Sobótka

Sobtka
Wappen von Sobótka
Sobtka
Basisdaten
Staat:Polen
Woiwodschaft:Niederschlesien
Powiat:Breslau
Flche:32,20km
Geographische Lage:5054?N, 1645?OKoordinaten:5053?57?N, 1644?32?O
Hhe:160 m n.p.m.
Einwohner:6949
(30. Jun. 2015)
Postleitzahl:55-050
Telefonvorwahl:(+48) 71
Kfz-Kennzeichen:DWR
Wirtschaft und Verkehr
Strae:Breslau?Wa?brzych
Nchster int. Flughafen:Breslau
Gmina
Gminatyp:Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung:23 Schulzenmter
Flche:135,30 km
Einwohner:12.779
(30. Jun. 2015)
Bevlkerungsdichte:94 Einw./km
Gemeindenummer(GUS):0223073
Verwaltung (Stand: 2007)
Brgermeister:Zenon Gali
Adresse:Rynek 1
55-050 Sobtka
Webprsenz:www.sobotka.pl

Sobótka [sɔˈbutka] (deutsch Zobten am Berge) ist eine Stadt im Powiat Wrocławski der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.



Inhaltsverzeichnis



Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zobten südwestlich von Breslau auf einer Landkarte von 1905
Bild: Bastianow (vector version)

Die Stadt liegt in Niederschlesien, etwa 30 km südwestlich von Breslau und 15 km nordöstlich von Świdnica (Schweidnitz) zu Füßen der Ślęża (Zobtenberg).

Das 718 m ü. NN hohe Zobtenberg-Massiv, eines aus der Schlesischen Tiefebene aufragenden Zeugenbergs der Mittelsudeten, an dessen Nordabhang die Stadt gelegen ist, dominiert die gesamte Umgebung. Das zugehörige Gemeindegebiet umfasst den Gipfel des Massivs, seine Nord- und Ostflanke sowie Teile der Südflanke. Die Stadt liegt am Ufer des Flusslaufs Czarna Woda, der im Südosten des Zobtenberg-Massivs entspringt, bei den Ortsteilen Sulistrowice (Senkenberg) und Sulistrowiczki (Silingtal) aufgestaut wird und in die Schweidnitzer Weistritz (polnisch Bystrzyca) mündet.



Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde am Zobtenberg: Niedźwiedź („Der Bär“) mit der Swastika, dem Symbol des Sonnenkultes, auf dem Rücken
Bild: Bastianow (vector version)
St.-Anna-Kirche
Bild: Bastianow (vector version)
Rathaus
Bild: Bastianow (vector version)
Im Ortsteil Księginice Małe, bis 1945 Klein Kniegnitz, befindet sich das Geburtshaus des Attentäters Heinrich Ludwig Tschech (Foto 2008)
Bild: Bastianow (vector version)

Das Gemeindegebiet von Sobótka ist seit prähistorischer Zeit ununterbrochen besiedelt, was durch zahlreiche archäologische Funde belegt ist, und stellt die wohl bedeutendste Keimzelle der Siedlungsgeschichte Schlesiens dar. In der Bronzezeit befand sich auf der Ślęża eines der am weitesten nach Nordosten vorgeschobenen Heiligtümer der keltischen Boier, in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten siedelten hier germanische Silingen, bevor im 7. Jahrhundert slawische Stämme, von denen die Slensanen der regional bedeutendste waren, die Gegend in Besitz nahmen. Seit dem ausgehenden 10. Jahrhundert war Schlesien Teil des piastischen Polen.

Die erste urkundliche Erwähnung von Sobótka erfolgte 1148 in einer Bulle Papst Eugens III., wo der Marktort als Sabath aufgeführt ist. Der Name leitet sich von den damals wöchentlich hier stattfindenden Samstagsmärkten ab (lat. sabbatum, poln. sobota = Samstag). Sobótka zählt zu den ältesten Marktorten Schlesiens, das Marktprivileg wurde 1193 von dem Breslauer Piastenherzog Bolesław I. dem Langen bestätigt. 1128 gründete Peter Wlast, Paladin von Herzog Bolesław III. Schiefmund und Eigentümer ausgedehnter Ländereien in Niederschlesien, am Ślęża-Massiv ein Augustinerkloster mit Mönchen aus Arrouaise, das jedoch bereits 1134 auf die Sandinsel in Breslau verlegt wurde und fortan als Breslauer Sandstift bekannt war. Sobótka verblieb dennoch im Besitz der Augustiner und Polens Seniorherzog Heinrich I. der Bärtige verlieh dem Ort auf Nachsuchen des Abtes Witosław 1221 das Magdeburger Stadtrecht.

Nach dem Verzicht Polens auf Schlesien unter König Kasimir III. dem Großen fiel Sobótka, nunmehr bekannt als Zobten, 1353 als Mitgift der böhmischen Krone dem Heiligen Römischen Reich zu. König Wenzel IV. bestätigte 1399 das Magdeburger Stadtrecht. 1494 kauften die Augustinerherren die 1428 von den Hussiten nahezu ruinierte Stadt zurück. Zobten erlebt seine Blütezeit unter den Habsburgern, die 1526 die Herrschaft in Böhmen und Schlesien übernahmen, wurde jedoch während des Dreißigjährigen Krieges erneut fast vollständig zerstört. Die Einwohnerzahl sank von über 1.000 auf unter 200. Auch nach dem Beginn der preußischen Herrschaft in Schlesien 1742 verblieb Zobten zunächst in Klosterbesitz. Dieser Abschnitt der Stadtgeschichte endete jedoch 1810 endgültig, als König Friedrich Wilhelm III. per Edikt die geistlichen Territorialbesitztümer in Preußen säkularisierte.

Im Jahr 1813 wurde in Zobten das Lützowsche Freikorps gebildet. Nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon entwickelte sich Zobten im 19. Jahrhundert zu einer Hochburg der Burschenschaften und Freikorps in Schlesien. Zur Erinnerung an das Lützowsche Freikorps wurde in Zobten ein Obelisk errichtet. Im Jahr 1885 wurde die Eisenbahnstrecke nach Breslau eröffnet und 1907 der Bismarckturm eingeweiht.

Im Jahr 1945 gehörte Zobten zum Landkreis Schweidnitz im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Niederschlesien des Deutschen Reichs.

Bei der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee am 7. Mai 1945 wurde Zobten zu über 50 % zerstört. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Zobten mit fast ganz Schlesien von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Zobten erhielt den polnischen Namen Sobótka. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben und durch Polen ersetzt. Nach dem Krieg wurde die Stadt wieder aufgebaut. Von 1975 bis 1998 gehörte die Stadt der Woiwodschaft Breslau an, die 1999 in die neue Woiwodschaft Niederschlesien aufging.

Bevlkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

JahrEinwohnerAnmerkungen
18251.267davon 180 Evangelische
18401.547davon 1.234 Katholiken und 313 Evangelische
18431.620davon 1.346 Katholiken, 271 Evangelische und drei Juden
18752.077
18802.285
18902.393
19052.280davon 1.038 Evangelische und 34 Juden
19333.229
19393.229


Sehenswrdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Górka
Bild: Bastianow (vector version)

Von der Stadt aus führen mehrere markierte Wanderwege auf den Gipfel des Zobtenbergs, zum Teil an prähistorischen Steinfiguren kultischen Ursprungs vorbei. Am Berg gibt auch über zwei Skipisten mit Liften. In den verschiedenen Ortsteilen zählen die folgenden Objekte zu den Sehenswürdigkeiten:

  • Innerhalb der Stadt lohnt das Sanktuarium der Hl. Anna selbdritt (Sanktuarium ?w. Anny Samotrzeciej) einen Besuch, eine gotische Kirche aus dem frhen 16. Jahrhundert mit Turmhelm und den frhmittelalterlichen Steinfiguren Lwy roma?skie (Romanische Lwen) und Grzyb (Pilz) zu beiden Seiten des Eingangs. Der Ring (Rynek) und der Plac Wolno?ci sind von teils sehenswerten Brgerhusern des 19. Jahrhunderts umsumt. In der ul. ?w. Jakuba 18 befindet sich das Lokalmuseum Muzeum ?l??a?skie im. Stanis?awa Dunajewskiego mit umfangreichem Lapidarium. Es wurde 1962 in dem ehemaligen Augustinerspital, einem sehenswerten Renaissancebau von 1568, eingerichtet und widmet sich schwerpunktmig den archologischen Funden der Umgebung sowie der keltischen Mythologie und der slawischen Mythologie. Unbedingt sehenswert ist das Lapidarium mit den dort ausgestellten Steinfiguren und sonstigen Fundstcken. Die 1995 ins Leben gerufene Kunstgalerie des Museums veranstaltet regelmige Ausstellungen mit Werken polnischer und auslndischer Knstler wie Wies?aw Ochman, Jerzy Duda-Gracz oder Stasys Eidrigevicius.
  • In Grka (Gorkau), einem westlich der Stadt gelegenen Vorort, befindet sich das ehemalige Kloster der Augustinermnche aus dem 12. Jahrhundert, welches nach der Skularisation von 1810 in den Privatbesitz der Familie von Lttwitz gelangte und 1885 bis 1886 im Stil der Neorenaissance zu einem Schloss umgebaut wurde ? daher der Name Zamek w Grce (?Schloss Grka?). Im Park sind wiederum zwei der Romanischen Lwen aus dem Frhmittelalter zu sehen, der Gesamtkomplex dient heute als Hotel.
  • In Stary Zamek (Altenburg) kann die Pfarrkirche St. Stanislaus (Ko?ci? ?w. Stanis?awa) besichtigt werden, ein bedeutendes Baudenkmal aus altpolnischer Zeit. Die romanische Kirche wurde whrend der zweiten Hlfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Die spter hinzugefgte Vorhalle dient als Schutz fr das wertvolle romanische Eingangsportal mit doppelseitigem Tympanon, auf welchem vorderseitig Maria mit dem Jesuskind und der Hl. Stanislaus von Krakau sowie rckseitig die Verklrung des Hl. Stanislaus nach seinem Mrtyrertod dargestellt sind. Es handelt sich hierbei um die lteste bildliche Darstellung des 1253 kanonisierten polnischen Nationalheiligen in ganz Polen. Der barocke Hochaltar von 1714 zeigt ebenfalls den Hl. Stanislaus von Krakau, whrend auf der Barockkanzel Standbilder der vier Evangelisten zu sehen sind.


Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Sobótka umfasst neben dem namengebenden Hauptort die folgenden Ortsteile (deutscher Ortsname):

  • B?dkowice (Bankwitz, 1937?1945 Burghbel)
  • Garncarsko (Marxdorf)
  • Ksi?ginice Ma?e (Klein Kniegnitz)
  • Kryszta?owice
  • Kunw (Kuhnau)
  • Micha?owice (Michelsdorf)
  • Miros?awice (Rosenthal-Mrschelwitz, 1937?1945 Rosenborn)
  • Nas?awice (Naselwitz, 1937?1945 Steinberge)
  • Okulice (Ocklitz, 1937?1945 Eichwall)
  • Olbrachtowice (Albrechtsdorf)
  • Przezdrowice (Prschiedrowitz, 1937?1945 Silinghain)
  • R?kw (Rankau)
  • Rogw Sobcki (Rogau-Rosenau)
  • Siedlakowice (Schiedlagwitz, 1937?1945 Siedlingen)
  • Stary Zamek (Altenburg)
  • Strachw (Strachau, 1937?1945 Silingau)
  • Strzegomiany (Striegelmhle)
  • Sulistrowice (Gro Silsterwitz, 1937?1945 Senkenberg)
  • Sulistrowiczki (Klein Silsterwitz, 1937?1945 Silingtal)
  • ?wi?tniki (Gro Schwundnig)
  • Wojnarowice (Wernersdorf)
  • ?erzuszyce (Grunau)


Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund ihrer Lage im Südwesten des Großraums Breslau und dank ihrer landschaftlichen Gegebenheiten ist die Stadt Zentrum eines bei den Großstädtern beliebten Naherholungsgebiets. Die Stadt kann über die Straße Breslau–Wałbrzych erreicht werden, auf der Bahnstrecke von und nach Breslau und Świdnica wurde 2000 der Personenverkehr eingestellt.



Stdtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Persnlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Drfer, Flecken, Stdte und andere Orte der Knigl. Preu. Provinz Schlesien. Breslau 1830, S. 1044?1046 (E-Kopie).
  • Hermann Adler: Aelteste Geschichte der am Fusse des Zobtenberges liegenden Drfer des Augustiner-Chorherren-Stiftes auf dem Sande zu Breslau. Breslau 1873 (E-Kopie).


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Funoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ? abPopulation. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. G?wny Urz?d Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28.Mai 2016.
  2. ? abcMeyers Groes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 20, Leipzig/Wien 1909, S. 972.
  3. ?Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Drfer, Flecken, Stdte und andere Orte der Knigl. Preu. Provinz Schlesien. Breslau 1830, S. 1045.
  4. ? abJohann G. Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Drfer, Flecken, Stdte und andern Orte der Knigl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage, Breslau 1845, S. 953-954.
  5. ? abcdehttp://www.verwaltungsgeschichte.de/schweidnitz.html#ew33breszobten

Zobten südwestlich von Breslau auf einer Landkarte von 1905Bild: Bastianow (vector version)Lizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike V2.5
Bild: Bastianow (vector version)

Archäologische Funde am Zobtenberg: Niedźwiedź („Der Bär“) mit der Swastika, dem Symbol des Sonnenkultes, auf dem RückenBild: Bastianow (vector version)Lizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike V2.5
Bild: Bastianow (vector version)

St.-Anna-KircheBild: Bastianow (vector version)Lizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike V2.5
Bild: Bastianow (vector version)

Im Ortsteil Księginice Małe, bis 1945 Klein Kniegnitz, befindet sich das Geburtshaus des Attentäters Heinrich Ludwig Tschech (Foto 2008)Bild: Bastianow (vector version)Lizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike V2.5
Bild: Bastianow (vector version)

Schloss GórkaBild: Bastianow (vector version)Lizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike V2.5
Bild: Bastianow (vector version)

Sobótka [sɔˈbutka] (deutsch Zobten am Berge) ist eine Stadt im Powiat Wrocławski der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.

mehr zu "Sobótka" in der Wikipedia: Sobótka

Geboren & Gestorben

thumbnail
Geboren: Zdzisław Wrona wird in Sobótka, Woiwodschaft Niederschlesien, Polen geboren. Zdzisław Wrona ist ein ehemaliger polnischer Radrennfahrer.
thumbnail
Geboren: Dieter Grahn wird in Zobten geboren. Dieter Grahn ist ein ehemaliger DDR-Ruderer und -trainer und von 2000 bis März 2009 Trainer der deutschen Männer-Nationalmannschaft.
thumbnail
Geboren: Christian Dästner wird in Zobten am Berge geboren. Christian Dästner war ein deutscher Jurist und Verwaltungsbeamter.
thumbnail
Gestorben: Paul Baumm stirbt in Zobten. Paul Baumm war ein deutscher Arzt.
thumbnail
Geboren: Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler wird auf Gut Schwentnig bei Zobten, Deutsches Reich geboren. Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler war ein deutscher Ornithologe und Schriftsteller.

Kunst & Kultur

2001

Einzelausstellung:
thumbnail
braun. Kölnischer Kunstverein, Köln (Thomas Rentmeister)

Städtepartnerschaften

2004

thumbnail
Gauchy, Frankreich – seit dem 26.? Juni

2004

thumbnail
Sobotka, Tschechien – seit dem 21.? Mai

2000

thumbnail
Berga/Elster, Deutschland – seit dem 9.? Dezember

"Sobótka" in den Nachrichten