Speerwurf

Speerwurf ist eine Disziplin der Leichtathletik, bei der ein Speer nach einem Anlauf möglichst weit zu werfen ist. Dafür stehen im Wettkampf sechs Versuche zur Verfügung.

Die besten Speerwerfer erreichen bei den Männern fast 100 Meter (Weltrekord: 98,48 m), bei den Frauen ca. 70 Meter (Weltrekord: 72,28 m). In den 1980er Jahren waren andere Speere üblich als in der Gegenwart, mit denen sich weitaus höhere Weiten erzielen ließen (Weltrekorde: 104,80 m bei den Männern, 80,00 m bei den Frauen). Aus Sicherheitsgründen wurden jedoch 1986 (bei den Männern) und 1999 (bei den Frauen) die Normen für die Beschaffenheit der Speere verändert (Verlagerung des Schwerpunktes), sodass diese weniger weit flogen.



Geschichte




Der Speer ist die älteste Jagdwaffe der Menschheit. Wann zum ersten Mal eine bearbeitete Steinspitze an einem zur Jagd benutzten Stock befestigt wurde, verliert sich ebenso im Dunkel der Urgeschichte wie die erste Gelegenheit, bei der dieses Werkzeug auch zum sportlichen Kräftemessen verwendet wurde. Die ältesten vollständig erhaltenden Funde sind die Schöninger Speere aus dem Paläolithikum, deren Alter auf 270.000 bis 400.000 Jahre geschätzt wird.Nach der griechischen Mythologie war bereits Herakles ein ausgezeichneter Speerwerfer. Der verzauberte, von Zwergen geschmiedete Speer des nordischen Gottes Odin heißt Gungnir. Bei den Olympischen Spielen der Antike 708 v. Chr. soll es erstmals als Disziplin des Fünfkampfs auf dem Olympischen Programm gestanden haben. Der Speer wurde allerdings in den Teildisziplinen Weit- und Zielwurf mit Hilfe einer Schleuder, der sogenannten Ankyle, geworfen. Das war eine Schnur, die mehrmals um den Speer gewunden und am Ende zu einer Schlinge gebunden wurde, in die der Werfer zwei Finger einführte. Beim Wurf wickelte sie sich ab und gab dem Speer einen Drall und somit eine ruhigere Luftfahrt. Tatsächlich haben moderne Versuche ergeben, dass ungeübte Speerwerfer mit dieser Technik größere Weiten erzielen können als ohne Wurfschlinge.Im 18. Jahrhundert erfreute es sich in Skandinavien wieder großer Beliebtheit. Besonders für die Finnen wurde der Speer und damit der Speerwurf zum nationalen Symbol der Unabhängigkeit.In seiner bis heute nahezu unveränderten Form (dem Weitwurf) kehrte der Speerwurf 1906 in Athen (Männer) bzw. 1932 in Los Angeles (Frauen) ins Olympische Programm zurück.In Deutschland wurde der Speerwurf erst bekannt, nachdem es der Erfinder der modernen Speerwurftechnik, Eric Lemming im Mai 1906 beim Schwedenmeeting des SC Komet vorführte. Den ersten deutschen Rekord stellte im gleichen Jahr der Berliner Ernst Mallwitz mit 37,70 m auf (Weltbestleistung zu dieser Zeit: Eric Lemming aus Schweden, 53,90 m).Dominierten bei den Herren lange Zeit skandinavische Werfer die Wettkämpfe, war das Bild bei den Damen weniger homogen. Seit den 1970er und 1980er Jahren schoben sich immer öfter Athleten aus dem Ostblock an die Weltspitze. Wie in allen Olympischen Sportarten waren dabei Sportler aus der DDR überproportional vertreten....

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Bedeutende Athleten und Weitenentwicklung > Frauen

1999

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verordnete der Internationale Leichtathletikverband auch den Frauen einen veränderten Speer und rückte damit Felkes Rekord in nahezu unerreichbare Ferne. Die Doppelweltmeisterin Osleidys Menéndez (Kuba) bestimmte seit ihrem Weltrekord von 71,54? m im Jahr 2001 bis 2005 die Szene, als sie diesen bei den Weltmeisterschaften auf 71,70? m verbessern konnte. Nach ihren Europarekorden 2005 und 2007 schien die Deutsche Christina Obergföll die nächste dominante Werferin werden zu können, wurde allerdings schon bei den Weltmeisterschaften 2007 von der Tschechin Barbora ?? potáková geschlagen, die 2008 nicht nur den Olympiasieg schaffte, sondern sich zunächst den Europarekord mit 71,42? m und schließlich auch den Weltrekord mit 72,28? m holte.

1928

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warf Guschi Hargus 38,39? m und begründete eine lange Tradition erfolgreicher deutscher Werferinnen, Ihr folgten u.? a. Ellen Braumüller, die 1930 als erste über 40 Meter schaffte (40,27? m) und Annelie Steinheuer (47,24? m).

Tagesgeschehen

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Berlin/Deutschland: Zum Abschluss ihrer Karriere gewinnt Steffi Nerius bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften die Goldmedaille im Speerwurf.
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Bei der Behindertensport-EM in Assen holte der unterschenkelamputierte Schweizer Leichtathlet Urs Kolly aus Tafers die Goldmedaille im Weitsprung und Silber im Speerwerfen.

Sport

2011

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Persönliche Bestleistungen: Speerwurf: 49,82 Meter (Ruky Abdulai)
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Bei der Wahl der Sportler des Jahres 2009 gewannen der Schwimmer Paul Biedermann, SpeerwerferinSteffi Nerius und die Deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen als Mannschaft des Jahres den Titel.

2009

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Persönliche Bestleistungen: Speerwurf - 83,10 m, Berlin (Yukifumi Murakami)
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Am Freitag, dem 13. unterläuft dem finnischen SpeerwerferTero Pitkämäki beim Leichtathletik-Meeting in Rom ein Fehler: Bei seinem dritten Versuch fliegt sein Speer viel zu weit nach links und trifft den französischen Weitspringer Salim Sdiri. Der Speer bohrt sich in seinen Rücken, als Sdiri zu einem Versuch anläuft. Sdiri zieht sich eine über 10 Zentimeter tiefe Wunde, sowie einen Nierenriss und ein Loch in der Lunge zu.

2005

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Persönliche Bestleistungen: Speerwurf: 56,36 Meter – Landesrekord (Margaret Simpson)

"Speerwurf" in den Nachrichten