Szentendre

Szentendre
Wappen von Szentendre
Basisdaten
Staat:Ungarn
Region:Mittelungarn
Komitat:Pest
Kleingebietbis 31.12.2012:Szentendre
Koordinaten:4740?N, 195?OKoordinaten:4739?55?N, 194?39?O
Hhe:110m
Flche:43,83km
Einwohner:25.963 (1. Jan. 2011)
Bevlkerungsdichte:592 Einwohner je km
Telefonvorwahl:(+36) 26
Postleitzahl:2000, 2001
KSH kdja:15440
Struktur und Verwaltung (Stand: 2015)
Gemeindeart:Stadt
Brgermeister:Mikls Zoltn Verseghi-Nagy (Fidesz-KDNP)
Postanschrift:Vroshz tr 1?3
2000 Szentendre
Website:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)
Serbisch-orthodoxe Verklärungskirche (Preobrazsenszka)
Bild: Mediatus
Blick über Sankt-Andrä mit Serbisch-orthodoxer Mariä-Verkündigungs-Kirche
Bild: Mediatus

Szentendre [ˈsɛntɛndrɛ] (deutsch: Sankt Andrä) ist eine ungarische Stadt im Komitat Pest. Aufgrund seiner Nähe zu Budapest, des reizvollen barocken Stadtbildes und der Lage an der Donau gehört es zu den beliebtesten Touristenzielen Ungarns.



Inhaltsverzeichnis



Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szentendre liegt 20 km nordwestlich von Budapest am rechten (westlichen) Ufer eines Seitenarms der Donau, der Szentendrei Duna.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szentendre liegt am östlichen Abhang des ungarischen Mittelgebirges, das die Pannonische Tiefebene in zwei Teile teilt. Die gegenüberliegende Szentendre-Insel (Szentendrei Sziget; deutsch Sankt-Andrä-Insel) und das östlich des Donau-Hauptarms gelegene Land gehören bereits zur Großen Ungarischen Tiefebene.



Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um Szentendre war schon in der Steinzeit bewohnt. Ausgrabungen im Stadtgebiet belegen 20.000 Jahre alte Siedlungen. Später siedelten dort Illyrer, nach ihnen die Eravisker, ein keltischer Volksstamm. Unter Kaiser Augustus eroberten die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. die Region. Im Stadtgebiet des heutigen Szentendre gründeten sie mit Ulcisia Castra (Wolfslager) ein Kastell, um das sich rasch ein Lagerdorf (Vicus) mit Gräberfeld entwickelte. Im 4. Jahrhundert wurde die von Hilfstruppen (Auxilia) belegte römische Garnison in Castra Constantia umbenannt und sollte in valentinianischer Zeit mit dem Kastell Göd-Bócsaújtelep eine auf dem anderen Ufer der Donau gelegene Gegenfestung erhalten, die jedoch nie fertiggestellt wurde. Am heutigen ethnographischen Freilichtmuseum entstand zu Beginn des 3. Jahrhunderts in mehreren Bauphasen ein 5200 Quadratmetern großes römisches Landgut, Villa Rustica), eines der größten in Pannonien, das bis um 380–390 n. Chr. bestand und anschließend verlassen wurde. Die baulichen Reste der Anlage können besichtigt werden (Villa Rustica Szentendre-Skanzen).

Im 5. Jahrhundert wurde mit der Völkerwanderung das aus Lagern und Wachtürmen bestehende Grenzschutzsystem in der Umgebung der Siedlung zerstört. Unter den Langobarden und besonders den ihnen nachfolgenden Awaren war die Siedlung ein bedeutender Ort.

Zur Zeit der ungarischen Landnahme wurde Szentendre 895 im Rahmen der Landnahme vom ungarischen Kurszán besetzt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt 1009. Auf einem Hügel befand sich die Kirche des heiligen Andreas, die dem Ort ihren Namen gab: aus lateinisch Sankt Andrae wurde ungarisch Szentendre, deutsch St. Andreas, serbisch Сентандреја (Sentandreja), slowakisch Senondrej und kroatisch Sentandrija. Um den Kirchhügel gruppierten sich die Häuser der Stadt. Im 14. Jahrhundert wurde die kleine Stadt, die auf Grund ihrer verkehrsgünstigen Lage zwischen den Zentren Buda und Visegrád an Größe und Bedeutung gewonnen hatte, befestigt.

1541 eroberten die Türken die nahe gelegene Festung Buda; das Land geriet unter osmanische Herrschaft. Während der Türkenkriege und der türkischen Herrschaft im 16. und 17. Jahrhundert ging die Einwohnerzahl stark zurück. Als 1690 die Stadt Belgrad von den Türken zurückerobert wurde, mussten die dort lebenden Serben fliehen. Rund 6.000 von ihnen siedelten sich, von Kaiser Leopold I mit Privilegien ausgestattet, in Szentendre an. In der Folgezeit füllte sich die Stadt mit anderen Emigranten, unter anderem aus Dalmatien, Griechenland und Bosnien. Mit dem Frieden von Karlowitz zerschlug sich 1699 die Hoffnung dieser Neusiedler auf Rückkehr in ihre Heimatländer. Im 18. Jahrhundert entstanden die festen Kirchen und festen Häuser der verschiedenen Volks- und Religionsgemeinschaften, denen die Stadt ihre bis heute bestehende barocke Prägung verdankt.

Im 19. Jahrhundert kehrte ein großer Teil der serbischen Bevölkerung in ihr Heimatland zurück, ihr Bevölkerungsanteil sank von 45 % auf unter 20 %. Ihren Platz nahmen Ungarn, Donauschwaben, die meist aus dem Frankenland stammten, und Slowaken ein. Einige ihrer serbisch-orthodoxen Kirchen wurden in katholische und reformierte Kirchen umgewandelt. Während der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert behielt Szentendre seinen Charakter als beschauliche Kleinstadt. 1888 wurde Szentendre mit einer Vorortbahn an Budapest angeschlossen.

1926 wurde Szentendre zur Wirkungsstätte einer Künstlerkolonie. Deren Mitglieder arbeiten seitdem dort und bieten ihre Werke in den örtlichen Galerien und Ausstellungen dem Publikum an. In den 1990er Jahren öffnete sich die Stadt dem Tourismus. In den letzten Jahren bestimmt dieser Faktor mit einem internationalen Publikum und den üblichen Begleiterscheinungen wie Hotels, Gaststätten, Cafés und kleinen Läden das Stadtbild.



Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von sieben Kirchen Szentendres sind noch heute vier im Besitz der serbisch-orthodoxen Kirche, nämlich die Kirchen Pozsarevacska, die Mariä-Verkündigungs-Kirche, die Preobrazsenszka und die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, auch Saborna und Belgrad-Kathedrale genannt.

Die Kirche St. Peter und Paul hat die römisch-katholische Kirche übernommen, die reformierte Kirche übernahm die Opovacska-Kirche und die Kirche zur Herabkunft des heiligen Geistes (Zbeška Crkva) die griechisch-katholische Kirche.



Stdtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szentendre unterhält seit 1989 eine Partnerschaft mit Wertheim (Baden-Württemberg, Deutschland).



Kultur und Sehenswrdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 wurde ein altes Herrenhaus in der Kossuth-Lajos-Straße zum neuen Károly-Ferenczy-Museum umgebaut.
Bild: Mediatus
  • Das ab 1967 errichtete ethnographische Freilichtmuseum Szabadtri Nprajzi Mzeum (Ethnographisches Freilichtmuseum), 1km nordwestlich von Szentendre, veranschaulicht die buerliche Architektur und Wohnkultur Ungarns. Ausgestellt sind 80 Huser, drei Kirchen, 200 Wirtschaftsgebude, mehrere Brcken und eine Vielzahl von traditionellen Gebrauchs- und Kunstgegenstnden.
  • Die Margit-Kovcs-Sammlung, in einem barocken Haus von 1750, zeigt Werke der Keramikknstlerin Margit Kovcs (1902?1977), die zu der Knstlerkolonie von Szentendre gehrte.
  • Das Kmetty-Museum.
  • Die Szentendre-Galerie zeigt Ausstellungen zeitgenssischer Kunst.
  • Das Lajos-Vajda-Museum zeigt Werke von Lajos Vajda (1908?1941), der die Hoffnungslosigkeit der ungarischen Zwischenkriegszeit in Bilder fasste
  • Czbel-Museum. Bla Czbel (1883?1976) war ein expressionistischer und fauvistischer Knstler.
  • Das 1951 am F?-Platz in einem historischen Barockgebude entstandene Kroly-Ferenczy-Museum zeigt in seiner Auenstelle, dem rmischen Freilichtlapidarium am Dunakanyar-Ring, viele Steindenkmler aus dem antiken Ulcisia Castra bzw. Castra Constantia. Am 1. Oktober 2010 wurde der bisherige Museumsbau am F?-Platz als Entschdigung der lokalen serbisch-orthodoxen Kirche zurckgegeben. Die Sammlungen selbst zogen in ein wesentlich greres restauriertes Herrenhaus in die Kossuth-Lajos-Strae 2012 um. Zu sehen sind dort ungarisches Kunsthandwerk sowie Werke des impressionistischen Malers Kroly Ferenczy und dessen Kinder, des Bildhauers Bni Ferenczy und der Gobelinknstlerin Nomi Ferenczy. Einer der bekanntesten Shne der Stadt, der Archologe Sndor Soproni, war von 1951 bis 1961 Museumsdirektor.
  • Das Konditoreimuseum beschftigt sich unter anderem mit der weltberhmten ungarischen Dobostorte.
  • Das mos Imre?Anna Margit-Museum zeigt Werke dieser beiden Knstler

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulinarische Spezialitten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nationales Weinmuseum
  • Szab-Marzipanmuseum in der Ortsmitte, bietet Marzipan in allen erdenklichen Formen dar

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straße Nr. 11 verbindet Szentendre nach Norden mit dem 20 km entfernt liegenden Vác und mit Esztergom. In südlicher Richtung erreicht man über die gleiche Richtung das nahe Budapest. Über die häufig verkehrende Vorortbahn (HÉV) erreicht man Budapest ebenfalls sehr rasch. Morgens und abends herrscht ein starker Pendlerverkehr von und nach Budapest.

Zur gegenüberliegenden Szentendre-Insel verkehrt etwas nördlich vom Ortskern eine kleine Autofähre.



Shne und Tchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3806204888. S.78.
  2. ?dm Szab, Endre Tth: Blcske. Rmische Inschriften und Funde ? In memoriam Sndor Soproni (1926-1995). Ungarisches Nationalmuseum, Budapest 2003, (Libelli archaeologici Ser. Nov. No. II), ISBN 963-9046-83-9, S.40.
  3. ?Zsolt Mrv: Castellum contra Tautantum. Zur Identifizierung einer sptrmischen Festung. In: dm Szab, Endre Tth: Blcske. Rmische Inschriften und Funde ? In memoriam Sndor Soproni (1926-1995). Ungarisches Nationalmuseum, Budapest 2003, (Libelli archaeologici Ser. Nov. No. II), ISBN 963-9046-83-9. S.331.
  4. ?Judit Topl: Der Import der sogenannten Moselweinkeramik in Pannonien. In: Rei Cretariae Romanae Fautorum Acta 27/28. Rei Cretariae Romanae Fautores. 1990. S.177.
  5. ?Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3806204888. S.79.

Serbisch-orthodoxe Verklärungskirche (Preobrazsenszka)Bild: MediatusLizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike V3.0
Bild: Mediatus

Blick über Sankt-Andrä mit Serbisch-orthodoxer Mariä-Verkündigungs-KircheBild: MediatusLizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike V3.0
Bild: Mediatus

2012 wurde ein altes Herrenhaus in der Kossuth-Lajos-Straße zum neuen Károly-Ferenczy-Museum umgebaut.Bild: MediatusLizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike V3.0
Bild: Mediatus

Szentendre [ˈsɛntɛndrɛ] (deutsch: Sankt Andrä) ist eine ungarische Stadt im Komitat Pest. Aufgrund seiner Nähe zu Budapest, des reizvollen barocken Stadtbildes und der Lage an der Donau gehört es zu den beliebtesten Touristenzielen Ungarns.

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Städtepartnerschaft

1997

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Szentendre, Ungarn, seit (Salon-de-Provence)

Geboren & Gestorben

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Gestorben: Jenö Raffai stirbt in Szentendre. Jen? Raffai war ein ungarischer Psychologe, Psychoanalytiker und Fachautor, der in Budapest lebte und arbeitete.
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Gestorben: Erika Ligeti stirbt in Szentendre. Erika Ligeti war eine ungarische Bildhauerin und Medailleurin.
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Gestorben: Jenő Barcsay stirbt in Szentendre. Jenő Barcsay war ein ungarischer Maler, Grafiker, Zeichner und Fachschriftsteller.
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Gestorben: Eugen Remsey stirbt in Szentendre. Eugen Remsey war ein ungarischer Maler und Schriftsteller.
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Geboren: Kati Wolf wird in Szentendre, Ungarn geboren. Kati Wolf ist eine ungarische Sängerin und Model. Sie vertrat ihr Heimatland beim Eurovision Song Contest 2011 mit dem Titel What About My Dreams (ungarisch Szerelem, miért múlsz?) in Düsseldorf.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1684

Leben und Person > Schlachten, Gefechte und Belagerungen:
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Schlacht bei Hanzsabek (bei Szentendre, nördlich von Budapest) (Ludwig Wilhelm (Baden-Baden))

Politik & Weltgeschehen

1989

Politik > Städtepartnerschaften:
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Szentendre (Ungarn), seit (Wertheim)

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