Senat der Vereinigten Staaten

Der Senat der Vereinigten Staaten (englischUnited States Senate) ist neben dem Repräsentantenhaus eine der beiden Kammern des Kongresses, eines Zweikammer-Parlaments nach angelsächsischer Tradition.

Der Senat, dessen Bezeichnung vom Römischen Senat hergeleitet ist, ist eine permanente Institution, deren Mitglieder, die Senatoren, jeweils sechs Jahre amtieren. Alle zwei Jahre wird ein Drittel der Senatssitze, die dafür in drei Klassen eingeteilt sind, durch Wahlen neu besetzt bzw. der Inhaber im Amt bestätigt. Jeder Bundesstaat ist in der Parlamentskammer durch zwei Senatoren vertreten, die klassenweise zeitversetzt gewählt werden.



Geschichte




Die Geschichte des Senats beginnt mit der Ratifikation der Verfassung der USA am 4. März 1789.Der Senat entstand vor allem aus zwei verschiedenen Erwägungen. Zum einen sollte er, ähnlich dem britischen House of Lords, eine stabilisierende und mäßigende Wirkung auf die Legislative und das gesamte politische System der USA ausüben. Die Senatoren sollten dezidiert zur Oberschicht der Vereinigten Staaten gehören und im Gegensatz zum House, welches das ganze Volk vertreten und dessen aktuelle Gemütslage integrieren sollte, so eine umsichtigere, bedächtigere Grundhaltung in das Regierungssystem einbringen. Zum anderen setzten die kleineren Bundesstaaten durch, dass im Senat jeder Staat durch die gleiche Anzahl von Senatoren vertreten wird. Ihre Hoffnung, dadurch direkten Einfluss auf die politische Zentralgewalt zu gewinnen, zerschlug sich jedoch schnell. In der Anfangszeit ernannten die Legislativen der Bundesstaaten die Senatoren: So sollte sichergestellt werden, dass es sich tatsächlich um hervorgehobene Mitglieder der Gesellschaft handelte. Die Bundesstaaten hofften so einen größeren Einfluss auf sie zu haben.In der Geschichte des amerikanischen Kongresses unterschieden ihn vom Repräsentantenhaus zum einen seine andere Zusammensetzung, die kleineren Staaten ein größeres Gewicht gab, als im House, zum anderen die informelleren Regeln und die damit verbundene größere Freiheit für einzelne Senatoren, die ursprünglich daraus resultierte, dass es eine Kammer der Deliberation und nicht des politischen Handelns werden sollte.Nachdem der Senat in den frühen Jahren klar die weniger prestigeträchtige und faktisch weniger mächtige Kammer des Parlaments war, drehte sich diese Reihenfolge seit dem frühen 19. Jahrhundert um. Durch die Auseinandersetzungen mit Präsident Andrew Jackson gewann der Senat eigenes Profil. In den Jahren vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg war er das wichtigste Diskussionsforum zwischen den sklavenhaltenden Südstaaten und den abolitionistischen Nordstaaten. Im Gegensatz zum Repräsentantenhaus waren beide Gruppen im Senat etwa gleich groß, so dass Verhandlungen und Kompromisse notwendig wurden, auf die sich die ganze Nation dann – wenigstens zeitweise – auch tatsächlich einigen konnte. Wichtige Kompromisse der damaligen Zeit, wie der Missouri-Kompromiss oder der Kompromiss von 1850, wurden primär im Senat ausgehandelt....

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Bekannte Persönlichkeiten

1873

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George Vickers, U.S. Senator für Maryland, 1868 (Chestertown (Maryland))

Weitere Verwendungen

1876

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Siegel des Senats der Vereinigten Staaten seit (Fascis)

Bemerkenswertes

Exponierte Ereignisse:
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Der 17. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten zur Direktwahl der Senatoren wird verabschiedet.

Ereignisse

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Rebecca Ann Latimer Felton wird als erste weibliche US-Senatorin vereidigt. Die Vertreterin für den US-Bundesstaat Georgia und mit 87 Jahren das älteste je entsandte Senatsmitglied verliert ihr Amt am nächsten Tag an den überraschend gewählten Walter F. George.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1974

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Vereinigte Staaten: gegen Richard Nixon wegen der Watergate-Affäre. Nixon kam dem Abschluss des Verfahrens durch Rücktritt zuvor, als sich im Repräsentantenhaus die zur Amtsanklage notwendige absolute Mehrheit und im Senat die zur Amtsenthebung erforderliche Zweidrittelmehrheit abzeichneten. Unmittelbar nach seinem Rücktritt wurde verfassungsgemäß der bisherige Vizepräsident Gerald Ford zum Präsidenten vereidigt. (Amtsenthebungsverfahren)
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Vereinigte Staaten von Amerika: Im Senat der Vereinigten Staaten scheitert das Impeachment gegen US-Präsident Andrew Johnson, weil eine Stimme an der erforderlichen Zweidrittelmehrheit fehlt.
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Vereinigte Staaten von Amerika: Das US-Repräsentantenhaus beschließt gegen Präsident Andrew Johnson ein Impeachment einzuleiten. Das erste Amtsenthebungsverfahren in der Geschichte der USA scheitert später am US-Senat.

Kunst & Kultur

1993

Auszug aus den Veranstaltungen:
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George McGovern, Ehemaliger US-Senator “Beyond the Cold War: America and the New Global Challenge” (Carl-Schurz-Haus)

Politik & Weltgeschehen

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Bei Wahlen in den USA verlieren die Demokraten unter Präsident Barack Obama die absolute Mehrheit im Repräsentantenhaus und stecken starke Verluste im Senat ein, wo sie die Mehrheit jedoch halten können. Außerdem scheitert in Kalifornien durch eine Volksabstimmung der Versuch der Legalisierung der Droge Cannabis.
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Bei den Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten gewinnen die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat
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Vereinigte Staaten: Erste Sitzung des im November neugewählten US-Repräsentantenhauses sowie des US-Senates. Für die nächsten 17 Tage war ein Ehepaar erstmals in der Geschichte der USA sowohl in der Exekutive (Präsident Bill Clinton) als auch in der Legislative (Senatorin Hillary Clinton) vertreten.
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Im US-Senat endet das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Bill Clinton nach seiner Lewinsky-Affäre. Für einen Schuldspruch wegen Meineids oder Strafvereitelung kommt keine erforderliche Zweidrittelmehrheit zustande.
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In Washington unterzeichnet US-Präsident Lyndon B. Johnson das Bürgerrechtsgesetz zur Aufhebung der Rassentrennung. Dieses, nach Beendigung der Sklaverei im Jahr 1863, wichtigste Dokument zur Gleichstellung der Schwarzen, wurde von John F. Kennedy vorgeschlagen und von Johnson auf den Weg gebracht und erst nach monatelangem Ringen im Senatratifiziert

Tagesgeschehen

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London/Vereinigtes Königreich: Die britische Grossbank HSBC soll über Jahre Geldwäsche aus Ländern wie Mexiko, Iran und Saudi-Arabien unterstützt haben. Dies wird in Anhörungen durch den US-amerikanischen Senat in der medialen Öffentlichkeit bekannt.
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Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Kurz vor der befürchteten Zahlungsunfähigkeit stimmen Senat und Repräsentantenhaus einem Kompromiss zur Haushaltskrise zu.
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Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Der Senat stimmt dem Reformwerk Barack Obamas zum Finanzmarkt zu.
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Boston/Vereinigte Staaten: Bei den Gouverneurswahlen in Massachusetts wird der Republikaner Scott Brown zum Nachfolger des im Sommer 2009 verstorbenen demokratischenSenatorsTed Kennedy gewählt. Damit verlieren die Demokraten die 60-Stimmen-Mehrheit im Senat.
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Washington D.C./Vereinigte Staaten: Nach dem Repräsentantenhaus stimmt der Senat der Gesundheitsreform, einem zentralen Projekt von Präsident Barack Obama, zu.

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