Tonalität (Musik)

Tonalität ist in der Musik ein System hierarchischer Tonhöhenbeziehungen, die auf einen Grundton (als „Zentrum“ einer Tonleiter) beziehungsweise eine Tonika (Zentrum einer Tonart) bezogen sind.



Geschichte




Aristoxenos’ Musiktheorie ist ein frühes Musterbeispiel für angewandte Mathematik aus der klassischen Antike kurz vor Euklid und beschäftigt sich mit Tonsystemen als erstes exakt. Er baute die Musiktheorie strikt auf der Wahrnehmung mit dem Gehör auf und gilt daher als der führende Harmoniker. Er lehnte die akustische Musiktheorie der Pythagoras-Schule ab, die Intervalle über Zahlenverhältnisse definierte, als Abirren auf ein fremdes Gebiet und kritisierte ihre unüberprüfbaren Hypothesen (Archytas) und ihre mit Ungenauigkeiten behafteten Flöten- und Saitenexperimente. Euklid, der in seiner Musikschrift Teilung des Kanons eine pythagoreisch-modifizierte Fassung des diatonischen aristoxeneischen Tonsystems bot, bewies gleichzeitig aber eine Reihe von Sätzen gegen die Harmonik des Aristoxenos.Alle späteren antiken Musiktheoretiker im Bereich der Harmonik übernahmen von Aristoxenos die musikalische Terminologie. Aristoxeneer (z. B. Psellos) heißen diejenigen Musiktheoretiker, die sich an der Lehre des Aristoxenos orientierten und sich von der pythagoreischen Richtung fernhielten. Sie entfernten jedoch fälschlicherweise alle Mathematik aus seiner Lehre, das heißt alle Axiome und Beweise und viele Definitionen, ferner auch die ganze experimentelle wahrnehmungsbezogene Fundierung. Das führte zu einer Reihe von Missverständnissen.Vertreter einer aristoxeneisch-pythagoreischen Kompromisslinie waren auch Eratosthenes und vor allem Ptolemaios.Ptolemaios wirkte weiter über Boethius, der den Disput zwischen der Pythagoras- und Aristoxenos-Schule im lateinischen Sprachraum tradierte und wesentlichen Einfluss auf die mittelalterliche und heutige Tonsystemtheorie hatte. In der mittelalterlichen Musik bekamen die aristoxenische Formen der Oktave, die auch als Oktavgattungen bezeichnet werden, eine praktische Bedeutung für die Kirchentonarten....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Miklós Rózsa stirbt in Los Angeles. Miklós Rózsa war ein ungarisch-amerikanischer Komponist. Er gilt als einer der bedeutendsten Filmkomponisten und schrieb unter anderem die Musik zum Monumentalfilm-Klassiker Ben Hur. Daneben umfasst sein Werkverzeichnis auch Orchester- und Kammermusik für den Konzertsaal. Rózsa komponierte in einem überwiegend an der Tonalität orientierten, gemäßigt modernen Stil.
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Geboren: James Horner wird in Los Angeles, Kalifornien geboren. James Roy Horner ist ein US-amerikanischer Filmkomponist und als solcher zweifacher Oscar-Preisträger. Bekannt ist er vor allem für die Musik zu den Filmen Braveheart, Titanic und Avatar – Aufbruch nach Pandora. Horner komponiert in einem überwiegend der Tonalität verpflichteten Stil, wenngleich auch gelegentlich Elemente aus der Moderne und der Weltmusik Einzug finden.
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Geboren: Lee Hoiby wird in Madison, Wisconsin geboren. Lee Henry Hoiby war ein US-amerikanischer Komponist und Konzertpianist. Sein Schwerpunkt waren Opern und Lieder. Er war ein Schüler des Komponisten Gian Carlo Menotti. Anders als viele Zeitgenossen blieb Lee Hoiby dem tonalen Komponieren während seiner Schaffenszeit treu. Sein bekanntestes Werk ist seine Umsetzung von Tennessee Williams's Summer and Smoke (Sommer und Rauch), welches seine Premiere an der Oper in St. Paul in Minnesota im Jahre 1971 hatte.
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Geboren: Bernhard Krol wird in Berlin geboren. Bernhard Krol ist ein deutscher Hornist und Komponist. Er war Hornist bei den Berliner Philharmonikern und beim Radio-Sinfonieorchester Stuttgart. Er ist auch als Komponist tätig. Obwohl er in Wien bei Josef Rufer Komposition studierte, benutzt Krol das tonale System, seine Kompositionen stehen eher in der Tradition Max Regers oder Paul Hindemiths. Besonders für Bläserbesetzungen hat Bernhard Krol zahlreiche Werke geschrieben.
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Geboren: Miklós Rózsa wird in Budapest geboren. Miklós Rózsa war ein ungarisch-amerikanischer Komponist. Er gilt als einer der bedeutendsten Filmkomponisten und schrieb unter anderem die Musik zum Monumentalfilm-Klassiker Ben Hur. Daneben umfasst sein Werkverzeichnis auch Orchester- und Kammermusik für den Konzertsaal. Rózsa komponierte in einem überwiegend an der Tonalität orientierten, gemäßigt modernen Stil.

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