Schia

Die im Deutschen Schiitentum oder Schiismus genannte Schia (arabisch الشيعة asch-schīʿa, DMGaš-šīʿa ‚Anhängerschaft, Partei, Gruppe‘) ist, nach den Sunniten, die zweitgrößte Konfession des Islams. Heute wird der Begriff häufig in verallgemeinernder Weise für die Zwölferschia verwendet, die die zahlenmäßig größte Gruppe innerhalb der Schia darstellt, allerdings umfasst die Schia noch zahlreiche andere Gruppierungen.

Der Begriff Schia steht verkürzt für den arabischen Ausdruck schīʿat ʿAlī (شيعة علي, DMGšīʿat ʿAlī ‚Partei Alis‘). Das hat seinen Grund darin, dass die Schiiten, also die Anhänger der Schia, ʿAlī ibn Abī Tālib, den Schwiegersohn und Vetter des Propheten Mohammed, als den von ihm designierten Nachfolger (Kalif) und Imam betrachten. Ihrem Glauben nach kann die Prophetennachfolge nur von einem Nachfahren Alis erfolgen, da dieser als einziger göttlich legitimiert sei. In den Jahrhunderten nach dem Tod des Propheten Mohammed haben sich innerhalb der Schia verschiedene Strömungen herausgebildet, die sich vor allem hinsichtlich ihrer Imamatslehre unterscheiden. Außerdem haben sich verschiedene schiitische Rechtsschulen herausgebildet.

mehr zu "Schia" in der Wikipedia: Schia

Geboren & Gestorben

thumbnail
Gestorben: Mousavi Ardebili stirbt in Teheran. Seyyed Abdolkarim Mousavi Ardebili war ein schiitischer Geistlicher mit dem Titel Großajatollah und Politiker des Iran.
thumbnail
Gestorben: Nimr an-Nimr stirbt in Saudi-Arabien. Nimr B?qir Am?n al-Nimr war ein saudi-arabischer schiitischer Kleriker (Ajatollah) und Bürgerrechtler in der östlichen Provinz asch-Scharqiyya.
thumbnail
Gestorben: Moslem Malakuti stirbt. Großajatollah Moslem Malakuti war ein schiitischer Geistlicher.
thumbnail
Gestorben: Muhammad Hussein Fadlallah stirbt in Beirut, Libanon. Muhammad Hussein Fadlallah, auch Mohammed Hussein Fadlallah, war ein führender schiitischer Geistlicher im Libanon und geistlicher Führer der durch terroristische Aktivitäten bekannten Hisbollah. Sein Einfluss als Großajatollah reichte jedoch weit über den Libanon hinaus.
thumbnail
Gestorben: Imad Mughniyya stirbt in Damaskus, Syrien. Imad Fayiz Mughniyya war ein führendes Mitglied im Nachrichtendienst der libanesischen islamistischen Organisation Hisbollah. Alternativ wurde er als der Kopf der Sicherheitseinheit und Mitbegründer der Hisbollah angesehen. Er war Schiit und benutzte das Pseudonym Haddsch Radwan (‏حج رضوان‎, DMG Ḥaǧǧ Raḍwān). Mughniyya wurde in der Liste des Rates der Europäischen Union für Terroristen geführt.

Ereignisse

thumbnail
Attentat der Charidschiten auf Kalif Ali ibn Abi Talib, dem dieser am 24. Januar erliegt. Daraufhin werden die Umayyaden unter Muawiya I. von der Mehrheit als Kalifen der Muslime anerkannt. Dagegen sehen die Schiiten Alis Söhne Hasan ibn ʿAlī und Husain ibn ʿAlī als rechtmäßige Nachfolger, die sich politisch aber nicht durchsetzen können.

Islamische Expansion

670 n. Chr.

thumbnail
Husain ibn ʿAlī wird 3. Imam der Schiiten nach dem Tod von Hasan ibn ʿAlī.

Islamische Expansion / Reconquista

740 n. Chr.

thumbnail
Rebellion des schiitischen Imams Zaid ibn Ali in Kufa gegen die Herrschaft der Umayyaden. Der Aufstand wird unterdrückt, Zaid kommt dabei ums Leben.

Asien

762 n. Chr.

thumbnail
Beginn einer Rebellion von Schiiten in Hedschas gegen die Abbasiden-Herrschaft in Bagdad
thumbnail
Schlacht von Kerbela im Irak, der Tod von Husain ibn ʿAlī wird der Ausgangspunkt für die Trennung von Schiiten und Sunniten. Damit setzt sich Kalif Yazid I. endgültig als Nachfolger von Muawiya I. durch. Führer der Schiiten wird ihr 4. Imam, Ali Zain al-Abidin.
thumbnail
Islamische Expansion: Schlacht von Siffin am Euphrat: Kalif Ali ibn Abi Talib und sein Herausforderer Muawiya, der Statthalter von Syrien, liefern sich eine mehrtägige blutige Schlacht, die ohne eindeutigen Sieger endet. Die Tatsache, dass Ali schließlich in ein Schiedsgericht einwilligt, führt zur Trennung der Charidschiten von den Schiiten.

Asien & Afrika

765 n. Chr.

thumbnail
Nach dem Tode des schiitischenImams Dschafar ibn Muhammad kommt es zu einer erneuten Spaltung unter den Schiiten: Die Imamiten entscheiden sich für Musa al-Kazim, die Ismailiten für Ismail ibn Dschafar.

Afrika

786 n. Chr.

thumbnail
Idris ibn Abdallah wird als Schiit und Abkömmling des Kalifen Ali von den Abbasiden verfolgt und flieht in den Maghreb, wo er zwei Jahre später die Herrschaft der Idrisiden begründet.

Religion

823 n. Chr.

thumbnail
Gründung von Maschhad, einer der sieben heiligen Stätten des schiitischenIslams an der Stelle des Grabmals von ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā.

Rundfunk, Film & Fernsehen

1979

Rundfunk:
thumbnail
Die Islamische Revolution im Iran und die Rückkehr Khomeinis aus dem Exil wird in den Monaten zuvor unter anderem mittels tausender von Audiokassetten mit Reden des schiitischen Religionsführers vorbereitet, die in das Land geschmuggelt werden. Damit konnten die von der staatlichen Zensurbehörde kontrollierten Massenmedien umgangen werden.

Politik & Weltgeschehen

thumbnail
Der ehemalige irakische Präsident Saddam Hussein wird von einem Sondergericht wegen eines Massakers an Schiiten (1982) zum Tode verurteilt.

Tagesgeschehen

thumbnail
Samarra/Irak: Bei einem Bombenanschlag auf schiitische Pilger kommen mindestens 48 Menschen ums Leben und mehr als 80 weitere werden verletzt.
thumbnail
Kerbela/Irak: Bei mehreren Anschlägen auf schiitische Pilger kommen mindestens 56 Menschen ums Leben und mehr als 175 weitere werden verletzt.
thumbnail
Tschabahar/Iran: Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitischenMoschee im Südosten des Landes kommen mindestens 38 Menschen ums Leben.
thumbnail
Quetta/Pakistan: Bei einem Selbstmordanschlag auf Schiiten kommen mindestens 64 Menschen ums Leben und mehr als 150 weitere werden verletzt.
thumbnail
Lahore/Pakistan: Bei mehreren Selbstmordanschlägen auf Schiiten kommen mindestens 38 Menschen ums Leben und mehr als 300 weitere werden verletzt.

"Schia" in den Nachrichten