Tonfilm

Unter Tonfilm versteht man im Allgemeinen einen Film, der im Unterschied zum live begleiteten Stummfilm mit technisch-wiederholbarer Schallbegleitung versehen ist. Insbesondere im englischen Sprachraum bezeichnete man frühe Tonfilme auch als Talkies (Kurzform von „talking pictures“).



Geschichte




Der Kinofilm war nie stumm. In den Kinos wurde von Anfang an für musikalische Begleitung gesorgt, zumeist waren es Klavierspieler, auch Tappeure genannt. In vielen Kinos sorgte auch eine Kinoorgel für musikalische Untermalung. Bei Filmpremieren oder in großen Kinos wurden Filme von ganzen Orchestern mit bis zu 50 oder 60 Mitgliedern begleitet. Erste Versuche der Synchronisation von Phasenbildern mit dem Grammophon stammen von Wordsworth Donisthorpe aus dem Jahr 1877. 1894 oder 1895 kombinierte dann Thomas Alva Edisons Chef-Ingenieur Dickson den Kinetographen mit dem Phonographen und konstruierte auch verschiedene andere Kombinationen wie Kameraphon und Kinemaphon. Das synchrone Abspielen von Schallplatten zum Film konnte sich jedoch nicht durchsetzen, zumal die Synchronität meist nicht gewährleistet werden konnte.Wichtige Stationen zur Entwicklung des Tonfilms:
  • 1908: Camille Saint-Saëns (1835–1921) schreibt für den Film Die Ermordung des Herzogs von Guise die erste Originalfilmmusik.
  • Um 1920: In speziellen Kino-Orchestern spielen ca. 50–60 Musiker. Es erklingen als Filmmusikuntermalungen sogenannte „cue sheets“ (wörtlich: Stichwortblätter): arrangierte Volkslieder, Opernauszüge und europäische Sinfonik aus dem 19. Jahrhundert, die zu den entsprechenden Filmszenen passen.
  • 1921: Erste öffentliche synchrone Tonfilmaufführung durch Sven Berglund in Stockholm (35 mm, SEPOPT)
  • 1922: Demonstration eines Tonfilms durch Józef Tykociński-Tykociner
  • 17. September 1922: Der erste Film mit integrierter Lichttonspur durch Hans Vogt, Der Brandstifter des Produzenten Erwin Baron, wurde in Deutschland 1922 in den Berliner Alhambra-Lichtspielen aufgeführt.
  • 1927: Premiere des Films The Jazz Singer. Dieses Werk mit einigen Tonfilmpassagen, insbesondere dem Gesang des Hauptdarstellers Al Jolson, brachte dem Tonfilm den kommerziellen Durchbruch und gilt allgemein als Beginn der Tonfilmzeit.
  • Der Stummfilm wurde bis etwa 1936 weltweit durch den Tonfilm abgelöst. Die Filmgesellschaften bauten eigene Musikabteilungen auf. Für jeden neuen Film entstand eine neue Filmmusik. Bild- und Tonaufnahmen (Sprache, Geräusche, Musik) erfolgten getrennt.
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    Geboren & Gestorben

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    Gestorben: Frances Dee stirbt in Norwalk, Connecticut, eigentlich: Frances Marion Dee – andere Quellen: Jean Dee. Frances Dee war eine US-amerikanische Schauspielerin, die ihre besten Rollen in der frühen Tonfilmzeit spielte.
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    Gestorben: Camilla Spira stirbt in Berlin. Camilla Spira war eine deutsche Schauspielerin. Sie spielte sowohl in Stummfilmen und Tonfilmen, als auch auf der Bühne. Camilla Spira ist die Tochter der Schauspielerin Lotte Spira und des Schauspielers Fritz Spira, der zu den Pionieren des deutschen Stummfilms gehörte. Sie ist die Schwester der DEFA-Schauspielerin Steffie Spira.
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    Gestorben: Eleanor Boardman stirbt in Santa Barbara, Kalifornien. Eleanor Boardman war eine US-amerikanische Schauspielerin der Stummfilm- und frühen Tonfilmzeit.
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    Gestorben: Dorothy Mackaill stirbt in Honolulu, Hawaii. Dorothy Mackaill war eine US-amerikanische Schauspielerin der späten Stummfilm- und frühen Tonfilmzeit.
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    Gestorben: Bessie Love stirbt in London, England. Bessie Love war eine US-amerikanische Schauspielerin, deren Karriere von den frühen Stummfilmtagen bis in die frühen 1980er reichte. Sie wurde bekannt als erster Musicalstar des Tonfilms.

    Geschichte

    1927

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    Premiere des ersten abendfüllenden Tonfilms: „The Jazz Singer“ (Warner Bros.)

    1922

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    Demonstration eines Tonfilms durch Józef Tykoci?ski-Tykociner

    1921

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    Erste öffentliche synchrone Tonfilmaufführung durch Sven Berglund in Stockholm (35 mm, SEPOPT)

    1908

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    Camille Saint-Saëns (1835–1921) schreibt für den Film Die Ermordung des Herzogs von Guise die erste Originalfilmmusik.

    Wissenschaft & Technik

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    Uraufführung des ersten in Deutschland gedrehten Tonfilms (Spielfilm) Die Nacht gehört uns in Berlin

    Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

    1930

    Werk > Drehbücher:
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    Monte Carlo (Tonfilm, wie alle folgenden). (Hans Müller-Einigen)

    Geschichte > Offizielles Partnerland der Messe (unvollständige Liste)

    2006

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    Griechenland (Internationale Tourismus-Börse Berlin)

    Rundfunk, Film & Fernsehen

    2011

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    Film: The Artist (‚Der Künstler‘) ist ein Spielfilm des französischen Regisseurs Michel Hazanavicius aus dem Jahr 2011. Die Tragikomödie spielt zwischen 1927 und 1932 in Hollywood und erzählt die gegenläufige Erfolgsgeschichte zweier Leinwandstars (dargestellt von den französischen Schauspielern Jean Dujardin und Bérénice Bejo) in der Übergangsphase vom Stumm- zum Tonfilm. Hazanavicius konzipierte den Film in 4: 3 (Academy-Format) in Schwarzweiß-Bildern mit Zwischentiteln und so gut wie keinem gesprochenen Text.

    Stab:
    Regie: Michel Hazanavicius
    Drehbuch: Michel Hazanavicius
    Produktion: Thomas Langmann
    Musik: Ludovic Bource
    Kamera: Guillaume Schiffman
    Schnitt: Anne-Sophie Bion,
    Michel Hazanavicius

    Besetzung: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, James Cromwell, Penelope Ann Miller, Missi Pyle, Ben Kurland, Bitsie Tulloch, Malcolm McDowell, Ed Lauter, Uggie

    1965

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    Film: Kitchen ist ein Experimentalfilm von Andy Warhol aus dem Jahr 1965 nach einem Skript von Ronald Tavel. Die Hauptrolle spielt Edie Sedgwick. Der 70-minütige Tonfilm wurde auf 16-mm-Schwarzweißmaterial gedreht. Die Premiere fand am 3. März 1966 in der Film-Makers’ Cinematheque in New York statt.

    Stab:
    Regie: Andy Warhol
    Drehbuch: Ronald Tavel
    Produktion: Andy Warhol
    Kamera: Andy Warhol

    Besetzung: Edie Sedgwick, Roger Trudeau, David McCabe, Donald Lyons, René Ricard, Electrah, Gerard Malanga

    1936

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    Film: Das Melodram Al Khet ist der erste in Polen produzierte Tonfilm in Jiddisch des Regisseurs Aleksander Marten aus dem Jahr 1936.

    Stab:
    Regie: Aleksander Marten
    Drehbuch: Jecheskiel Mosze Neuman
    Produktion: Saul Goskind
    Musik: ‎ Henech Kon
    Kamera: Stanislaw Lipinski

    Besetzung: Abraham Morewski, Rachel Holzer, Shimen Dzigan, Ysrael Szumacher, Chewel Buzgan, Maks Brin, Szmulik Goldsztejn, Kurt Katch, Hubert Schoner, Ruth Turkow, Herbert Scherzer, Klara Segalowicz, Dina Halpern, Kajzerowicz, Gerszon Lemberger, Ricky Rozenfeld, Fania Rubina, Ajzyk Samberg, Dina Szajewicz

    1936

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    Film: The White Angel ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1936 über das Wirken von Florence Nightingale während des Krimkrieges mit Kay Francis in der Hauptrolle. Die Regie führte William Dieterle. Der Film ist ein typisches Beispiel für das Genre des biografischen Films, das insbesondere seit dem Aufkommen des Tonfilms einen großen Aufschwung erfuhr. Gleichzeitig steht der Film mit seinem Fokus auf die Kämpfe und Auseinandersetzungen von Florence Nightingale gegen männliche Vorurteile und gesellschaftliche Beschränkungen gegenüber Frauen ganz in der erzählerischen Tradition des sog. „woman’s picture“.

    Stab:
    Regie: William Dieterle
    Drehbuch: Mordaunt Shairp
    Produktion: Henry Blanke für First National im Verleih von Warner Brothers
    Musik: Heinz Roemheld
    Kamera: Tony Gaudio
    Schnitt: Warren Low

    Besetzung: Kay Francis, Ian Hunter, Donald Crisp, Donald Woods, Nigel Bruce, Henry O’Neill, Charles Croker King, Georgia Caine, Halliwell Hobbes, George Curzon, Phoebe Foster, Egon Brecher, Billy Mauch, Fay Holden

    1934

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    Film: Der Zithervirtuose ist ein Kurzfilm von und mit Karl Valentin aus dem Jahr 1934. Es handelt sich dabei um eine vertonte Neuverfilmung des gleichnamigen Sketches, der bereits in dem Stummfilm Karl Valentin als Musikal-Clown von 1929 enthalten war.

    Stab:
    Regie: Franz Seitz
    Drehbuch: Karl Valentin
    Produktion: ARRI

    Besetzung: Karl Valentin, Adolf Gondrell

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