der raschen Industrialisierung der Sowjetunion im Zeichen des ersten Fünfjahresplans. Der Prozess war von langer Hand vorbereitet und die Angeklagten hatten zu gestehen, was man ihnen vorher gesagt hatte. Allerdings war die Organisation noch nicht so perfekt, wie bei Prozessen in den folgenden Jahren. Zahlreiche Angeklagte waren nicht bereit, sich schuldig zu bekennen oder widerriefen ihre Aussagen. Gleichwohl wurden die meisten der über fünfzig Angeklagten verurteilt. Die Moskauer Prozesse während des Großen Terrors in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre liefen im Wesentlichen nach dem Muster des Schachty-Prozesses ab.

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Hintergrund und Vorgeschichte > Tradition des Terrors und der Schauprozesse

1928

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standen 53 „bürgerliche Spezialisten“ aus der Schachty-Region des Donezbeckens vor Gericht, zumeist Ingenieure und Bergbaudirektoren. Der Vorwurf im so genannten Schachty-Prozess lautete auf Sabotage im Auftrag ausländischer Mächte. Die Verhandlung endete für elf Angeklagte mit dem Todesurteil, fünf von ihnen wurden hingerichtet. (Großer Terror (Sowjetunion))

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