Sterbehilfe

Das Wort Sterbehilfe bezeichnet Begriffe mit der Bedeutung von Hilfe im oder zum Sterben.

Je nach Zusammenhang kann damit Hilfe gemeint sein, die man als Sterbebegleitung bezeichnen kann.Das Beenden einer lebenserhaltenden Therapie, wenn keine Aussicht auf Heilung einer tödlichen Krankheit mehr besteht, kann ebenso darunter verstanden werden wie der assistierte Suizid oder eine Tötung auf Verlangen.Als Sterbehilfe werden vielfach nicht nur Handlungen bezeichnet, die an unheilbar Kranken im Endstadium wie beispielsweise Krebspatienten vorgenommen werden, sondern auch solche an Schwerbehinderten, Menschen im Wachkoma, Patienten mit Alzheimer-Krankheit oder Locked-in-Syndrom, bei denen der Tod möglicherweise noch lange nicht eintritt und bei denen das Einverständnis des Betroffenen nicht eingeholt werden kann. Sterbehilfe ist schließlich auch bei einem völlig gesunden Menschen denkbar, der durch eine enttäuschte Liebe oder andere für ihn subjektiv gravierende Lebensumstände suizidal ist.Die ethische und rechtliche Bewertung ist in den aufgezählten Situationen unterschiedlich, weswegen auch andere Bezeichnungen zur Differenzierung benutzt werden.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Tony Nicklinson stirbt. Tony Nicklinson war ein an dem Locked-in-Syndrom erkrankter Brite. Die Erkrankung des Bauingenieurs war Folge eines 2005 erlittenen Schlaganfalls. Der High Court in London entschied 2012, dass Nicklinson kein Anrecht auf ärztliche Sterbehilfe habe. Das Urteil und die damit einhergehende Debatte erregten internationale Aufmerksamkeit. Nicklinson verstarb sechs Tage nach dem Urteil in seinem Zuhause in der Grafschaft Wiltshire an den Folgen einer Lungenentzündung und seiner Nahrungsverweigerung.
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Gestorben: Peter Baumann (Psychiater) stirbt. Peter Baumann war ein Schweizer Psychiater und Sterbehelfer.
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Gestorben: Piergiorgio Welby stirbt in Rom. Piergiorgio Welby war Kopräsident der italienischen Vereinigung Associazione Luca Coscioni. Er wurde bekannt, als er 2006 eine öffentliche Diskussion um Sterbehilfe anstieß. In Italien ist sowohl die aktive als auch die passive Sterbehilfe strafrechtlich verboten.
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Gestorben: Vincent Humbert stirbt in Berck im Département Pas-de-Calais. Vincent Humbert war ein Unfallopfer, dessen Fall in Frankreich erneut eine Debatte über das Thema Sterbehilfe entfacht hat.
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Gestorben: Ramón Sampedro stirbt in Boiro. Ramón Sampedro war ein spanischer Seemann, der im August 1968 von einer Klippe aus ins Meer sprang und durch die Verletzungen infolge des Aufpralls im seichten Wasser vom Hals abwärts gelähmt war (siehe auch: Tetraplegie). Bekannt wurde Sampedro durch seinen jahrelangen Kampf um das Recht auf aktive Sterbehilfe, in welchem er allerdings 1993 eine juristische Niederlage hinnehmen musste.

Gesellschaft & Soziales

1895

Gesellschaft:
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Der österreichische Psychologe Adolf Jost veröffentlicht die Streitschrift Das Recht auf den Tod und löst damit eine Diskussion um die Euthanasie im deutschsprachigen Raum aus.

Bekannte Fälle von Sterbehilfe

1998

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Ramón Sampedro: Der Spanier war 30 Jahre lang mit einem hohen Querschnitt vom Hals abwärts gelähmt. Seine Geschichte wurde in dem Film Das Meer in mir verfilmt. Dem Spanier wurde auf seinen Wunsch hin von einer Freundin ein Glas Wasser mit Zyankali so in die Nähe seines Mundes gestellt, dass er selbst mit einem Strohhalm daraus trinken konnte und daraufhin starb. Mehrere seiner Freunde zeigten sich selbst der Beihilfe an, woraufhin das Verfahren eingestellt wurde.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2011

Werke > Filme:
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Terry Pratchett: Choosing to Die , BBC-Dokumentarfilm über aktive Sterbehilfe

Tagesgeschehen

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Karlsruhe/Deutschland: In einem Grundsatzurteil zur Sterbehilfe entscheidet der Bundesgerichtshof, dass der Abbruch einer lebenserhaltenden Behandlung auf der Grundlage einer Patientenverfügung oder dem mutmaßlichen Willen nicht strafbar ist.
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Luxemburg: Das Parlament erlaubt landesweit in Luxemburg die aktive Sterbehilfe.
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Rom/Italien: Im italienischen Parlament entbrennt eine öffentliche Debatte über die Legalisierung der Sterbehilfe. Am Wochenende hatte Staatspräsident Giorgio Napolitano die Regierung dazu aufgefordert sich mit dem Thema zu beschäftigen, nachdem ihn ein 60-jähriger, der seit Jahrzehnten an Muskeldystrophie leidet, um die „Gnade der Sterbehilfe“ bat
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Den Haag/Niederlande: Das niederländische Justizministerium bereitet nach einem Bericht des „NRC Handelsblad“ vom Dienstag ein Gesetz zur Sterbehilfe bei Babys vor, die an einer unheilbaren oder „unerträglichen“ Krankheit leiden. Damit folge Justizminister Piet Hein Donner Empfehlungen von Experten, die das so genannte „Protokoll von Groningen“ nach einer Konferenz in der nord-niederländischen Stadt verabschiedet hatten. Bei einem entsprechenden Krankheitsbild soll auch eine Abtreibung nach der 24. Woche noch legal sein.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2012

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Film: Komm, schöner Tod ist ein deutscher Fernsehfilm nach dem Roman Die Erlöser AG von Björn Kern unter der Regie von Friedemann Fromm. Der Film wurde vom ZDF als Dokufiktion über den demografischen Wandel und das Thema Sterbehilfe angekündigt und sollte denselben Titel wie der Roman tragen. Er war für die Hauptsendezeit vorgesehen, wurde dann am 5. April 2012 aber erst um 22: 15 Uhr ausgestrahlt.

Stab:
Regie: Friedemann Fromm
Drehbuch: Friedemann Fromm
Produktion: Regina Ziegler
Musik: Stefan Mertin
Kamera: Sonja Rom
Schnitt: Inge Bohrmann

Besetzung: Herbert Knaup, Anna Loos, Leslie Malton, Dietrich Hollinderbäumer, Simon Eckert, Peter Franke, Katharina Matz
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Film: Premiere des deutschen Films Die Sünderin (Regie: Willi Forst). Wegen angeblicher Glorifizierung von Prostitution, Sterbehilfe und Suizid kommt es zu massiven Protesten kirchlicher Kreise, die dem Film weiteren Publikumszuspruch bescheren.

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