Trennung von Kirche und Staat

Als Trennung zwischen Staat und religiösen Institutionen sind die im Zuge der antiken und modernen europäischen Aufklärung und Säkularisierung entstandenen religionsverfassungsrechtlichen bzw. staatskirchenrechtlichen Modelle zu verstehen, in denen Staat und Kirchen sowie andere Religionsgemeinschaften – anders als im Staatskirchentum oder einer Theokratie – kraft staatlicher Gesetze organisatorisch getrennt sind. Im europäischen Kontext wird dies häufig unter dem spezifisch auf die christlichen Kirchen bezogenen Schlagwort Trennung von Staat und Kirche zusammengefasst. Diese Trennungsmodelle können unterschiedlich ausgeprägt sein. Sie reichen vom restriktiven Verbot der Religionsausübung im öffentlichen Raum, wie zum Beispiel in Albanien 1968–1990 (Staatsatheismus), über die besonders strikte Trennung zwischen Religion und Staat in öffentlichen Schulen und sonstigen Körperschaften des Staates (Laizismus) bis hin zu verschiedenen Kooperationsformen, in denen eine Trennung der Aufgaben- und Durchführungsbereiche prinzipiell aufrechterhalten bleibt. Zwar werden in Kooperationsformen (Runder Tisch, Schulunterricht u. ä.) Religionen und Weltanschauungen nicht mehr traditionell als Verbündete mit ähnlicher Machtstellung aufgefasst, weil der Staat ihnen gegenüber ein Rechtsmonopol behauptet, aber ihre bevorzugte Behandlung und ein nachhaltiger Schutz zu ihrer freien Entfaltung werden doch als eine öffentliche Angelegenheit angesehen. Deshalb erlauben diese schwachen Formen der Trennung unter weitgehender Wahrung der weltanschaulichen Neutralität des Staates auch eine punktuelle Partnerschaft mit Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Politische Theorien und Haltungen, die eine radikale Trennung zugunsten laizistischer und atheistischer Positionen in der Gesellschaft vorantreiben wollen, werden als Säkularismus bezeichnet.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Erwin Fischer stirbt in Donaurieden. Erwin Fischer war ein deutscher Jurist. Er gilt als Verfechter einer säkularen Ausrichtung des Staatskirchenrechts und einer konsequenten Trennung von Staat und Kirche.
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Gestorben: Madalyn Murray O’Hair stirbt in Austin, Texas. Madalyn Murray O’Hair war eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin. Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie durch einen von ihr ausgetragenen Gerichtsstreit Murray v. Curlett, später Abington School District v. Schempp vor dem Obersten Gerichtshof (Supreme Court) der Vereinigten Staaten bekannt, der die bis dahin übliche Praxis täglicher Gebete in öffentlichen Schulen der USA unterband. Sie gründete die Organisation American Atheists, die sich für die Belange von Atheisten und für die Trennung von Staat und Kirche einsetzt. Durch ihre Aktivitäten war sie sehr umstritten und das Life Magazine nannte sie 1964 „the most hated woman in America“ (die meistgehasste Frau Amerikas).
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Geboren: Margaret Downey wird geboren. Margaret Downey ist eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin und derzeitige Präsidentin von Atheist Alliance International. Sie ist zudem Gründerin des Anti-Discrimination Support Network, das sich für die Belange von Atheisten und für die Trennung von Staat und Kirche einsetzt.
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Geboren: Madalyn Murray O’Hair wird in Pittsburgh, Pennsylvania geboren. Madalyn Murray O’Hair war eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin. Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie durch einen von ihr ausgetragenen Gerichtsstreit Murray v. Curlett, später Abington School District v. Schempp vor dem Obersten Gerichtshof (Supreme Court) der Vereinigten Staaten bekannt, der die bis dahin übliche Praxis täglicher Gebete in öffentlichen Schulen der USA unterband. Sie gründete die Organisation American Atheists, die sich für die Belange von Atheisten und für die Trennung von Staat und Kirche einsetzt. Durch ihre Aktivitäten war sie sehr umstritten und das Life Magazine nannte sie 1964 „the most hated woman in America“ (die meistgehasste Frau Amerikas).
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Geboren: Erwin Fischer wird in Reutlingen geboren. Erwin Fischer war ein deutscher Jurist. Er gilt als Verfechter einer säkularen Ausrichtung des Staatskirchenrechts und einer konsequenten Trennung von Staat und Kirche.

Bemerkenswertes

Exponierte Ereignisse:
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Papst Leo XIII. erklärt den Kulturkampf im deutschen Kaiserreich, der zur verstärkten Trennung von Kirche und Staat geführt hat, von Seiten des Vatikan für beendet.

Europa

Weitere Ereignisse in Europa:
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Das französische Parlament beschließt die strikte Trennung von Kirche und Staat.

Frankreich

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In Frankreich tritt das am 8. Dezember 1905 verabschiedete Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat in Kraft.

Ereignisse > Religion

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In Frankreich tritt das Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat in Kraft. Frankreich wird damit ein laizistischer Staat. (2. Januar)

Religion

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Mit der Enzyklika Iamdudum in Lusitania brandmarkt Papst Pius X. die in Portugal durchgeführte Trennung von Kirche und Staat als Verbrechen.

Politik & Weltgeschehen

Weitere Ereignisse weltweit:
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General Douglas MacArthur verbietet als Supreme Commander for the Allied Powers in einer an die japanische Regierung gerichteten Direktive den Staats-Shintō unter dem Aspekt der Trennung von Kirche und Staat.

Musik

1966

Diskografie > Single/EP:
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5 D (Fifth Dimension) (The Byrds)

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