Todesstrafe

Die Todesstrafe ist die Tötung eines Menschen als Rechtsfolge für einen in einem Gesetz definierten bestimmten Tatbestand, dessen er für schuldig befunden wurde. Ihr geht in der Regel ein Todesurteil nach einem Gerichtsverfahren voraus, das mit der Hinrichtung des Verurteilten vollstreckt wird.

Seit Jahrtausenden werden Personen hingerichtet, deren Taten nach kodifizierten Strafbestimmungen als besonders schwere Verbrechen gelten. Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Rechtmäßigkeit dieser Vorgehensweise in Europa in Frage gestellt und einige Staaten schafften die Todesstrafe ab, der erste Staat war das Großherzogtum Toskana im Jahre 1786 unter Leopold II.; sein Bruder Kaiser Joseph II. schaffte im darauffolgenden Jahr die Todesstrafe in den österreichischen Erblanden ab. Ihre allgemeine Abschaffung wurde 1795 in Frankreich gefordert. Seit 1945 wurde sie von immer mehr Staaten abgeschafft: darunter Deutschland mit Art. 102 des Grundgesetzes, Liechtenstein mit Art. 27ter der Liechtensteinischen Verfassung, Österreich mit Art. 85 des Bundes-Verfassungsgesetzes und die Schweiz mit Art. 10 Abs. 1 der Bundesverfassung.

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Deutsches Reich

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In Danzig plädiert der Deutsche Juristentag gegen die Abschaffung der Todesstrafe.

Ereignisse > Politik und Weltgeschehen

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Am wegen Landesverrats verurteilten Journalisten Max Blokzijl wird als erstem Niederländer nach dem Zweiten Weltkrieg die Todesstrafe vollstreckt. Er hat nationalsozialistische Propaganda über den Rundfunk in der deutschen Besatzungszeit verbreitet. (16. März)
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Im deutschen Reichsgesetzblatt wird die Lex van der Lubbe veröffentlicht. Das Gesetz ist anlässlich des Reichstagsbrandes am 29. März beschlossen worden, um den mutmaßlichen Brandstifter Marinus van der Lubbe rückwirkend zum Tode verurteilen zu können und widerspricht damit dem Rechtsstaatsprinzip. (31. März)
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Nach dem Reichstagsbrand beschließt der deutsche Reichstag die Lex van der Lubbe, ein rückwirkendes Gesetz, um den mutmaßlichen Brandstifter Marinus van der Lubbe zum Tode verurteilen zu können. (29. März)

1813

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Die Schlacht bei Bautzen, die im Zuge der Befreiungskriege zwischen der Koalition und den Franzosen am Vortag begonnen hat, endet mit dem Sieg der napoleonischen Truppen über Russen und Preußen unter Gebhard Leberecht von Blücher und Ludwig Adolf Peter zu Sayn-Wittgenstein. (21. Mai)

1793

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Jean-Sylvain Bailly, früher erster Bürgermeister von Paris und zeitweiliger Präsident der Nationalversammlung, wird auf der Guillotine hingerichtet. Der Astronom ist am Vortag als „Königsfreund und gewalttätiger Unterdrücker der Volksfreiheit“ zum Tod verurteilt worden. (12. November)
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In Portsmouth wird der britische Admiral John Byng nach einem Todesurteil von einem Peloton an Bord der HMS Monarch erschossen. Die Entscheidung des Kriegsgerichts, er habe die geltenden Fighting Instructions nicht eingehalten, ist umstritten. (14. März)
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Nach über sechs Jahren Fehde gegen das Kurfürstentum Sachsen wegen eines gerichtlichen Fehlurteils wird der ehemalige Kaufmann Hans Kohlhase in Berlin zum Tode verurteilt und am gleichen Tag durch Rädern hingerichtet. (22. März)

Politik & Weltgeschehen

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Bei einem Bombenanschlag auf den Samjhauta-Express in Indien werden 67 Menschen getötet. Am gleichen Tag wird das Verbot der Todesstrafe in die französische Verfassung aufgenommen. Die im Kongress versammelten Abgeordneten von Nationalversammlung und Senat beschließen die Änderung mit 828 zu 26 Stimmen.
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Das Todesurteil gegen Saddam Hussein wird in Bagdad vollstreckt.
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Albanien. Das Verfassungsgericht erklärt die Todesstrafe für verfassungswidrig
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Die Todesstrafe in Aserbaidschan wird abgeschafft.
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In Frankreich wird die Todesstrafe abgeschafft.
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Das Urteil im Prozess gegen die Viererbande in Peking wird verkündet: Todesstrafe für die Witwe Mao Zedongs, Jiang Qing; sie erhält Aufschub.
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Der südkoreanische Oppositionsführer Kim Dae Jung wird von der Regierung zu lebenslanger Haft begnadigt, nachdem der Oberste Gerichtshof das gegen ihn gefällte Todesurteil bestätigt hatte.
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Der ehemalige Kaiser Bokassa I. wird in Bangui (Zentralafrikanische Republik) in Abwesenheit wegen Kindermorden, Folter und Kannibalismus zum Tod verurteilt.
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Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA durch den Supreme Court
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Erstmals wird im Bundesstaat Mississippi ein Weißer wegen Vergewaltigung einer Schwarzen verurteilt; die gesetzlich vorgeschriebene Todesstrafe wird in lebenslänglich umgewandelt

1946

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16. März: Am wegen Landesverrats verurteilten Journalisten Max Blokzijl wird als erstem Niederländer nach dem Zweiten Weltkrieg die Todesstrafe vollstreckt. Er hat nationalsozialistische Propaganda über den Rundfunk in der deutschen Besatzungszeit verbreitet.
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In Carson City wird erstmals ein zum Tode Verurteilter in einer Gaskammer hingerichtet.
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Das Großherzogtum Toskana schafft als erster Staat die Todesstrafe ab.

1197

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Peter II. von Aragón erwirkt die Todesstrafe durch Verbrennen für Ketzer.

"Todesstrafe" in den Nachrichten