Sparta

Sparta, im Süden der Peloponnes gelegen, war in der Antike der Hauptort der Landschaft Lakonien und des Staates der Lakedaimonier. Sein Name wird im Deutschen meist im erweiterten Sinn für diesen Staat gebraucht, der über Jahrhunderte die stärkste Militärmacht des alten Griechenland war. Obgleich als Polis bezeichnet, unterschied sich Sparta in vieler Hinsicht von anderen griechischen Stadtstaaten, allen voran Athen.

Spartas Macht beruhte auf einer einzigartigen Staats- und Gesellschaftsordnung, die stärker als in den meisten antiken Gemeinwesen militärisch geprägt war. Sie wurde seit Aristoteles oft als Mischform aus Demokratie, Oligarchie und Monarchie bezeichnet, obwohl die oligarchisch-aristokratischen Elemente dominierten.Politische Teilhabe war in Sparta nur einer kleinen Minderheit von Vollbürgern vorbehalten, den Spartiaten. Diese wurden wirtschaftlich von den unterdrückten Heloten versorgt, die den bei weitem größten Teil der Bevölkerung stellten. Eine dritte Gruppe waren die persönlich freien, aber politisch rechtlosen Periöken. Stark vereinfachend werden diese Strukturen häufig als Gegenentwurf zur Attischen Demokratie dargestellt, die einem weitaus größeren Teil der Bevölkerung politische Gleichberechtigung als Bürger garantierte. Charakteristisch für Sparta war zudem das Doppelkönigtum. Laut Aristoteles handelte es sich dabei allerdings eher um ein erbliches Feldherrenamt, dessen Inhaber kaum monarchische Vollmachten besaßen.

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Geboren & Gestorben

1952

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Geboren: Michael Whitby wird geboren. L. Michael Whitby ist ein britischer Althistoriker, der sich auf die Spätantike spezialisiert hat. Sein Spezialgebiet ist die späte Römische Kaiserzeit, das frühbyzantinische Reich und die Geschichtswissenschaft. Er hat aber auch Publikationen zu Sparta und zur antiken Militärgeschichte vorgelegt. Derzeit ist er Vizekanzler der University of Birmingham.

219 v. Chr.

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Gestorben: Kleomenes III. stirbt. Kleomenes III. war zwischen 235 und 222 v. Chr. König von Sparta. Kleomenes war der Sohn von Leonidas II. und der berühmten Spartanerin Kratesikleia.

254 v. Chr.

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Gestorben: Areus II. stirbt. Areus II., der Sohn von Akrotatos und der Chilonis, war von 262 bis 254 v. Chr. König von Sparta aus dem Hause der Agiaden.

254 v. Chr.

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Geboren: Kleomenes III. wird geboren. Kleomenes III. war zwischen 235 und 222 v. Chr. König von Sparta. Kleomenes war der Sohn von Leonidas II. und der berühmten Spartanerin Kratesikleia.

262 v. Chr.

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Geboren: Areus II. wird geboren. Areus II., der Sohn von Akrotatos und der Chilonis, war von 262 bis 254 v. Chr. König von Sparta aus dem Hause der Agiaden.

Sport

628 v. Chr.

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Eutelidas aus Sparta wird Olympiasieger im Ringen der Jungen und im Pentathlon (möglicherweise auch im Pankration) der Jungen, der in diesem Jahr zum ersten und einzigen Mal ausgetragen wird.

Ereignisse

376 v. Chr.

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Zwischen dem neu gegründeten Zweiten Attischen Seebund und Sparta kommt es zur Schlacht von Naxos. Die von Chabrias geführte attische Flotte erringt dabei den Sieg. Naxos tritt dem Seebund bei.

443 v. Chr.

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Der Politiker und Feldherr Thukydides wird durch ein Scherbengericht aus Athen verbannt. Perikles hat nun keinen ernstzunehmenden politischen Gegner mehr in der Stadt. Thukydides begibt sich zu König Archidamos II. nach Sparta.

451 v. Chr.

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Kimon kehrt nach Athen zurück und handelt einen Waffenstillstand mit Sparta aus.

455 v. Chr.

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Die Athener zerstören im Ersten Peloponnesischen Krieg den spartanischen Hafen Gythio.

469 v. Chr.

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Archidamos II. wird einer der beiden Könige von Sparta.

Politik & Weltgeschehen

317 v. Chr.

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Reich Alexander des Großen: Oktober: Während Kassander sich auf dem Peloponnes aufhält -Sparta errichtet zur Verteidigung erstmals Stadtmauern –, greifen Olympias und Polyperchon mit der Hilfe des Königs Aiakides von Epirus von dessen Königreich aus Makedonien an; das makedonische Heer läuft zu ihnen über.

331 v. Chr.

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Alexanderzug & -reich: Sommer: Sie Spartaner unter Agis III. besiegen den makedonischen Feldherrn Korrhagos und belagern anschließend Megalopolis.

332 v. Chr.

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Alexanderzug & -reich: Während des thrakischen Aufstands beginnt auch Sparta, der einzige griechische Staat, der sich nicht dem Korinthischen Bund angeschlossen hatte, eine Erhebung gegen die Makedonier. Dem spartanischen König Agis III. gelingt es, Kreta zu besetzen und Elis, sowie die meisten Städte Arkadiens und Achaias als Bündnispartner zu gewinnen.

369 v. Chr.

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Nachdem Messenien im Südwesten des Peloponnes nicht mehr unter der Kontrolle Spartas steht, lädt der thebanische Feldherr Epaminondas die vor den Spartanern geflüchteten Messenier ein, in ihre Heimat zurückzukehren und diese neu zu besiedeln. Er gründet die Stadt Messene als ihr Zentrum.

374 v. Chr.

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Antispartanische Kräfte in Athen unterstützen einen demokratischen Umsturz auf der mit Sparta verbündeten Insel Kerkyra. Diese Unterstützung gefährdet den erst im Vorjahr geschlossenen Allgemeinen Frieden in Griechenland.

Europa

207 v. Chr.

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Griechenland: Nabis wird König von Sparta. Er führt die sozialen Reformen des früheren Königs Kleomenes III. fort und versucht Sparta außenpolitisch als unabhängige Macht zu halten.

218 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: In Sparta versucht Cheilon vergeblich einen Umsturz und geht daraufhin ins Exil.

219 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Nach einem zweijährigen demokratischen Intermezzo führt Sparta wieder das alte zweiköpfige Königtum ein; Könige von Sparta werden Agesipolis III. und Lykurgos. Sparta verbündet sich mit dem Aitolischen Bund und erklärt den Achaiern den Krieg.

222 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Juli: Schlacht von Sellasia: Die Spartaner unter Kleomenes III. unterliegen im Kleomenischen Krieg endgültig der gegnerischen griechisch-makedonischen Koalition unter Antigonos III. Doson. Kleomenes flieht nach Ägypten, wo er bald darauf stirbt; die siegreichen Truppen besetzen Sparta. Das dortige Königtum wird zunächst abgeschafft.

223 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Sparta unter Kleomenes III. gerät im Kleomenischen Krieg in die Defensive, nachdem Argos sich der gegnerischen Koalition unter Antigonos III. Doson von Makedonien anschließt. Die Spartaner sehen sich daraufhin gezwungen, ihre Heloten in die Freiheit zu entlassen, woraufhin ihnen die Einnahme von Megalopoli gelingt; Kleomenes bietet den nach Messenien geflohenen Bewohnern die Rückkehr an, wenn diese sich von den Achaiern lossagen. Als diese sich weigern, lässt Kleomenes Megalopolis dem Erdboden gleichmachen. Unterdessen werden in Arkadien Tegea, Orchomenos und Mantineia von den Gegnern Spartas erobert, die mantineische Bevölkerung versklavt und die Stadt als Antigoneia neu errichtet.

Antike

396 n. Chr.

Römisches Reich:
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Plünderung von Korinth, Argos und Sparta durch die Westgoten unter Alarich I. Stilicho stellt sich ihnen in der nördlichen Peloponnes bei Pholoe entgegen, doch können sich die Westgoten mit der Beute nach Epirus absetzen.

195 v. Chr.

Römisches Reich:
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Titus Quinctius Flamininus führt mit Unterstützung des exilierten ehemaligen Königs Agesipolis III. einen Feldzug gegen Sparta unter Nabis. Sparta muss Argos abtreten.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1831

Leben:
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Ausgaben von Isaios und Plutarchs Agis und Cleomenes (1839, wesentlich für das attische Erbrecht und die Geschichte der spartanischen Verfassung) (Georg Friedrich Schömann)

1800

Werk:
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Un Spartiate donnant des armes ?? son fils - Spartaner bewaffnet seinen Sohn und nimmt ihn den Schwur ab, sein Vaterland zu verteidigen (Louis-André-Gabriel Bouchet)

Nachwirken und Rezeption

1991

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eröffnete in seiner zeitweiligen Heimatgemeinde Dießen am Ammersee das Carl-Orff-Museum. (Carl Orff)

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