Spiritualen

Spiritualen (von lat. spiritualis = geistlich) ist ein Oberbegriff für verschiedene Gruppierungen im mittelalterlichen Franziskanerorden. Diese standen durch ihre strenge Beachtung der ursprünglichen franziskanischen Ordensregel im Verlauf des 13. Jahrhunderts bis hinein in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts in Opposition zur Mehrheit im Franziskanerorden. Die Auseinandersetzung zwischen beiden Parteien wird als Armutsstreit bezeichnet und wurde von beiden Seiten teilweise sehr erbittert geführt.

Im Jahr 1317 wurde die spirituale Lehre durch Papst Johannes XXII. generell zur Häresie erklärt. Die Spiritualen integrierten sich daraufhin als Reformpartei in den Orden oder bildeten eigene Abspaltungen (Bsp. Fratizellen) außerhalb des Ordens, die als Häretiker den Verfolgungen durch die Inquisition ausgesetzt waren.

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Geboren & Gestorben

1288

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Geboren: Philipp von Mallorca, Infant und Freund der Spiritualen (+ 1340/43) (s. Weblinks)
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Gestorben: Bonaventura stirbt in Lyon. Bonaventura, eigentlich Giovanni (di) Fidanza, war einer der bedeutendsten Philosophen und Theologen der Scholastik, Generalminister der Franziskaner und Kardinal von Albano. Er leitete den Franziskanerorden 17 Jahre lang bis zu seinem Tod und gilt wegen seines Organisationstalents als dessen zweiter Stifter. Er vermittelte zwischen den Fratres de communitate, die in der Frage nach der gebotenen Armut der Kirche einen gemäßigten Standpunkt einnahmen, und den radikaleren Spiritualen oder Fratizellen im sogenannten Armutsstreit. Im Auftrag des Generalkapitels schrieb Bonaventura 1263 eine umfangreiche Biographie Franz von Assisis. 1273 ernannte ihn Gregor X. zum Kardinalbischof von Albano und übertrug ihm die Vorbereitung des Zweiten Konzils von Lyon, das die Unionsverhandlungen mit der griechisch-orthodoxen Kirche zum Abschluss bringen sollte. Er wurde am 14. April 1482 durch Sixtus IV. heiliggesprochen und 1588 durch Sixtus V. als Doctor seraphicus zum Kirchenlehrer erklärt. Bonaventura war einer der wirkungsgeschichtlich einflussreichsten Theologen der Scholastik. Leo XIII. bezeichnete ihn als „Fürst unter allen Mystikern“. Er stand in der augustinischen Tradition und wurde von der Mystik Hugos von St. Viktor und Pseudo-Dionysius Areopagitas beeinflusst.

1221

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Geboren: Bonaventura wird in Bagnoregio bei Viterbo geboren. Bonaventura, eigentlich Giovanni (di) Fidanza, war einer der bedeutendsten Philosophen und Theologen der Scholastik, Generalminister der Franziskaner und Kardinal von Albano. Er leitete den Franziskanerorden 17 Jahre lang bis zu seinem Tod und gilt wegen seines Organisationstalents als dessen zweiter Stifter. Er vermittelte zwischen den Fratres de communitate, die in der Frage nach der gebotenen Armut der Kirche einen gemäßigten Standpunkt einnahmen, und den radikaleren Spiritualen oder Fratizellen im sogenannten Armutsstreit. Im Auftrag des Generalkapitels schrieb Bonaventura 1263 eine umfangreiche Biographie Franz von Assisis. 1273 ernannte ihn Gregor X. zum Kardinalbischof von Albano und übertrug ihm die Vorbereitung des Zweiten Konzils von Lyon, das die Unionsverhandlungen mit der griechisch-orthodoxen Kirche zum Abschluss bringen sollte. Er wurde am 14. April 1482 durch Sixtus IV. heiliggesprochen und 1588 durch Sixtus V. als Doctor seraphicus zum Kirchenlehrer erklärt. Bonaventura war einer der wirkungsgeschichtlich einflussreichsten Theologen der Scholastik. Leo XIII. bezeichnete ihn als „Fürst unter allen Mystikern“. Er stand in der augustinischen Tradition und wurde von der Mystik Hugos von St. Viktor und Pseudo-Dionysius Areopagitas beeinflusst.

Kunst & Kultur

1279

Religion & Kultur:
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Papst Nikolaus III. stellt sich auf die Seite der gemäßigten Franziskaner, während die strengen Observanten (vgl. Spiritualen) in einen Gegensatz zum Papsttum kommen und später von der Inquisition als Ketzer angesehen werden. (Kulturfahrplan)

Ereignisse > Religion

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Mit der Päpstlichen Bulle Quia nonnunquam hebt Papst Johannes XXII. das von seinem Vorgänger Nikolaus III. angeordnete Diskussionsverbot auf und eröffnet damit einen neuen Streit über das Armutsideal der Franziskaner. Außerdem wendet er sich gegen die „Häresie der Spiritualen“. (26. März)

Politik & Weltgeschehen

1368

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Beginn der Ausbreitung der Observantenbewegung bei den Franziskanern (s. Spiritualen)

Religion

1322

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Der Franziskaner Ubertino da Casale verteidigt die Spiritualen in der Schrift Tractatus de altissima paupertate.

1295

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Der FranziskanerspiritualeAngelus Clarenus (s. 1289) flieht vor Papst Bonifatius VIII. nach Griechenland.

1281

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In der Sache ‚Kirche‘ gegen Petrus Johannes Olivi (s. Spiritualen) werden dessen Schriften durchforstet mit dem Ergebnis zu inkriminierender Artikel, die dann u. a. von Aegidius Romanus in einem Gutachten festgestellt und von Papst Johannes XXII. schließlich am 8. Februar 1326 „wegen einer These verurteilt“ werden (30 Jahre nach dessen Tod).

1260

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Auf dem Generalkapitel der Franziskaner in Narbonne kann eine Spaltung des Ordens vermieden werden, da durch Anpassung der Ordensregeln auch extremere Armutsformen zugelassen werden. Trotzdem wird der Armutsstreit auch in den folgenden 70 Jahren den Orden entzweien (siehe Spiritualen).

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