Schutzhaft

Unter dem euphemistischen Begriff Schutzhaft wurden in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland Regimegegner und andere missliebige Personen allein aufgrund einer polizeilichen Anordnung inhaftiert, ohne dass dies einer richterlichen Kontrolle unterlag, etwa im Wege der Haftprüfung. Dies geschah anfänglich überwiegend durch Mitglieder nationalsozialistischer Organisationen wie der SA und der SS, später durch die auch aus SS-Angehörigen bestehende Gestapo. Die Gefangenen wurden in – der nationalsozialistischen Partei unterstehenden – Haftstätten, den Konzentrationslagern (zunächst als „KL“, später als „KZ“ bezeichnet) festgehalten, misshandelt bzw. auch ermordet.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Anna Pröll stirbt in Augsburg. Anna Pröll war eine deutsche Widerstandskämpferin in der Zeit des Nationalsozialismus. Als Jugendliche war sie im Augsburger Widerstand aktiv und wurde 1934 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu einer Haftstrafe von insgesamt 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Ihrer Entlassung kam sie als Schutzhäftling in ein KZ. Bis ins hohe Alter trat Anna Pröll als eine der letzten Überlebenden des Augsburger Widerstandes für Antifaschismus und Demokratie ein , wurde dafür 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und 2003 erste weibliche Ehrenbürgerin von Augsburg.

1986

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Gestorben: Hans Mittelbach stirbt. Hans Hermann Mittelbach war ein deutscher Jurist und der erste Dezernent für die Schutzhaft in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Er leitete die Verhaftungsaktionen von politisch Verfolgten, die ab dem Tag nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 vom NS-Regime nach vorbereiteten Listen in Haft genommen wurden. Mittelbach hatte dabei die juristischen Schwierigkeiten überwunden, die die Politische Polizei (die Gestapo wurde erst im April 1933 gesetzlich eingerichtet) bei der Auslegung der Reichstagsbrandverordnung hatte. Nach 1945 wurde er Leiter der Rechtsabteilung im Zentraljustizamt in Hamburg beim Generalinspekteur der Spruchgerichte für die Entnazifizierung im Bereich der Britischen Besatzungszone. Danach ging er nach Köln als Richter zum Oberlandesgericht Köln, wo er bis Ende 1965 tätig war.
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Gestorben: Karl Beer stirbt in Zürich. Karl Beer war ein zunächst in Stuttgart und später in der Schweiz tätiger Architekt. Während des Nationalsozialismus war er von Mai 1933 bis August 1933 im städtischen Gefängnis Stuttgart in der Büchsenstraße in „Schutzhaft“. Aufgrund seiner Schweizer Abstammung konnte er im Jahr 1935 nach Zürich übersiedeln.

1954

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Gestorben: Alexander Wessel stirbt in Gadderbaum-Bethel, heute Bielefeld. Alexander Wessel war ein deutscher evangelischer Pfarrer, ehemaliger Häftling im KZ Buchenwald. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründete er die Volkssolidarität im Ort und half mit, Treffen ehemaliger Buchenwald-Häftlinge vorzubereiten.
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Gestorben: Katharina Staritz stirbt in Frankfurt am Main. Katharina Helene Charlotte Staritz war eine deutsche evangelische Theologin. Sie zählte zu den ersten Frauen, der die evangelische Kirche erlaubte, als Pfarrerin tätig zu sein. Sie wurde 1938 in Breslau eingesegnet und setzte sich in der Zeit des Nationalsozialismus als Breslauer Stadtvikarin dafür ein, jüdische Christen in den Gemeinden zu integrieren und nicht auszugrenzen. Sie musste deshalb von 1941 bis 1943 Schutzhaft, Arbeitslager und Inhaftierung im Frauen-KZ Ravensbrück erdulden.

Sonstige Ereignisse

1933

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Als SPD-Mitglied zeitweilig in Schutzhaft (Johann Asch)

Politik & Weltgeschehen

1933

Geschichte > Siegburg in der NS-Zeit und im Zweiten Weltkrieg:
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Beim Versuch eines SS-Trupps, das Volkshaus zu stürmen, wurde in der Nacht zum 15. Februar ein SS-Mann erschossen. Trotz Mangel an Beweisen wurden später sechs Männer zu 8 bis 12 Jahren Haft verurteilt. Im März/April wurden aus Siegburg und Umgebung zahlreiche politische Gegner (Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter u.? a.) zur Schutzhaft ins Zuchthaus Siegburg überführt. Im Zuge des Novemberpogroms wurde die Synagoge zerstört.

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