Sorbische Sprache

Karte der sorbischen Dialekte

Die sorbische Sprache (kurz Sorbisch, veraltet Wendisch, Lausitzserbisch, in beiden Standardvarietätenserbšćina) ist die Gesamtheit der sorbischen Dialekte. Sie gehört zur Gruppe der westslawischen Sprachen und wird vor allem in der Lausitz gesprochen. Es werden zwei Schriftsprachen unterschieden,

  • Obersorbisch (hornjoserbšćina, hornjoserbska rěč [rɨtʃ]) in der Oberlausitz und
  • Niedersorbisch (dolnoserbšćina, dolnoserbska rěc [riəts]) in der Niederlausitz.


  • Geschichte




    Die Geschichte der sorbischen Sprache auf dem Gebiet des heutigen Deutschland beginnt mit der Völkerwanderung etwa seit dem 6. Jahrhundert.Schon als die heutige Lausitz ins Blickfeld mittelalterlicher Chronisten geriet, war sie von zwei verschiedenen slawischen Völkern bewohnt, von den Milceni im Süden und den Lusici im Norden. Auch nach der Unterwerfung durch Teilstaaten des Heiligen Römischen Reiches standen Ober- und Niederlausitz bis auf weniger als hundert Jahre immer unter verschiedener Hoheit.Seit dem 12. Jahrhundert, mit dem massenhaften Zuzug von bäuerlichen Siedlern aus Flandern, Sachsen, Thüringen und Franken und der vorangegangenen Verwüstung des Landes durch Kriege, begann der allmähliche Rückgang der sorbischen Sprache. Zudem wurde das Sorbische dem Deutschen rechtlich nachgeordnet, unter anderem im Sachsenspiegel. Später kamen Sprachverbote hinzu: 1293 wurde das Sorbische in Bernburg (Saale) vor Gericht verboten, 1327 in Altenburg, Zwickau und Leipzig, 1424 in Meißen. Weiterhin gab es in vielen Zünften der Städte des Gebietes die Vorschrift, nur deutschsprachige Mitglieder aufzunehmen.Das älteste schriftlich überlieferte Sprachdenkmal des Obersorbischen ist der „Burger Eydt Wendisch“, ein Bürgereid der Stadt Bautzen aus dem Jahr 1532. Eine sorbische Literatur entstand erst im Zusammenhang mit der Reformation, die zu ihrer Ausbreitung auf die sorbische Volkssprache angewiesen blieb. In einer in der Pfarrbibliothek von Jauernick verwahrten Handschrift aus dem Jahre 1510 wurde die bislang älteste Niedersorbische Notiz entdeckt. Es handelt sich um eine Randbemerkung zu einem lateinischsprachigen Werk Ovids. Experten des Handschriftenzentrums der Universität Leipzig stellten den sensationellen Fund am 13. Mai 2011 im Archiv des Bistums Görlitz vor. Die Randnotiz, die somit als ältester sorbischer Sprachbeleg gelten dürfte, lautet: „Ach moyo luba lubka / biß weßola thy sy / my luba“ (übersetzt: „Ach meine liebe Liebste, sei fröhlich, du bist mir lieb“)....

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    Geboren & Gestorben

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    Gestorben: Jan Brankatschk stirbt in Leipzig, sorb. Jan Brankačk. Jan Brankatschk, war ein deutscher Historiker sorbischer Nationalität.
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    Gestorben: Carl Noack stirbt in Benthe, Landkreis Hannover. Carl Noack, sorbisch Karlo Nowak war ein deutsch-sorbischer Maler.
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    Geboren: Stanislaw Tillich wird in Neudörfel bei Kamenz geboren. Stanislaw Rudi Tillich ist ein deutscher Politiker (CDU) sorbischer Nationalität. Seit Mai 2008 ist er Landesvorsitzender der sächsischen CDU und Ministerpräsident des Freistaates Sachsen. Er ist derzeit dienstältester Ministerpräsident in Deutschland sowie seit dem 1. November 2015 Präsident des Bundesrates.
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    Geboren: Ulrich Pogoda wird in Wittichenau, sorbisch Kulow geboren. Ulrich Pogoda ist ein sorbischer Komponist und Musikredakteur.
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    Geboren: Jurij Koch wird in Horka geboren. Jurij Koch ist ein sorbischer Schriftsteller, der seine Werke auf Deutsch und den Sorbischen Sprachen (also Obersorbisch und Niedersorbisch) verfasst.

    Kunst & Kultur

    1728

    Kultur:
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    Die erste vollständige Übersetzung der Bibel in die sorbische Sprache erscheint.

    Sonstige Ereignisse

    1994

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    Erklärung einer anderen Sprache zur ersten Amtssprache, um der Minderheitengruppe ihre kulturelle Identität zu nehmen; z.? B. im Dritten Reich gegen das Sorbische; gegen das Lettische und Estnische in Lettland und Estland von 1945 bis 1990 durch die Sowjetregierung, gegen das Weißrussische im Zarenreich und in der Sowjetunion bis 1990 und wieder seit (Linguizid)

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