Spätantike

Spätantike ist eine moderne Bezeichnung für das Zeitalter des Übergangs von der Antike zum Frühmittelalter im Mittelmeerraum. Der Begriff Spätantike hat sich seit Max Weber in der Forschung durchgesetzt; der Kulturhistoriker Jacob Burckhardt hatte aber bereits 1853 die Wendung spätantike Zeit gebraucht, die am Ende des 19. Jahrhunderts vom österreichischen Kunsthistoriker Alois Riegl übernommen wurde.

Wenngleich die genaue zeitliche Abgrenzung der Spätantike in der Forschung umstritten ist, gilt als Beginn dieser Übergangsepoche meist der Regierungsantritt des römischen Kaisers Diokletian 284 n. Chr. Das Ende ist Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion. Als grober Rahmen kann gelten, dass die Spätantike im Westen des römischen Reiches mindestens bis zur Absetzung des letzten Kaisers in Italien im Jahre 476 dauert, eher aber bis zum Einfall der Langobarden in Italien 568. Im Osten des Reiches reicht die Epoche entweder bis zum Tod des oströmischen Kaisers Justinian 565 n. Chr. oder bis zur arabischen Expansion im 7. Jahrhundert.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: John Morris (Historiker) stirbt. John Robert Morris war ein englischer Historiker. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit der Spätantike und dem Frühmittelalter, vor allem mit der Geschichte Großbritanniens in dieser Zeit.
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Gestorben: Franz Cumont stirbt in Brüssel. Franz-Valéry-Marie Cumont war ein belgischer Klassischer Archäologe und Religionshistoriker, Philologe und Epigraphiker, der diese oft isolierten Spezialdisziplinen für die Erforschung der synkretistischen Mysterienreligionen der Spätantike, vor allem des Mithraskultes, vereinte.
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Gestorben: Rudolf Kautzsch stirbt in Berlin. Rudolf Kautzsch war ein deutscher Kunsthistoriker und gehörte „zu den führenden Historikern der deutschen Architektur des Mittelalters in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“. Schwerpunkt seiner Arbeit waren die Buchkunst des Mittelalters, Veröffentlichungen zu den Kaiserdomen am Rhein und mit seinem Werk Kapitellstudien (1936) ein Beitrag zur Kunstgeschichte der Spätantike.
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Geboren: Horst Wolfgang Böhme wird in Stettin geboren. Horst Wolfgang Böhme ist ein deutscher Archäologe mit Schwerpunkten in Spätantike/Frühmittelalter und der Burgenforschung.
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Geboren: Günter Ulbert wird in Augsburg geboren. Günter Ulbert ist ein deutscher Provinzialrömischer Archäologe. Ulbert leistete bedeutende Beiträge zur römischen Provinz Raetia, zu römischen Militärlagern und zur Spätantike der Region.

Religion

553 n. Chr.

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Zweites Konzil von Konstantinopel (5. Ökumenisches Konzil): Die letzte allgemeine Kirchenversammlung der Spätantike verwirft einige Schriften des Origenes sowie die Lehren dreier des Nestorianismus bezichtigter Theologen des 5. Jhs. (siehe: Dreikapitelstreit). Papst Vigilius, der zwar in Konstantinopel anwesend ist, sich beim Konzil aber von Legaten vertreten lässt, stimmt den Beschlüssen zu, was ihm heftige Kritik innerhalb des lateinischen Klerus einbringt und sogar ein Schisma unter den Bischöfen Italiens auslöst, das bis zum Ende des 7. Jahrhunderts andauert. Letztlich erkennt aber auch die westliche Kirche die Beschlüsse an.

Politik & Weltgeschehen

565 n. Chr.

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Das Jahr 565 gilt zumindest in der deutschsprachigen Forschung als das gängigste Enddatum der Spätantike und damit als Ende der Antike.

253 n. Chr.

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Historische Beispiele für Kriegsherren: In der Spätantike können mehrere Machthaber (wenngleich teils eingeschränkt) im Imperium Romanum als bloße Warlords aufgefasst werden, so die Gegenkaiser Silbannacus (zwischen 244 und 249) und Mussius Aemilianus. Um 300 gelang eine zwischenzeitliche Stabilisierung, doch im 5. Jahrhundert kam es in Westrom aufgrund der erneuten Schwäche der kaiserlichen Zentralgewalt erneut zur Etablierung von Warlords, darunter Römer wie Marcellinus (gest. 468) und Syagrius (~464 bis ~486), aber auch Nichtrömer wie Geiserich und Chlodwig. (Kriegsherr)

Natur & Umwelt

563 n. Chr.

Katastrophen:
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Ein Felssturz im Bereich des Deltas der Rhone löst im Genfersee einen Tsunami aus. Die Riesenwelle verwüstet auf ihrem 70 Kilometer langen Weg durch den See die Uferzonen und erreicht schließlich die am anderen Ende des Sees gelegene spätantike Stadt Genf, die zu großen Teilen zerstört wird.

Europa

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Der oströmische Kaiser Maurikios wird nach sehr erfolgreichen Feldzügen gegen die Slawen ermordet und Phokas besteigt den Thron. Bei dem Umsturz durch den Feldherrn Phokas spielen die Zirkusparteien eine maßgebliche Rolle. Der Sassanide Chosrau II. beginnt kurz darauf eine Invasion des oströmischen Territoriums. Dadurch kann sich das Reich der Awaren erholen und bis zur Vernichtung durch Karl den Großen fast zwei Jahrhunderte später weiter bestehen. Mit dem Tod des Maurikios lässt teils die anglo-amerikanische Forschung die Epoche der Spätantike enden.

Zeitleiste

800 n. Chr.

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Karl der Große wird zum Kaiser gekrönt.

751 n. Chr.

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Absetzung des letzten Merowingers Childerich III. im Frankenreich. Im selben Jahr erobern die Langobarden das Exarchat von Ravenna.

750 n. Chr.

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Die Abbasiden stürzen im Kalifat die Umayyaden.

711 n. Chr.

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Untergang des Westgotenreichs in Spanien, Ende der Herakleischen Dynastie in Byzanz

698 n. Chr.

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Karthago fällt an die Araber

Rundfunk, Film & Fernsehen

2004

Film:
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King Arthur ist ein Abenteuerfilm mit Elementen des Historienfilms aus dem Jahr 2004 von Regisseur Antoine Fuqua. Der Spielfilm ist eine Neuinterpretation der Geschichten um die Ritter der Tafelrunde mit ihrem Anführer König Artus. Statt im Mittelalter ist die Handlung in der römischen Spätantike angesiedelt.

Stab:
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: David Franzoni
Produktion: Jerry Bruckheimer
Musik: Hans Zimmer
Kamera: Slawomir Idziak
Schnitt: Conrad Buff, Jamie Pearson

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2006

Preisträger:
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Francesca dell'Acqua (Salerno), „für hervorragende Verdienste um die italienische Kunstgeschichte, insbesondere die Erforschung der farbigen Glasfenster von der Spätantike bis zum hohen Mittelalter.“ (Hanno-und-Ilse-Hahn-Preis)

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