Sternwarte Dorpat

Die Sternwarte in Tartu (Dorpat)

Koordinaten:58° 22′ 44″ N, 26° 43′ 12″ O

Die Sternwarte Dorpat ist eine historische astronomische Forschungseinrichtung in Tartu (deutsch Dorpat, russ. Дерпт) im heutigen Estland.



Geschichte




1811 wurde an der deutschsprachigen Kaiserlichen Universität von Dorpat eine Sternwarte in Betrieb genommen. Ihre Gründung geht auf den Mathematikprofessor Wilhelm Andreas Pfaff (1774–1835) zurück, der allerdings 1809 nach Nürnberg wechselte. Erster Sternwartedirektor wurde Johann Sigismund Huth (1763–1818).Nach Huths Tod im Jahre 1818 wurde Friedrich Georg Wilhelm Struve zum Professor für Astronomie an der Universität Dorpat ernannt, der hier studiert und promoviert hatte. 1820 übernahm er das Amt des Sternwartedirektors. Unter seiner Leitung wurde Dorpat bald zu einer der führenden astronomischen Einrichtungen.1824 wurde ein sehr leistungsfähiger Refraktor aus der Werkstatt von Josef Fraunhofer in Betrieb genommen, der mit 24,4 cm Öffnung und einer Brennweite von 4,33 m das größte farbreine Fernrohr dieser Zeit war. In den folgenden Jahren führte Struve umfangreiche Untersuchungen an Doppelsternen durch, die er in zwei Bänden veröffentlichte. Auch an Spezialaufgaben der russischen Landesvermessung wirkte er verantwortlich mit, u. a. plante er den nach ihm benannten, fast 3.000 km langen Struve-Bogen. 1839 wechselte Wilhelm Struve an die neu errichtete Sternwarte Pulkowo bei St. Petersburg.1840 übernahm Johann Heinrich von Mädler die Leitung. Er führte Struves Arbeiten fort, nahm exakte Positionsbestimmungen von Sternen (Astrometrie) vor und fertigte detaillierte Zeichnungen des Mondes an, die Mädler bleibenden Ruhm verschafften. 1865 trat er aus gesundheitlichen Gründen zurück. Seine Nachfolger waren Thomas Clausen (von 1865 bis 1872) und Peter Carl Ludwig Schwarz (1872–1894).Von 1873 bis 1876 arbeitete der Mathematiker und Geodät Heinrich Bruns in Dorpat, in den Jahren 1880 bis 1894 Ludwig von Struve (ein Enkel von Friedrich Georg Wilhelm Struve).Im Laufe der Zeit verlor Dorpat an Bedeutung, da andere Observatorien über größere Instrumente verfügten. Spätere Leiter der Sternwarte waren Grigori Lewitsky (1894–1908), Konstantin Pokrovsky (1908–1918) und Taavet Rootsmäe (1919–1948)....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Wilhelm Andreas Pfaff stirbt in Erlangen. Johann Wilhelm Andreas Pfaff war ein deutscher Mathematiker, Physiker und Astronom. Zunächst Professor in Estland und Gründer der Sternwarte Dorpat, ging er später an die Universitäten Würzburg und Erlangen. Das Mitglied dreier Akademien kann als einer der letzten Universalgelehrten gelten, stark kritisiert wurden aber seine Arbeiten zur Astrologie.
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Geboren: Wilhelm Andreas Pfaff wird in Stuttgart geboren. Johann Wilhelm Andreas Pfaff war ein deutscher Mathematiker, Physiker und Astronom. Zunächst Professor in Estland und Gründer der Sternwarte Dorpat, ging er später an die Universitäten Würzburg und Erlangen. Das Mitglied dreier Akademien kann als einer der letzten Universalgelehrten gelten, stark kritisiert wurden aber seine Arbeiten zur Astrologie.

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1948

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Tartu (Estland): Sternwarte Dorpat, 1811 bis

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