Tschechische Sprache

Die tschechische Sprache (veraltet böhmische Sprache; tschechisch: český jazyk bzw. čeština) gehört zum westslawischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie.

Das Tschechische wird von rund 10,6 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen (Stand: 2016), von denen zirka 10,4 Millionen in Tschechien leben, wo es die Amtssprache ist. Seit dem 1. Mai 2004 ist Tschechisch auch eine Amtssprache der EU. Die Wissenschaft, die sich mit der tschechischen Sprache befasst, ist die Bohemistik.



Geschichte




Die erste slawische Schriftsprache im heutigen tschechischen Sprachgebiet war das ab 863 von den Brüdern Kyrill und Methodius in Großmähren eingeführte glagolitisch geschriebene Altkirchenslawisch.Erste Belege der Alttschechischen Sprache (Böhmisch, Bohemisch) sind religiöse Lieder und kurze Texte, sog. Glossen, aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Aus dem 14. und 15. Jahrhundert gibt es gedichtete höfische Literatur. Im 14. Jahrhundert wurden auch sämtliche Teile der Bibel ins Tschechische übertragen, allerdings nicht als zusammenhängendes Werk. Jan Hus führte um 1400 eine am Prager Dialekt seiner Zeit orientierte Schriftsprache ein und zur genaueren Wiedergabe der tschechischen Laute die zwei diakritischen Zeichen háček und čárka. Er überarbeitete auch Übersetzungen aller Teile der Bibel. Der Buchdruck stand zu seinen Lebzeiten noch nicht zur Verfügung. 1475 wurde erstmals das Neue Testament auf Tschechisch gedruckt, erstmals 1488 die gesamte Bibel. Die klassische tschechische Bibelübersetzung, die so genannte Kralitzer Bibel, wurde jedoch erst 1579 bis 1594 in sechs Teilen herausgegeben.Vom späten 15. bis Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Tschechisch in Oberschlesien als Urkundensprache gebraucht und drängte dabei vorübergehend sogar das Deutsche zurück. Es hatte den Vorteil, vom slawischsprachigen Teil der dortigen Bevölkerung verstanden zu werden und von der Prager Kanzlei – gleichzeitig mit dem Deutschen – zu einer tauglichen Verwaltungssprache entwickelt worden zu sein.Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 drängten Gegenreformation und Habsburgerherrschaft den Gebrauch der tschechischen Schriftsprache und auch das gesprochene Tschechisch in den Ländern der Böhmischen Krone allmählich zu Gunsten des Deutschen zurück (im 19. Jahrhundert bezeichnete man diese Epoche als Zeit des „Verfalls“ der tschechischen Sprache). In der Epoche der „Nationalen Wiedergeburt“ zwischen 1780 und 1848 wurde die tschechische Schriftsprache des 17. und 18. Jahrhunderts deshalb stark kritisiert, und die moderne tschechische Schriftsprache, die vor allem von Josef Dobrovský, Josef Jungmann und den Slowaken Jan Kollár und Pavel Jozef Šafárik geschaffen wurde, lehnte sich stark an die Sprache des 16. Jahrhunderts (des „Goldenen Zeitalters“) an....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Josef Škvorecký stirbt in Toronto, Kanada. Josef Škvorecký war ein tschechischerSchriftsteller, Übersetzer und Verleger. Ab 1969 bis zu seinem Tod 2012 lebte er in Kanada.
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Gestorben: Ivan Martin Jirous stirbt in Prag. Ivan Martin Jirous war ein tschechischerLyriker, Kritiker und Kunsthistoriker. Er war eine der zentralen Figuren des tschechischen Underground.
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Gestorben: Pavel Tigrid stirbt in Héricy, Frankreich. Pavel Tigrid war ein tschechischer Schriftsteller, Journalist, Herausgeber und Politiker. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des tschechoslowakischen Exiljournalismus.
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Gestorben: Francis Lederer stirbt in Palm Springs/Kalifornien. Francis Lederer, eigentlich Franz Lederer, tsch. auch František Lederer war ein österreichisch-tschechoslowakischer Schauspieler. In deutschsprachigen Filmen erscheint er unter seinem Taufnamen „Franz Lederer“, in amerikanischen als „Francis Lederer“.
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Geboren: Jan Bendig wird in Hradec Králové geboren. Jan Bendig ist ein Sänger, Musiker und Schauspieler aus Tschechien. Er singt auf Romanes, Tschechisch und Englisch. Bendig gehört dem Volk der Roma an und bezeichnet sich in der Öffentlichkeit als schwul.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

2006

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Gründung: Gipsy.cz ist eine tschechische Musikgruppe. Die Band verbindet Elemente der US-amerikanischen Rap-Musik mit denen der traditionellen Musik der tschechischen Roma. Die Texte sind auf Tschechisch, Englisch und Romani verfasst.

1894

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Gründung: Bata (tschechisch und slowakisch Baťa, Aussprache: batja) ist der weltweit größte Hersteller von Schuhen. Der Hauptsitz des im tschechischen Mähren gegründeten Unternehmens befindet sich heute in Lausanne, eingetragen ist das Unternehmen allerdings als beschränkt haftende Gesellschaft luxemburgischen Rechts in Luxemburg. Der Konzern beschäftigt über 30.000 Mitarbeiter , besitzt 40 Produktionsstätten in 26 Ländern und betreibt 4.600 Schuhläden. Es gibt vier Verkaufsregionen: Bata Europe mit Sitz in Lausanne, Bata Asia Pacific-Africa mit Sitz in Singapur, Bata Latin America mit Sitz in Mexiko-Stadt und Bata North America mit Sitz in Toronto.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2007

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Werk > Theater: Tschechische: Kate?ina Bohadlová , Titel Raskolnikov, eingeführt in Prag (2009, als szenische Lesung schon ). (Leo Birinski)

2007

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Werk > Theater: Tschechische: Kateřina Bohadlová , Titel Raskolnikov, eingeführt in Prag (2009, als szenische Lesung schon ). (Leo Birinski)

2004

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Werk: Prager Tagebuch, 1941-1942. Herausgegeben von Chava Pressburger (Schwester des Autors). Aus dem Tschechischen von Eva Profousova. Berlin Verlag und Verlag Bloomsbury, 2006 und 2007, 167 Seiten. ISBN 978-3-8270-5245-2. Ausgaben u. a. in Tschechisch , Spanisch, Catalan und Esperanto erschienen davor, in Englisch 2007. (Petr Ginz)

1969

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Werk > Theater: Die Rückübersetzung vom Tschechischen ins Deutsche (!!!): tschechischer Regisseur Jiří Vrba und Stephan Stroux , Titel Mummenschanz. Premiere: 5. September 1971, Volkstheater (Wien). (Leo Birinski)

1969

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Werk > Theater: Die Rückübersetzung vom Tschechischen ins Deutsche (!!!): tschechischer Regisseur Ji?í Vrba und Stephan Stroux , Titel Mummenschanz. Premiere: 5. September 1971, Volkstheater (Wien). (Leo Birinski)

Rundfunk, Film & Fernsehen

2010

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Film: Kooky (tschechisch Kuky se vrací, wörtlich „Kooky komm zurück“, eine Anspielung auf Lassie Come Home), ist ein tschechischer Film von Jan Svěrák aus dem Jahr 2010. Der Film kombiniert Puppenspiel, Stop-Motion und Realfilm. Auf zwei Ebenen erzählt er die Geschichten eines sechsjährigen, an Asthma leidenden Jungen sowie seines roten, lebendig gewordenen TeddybärsKooky“.

Stab:
Regie: Jan Svěrák
Drehbuch: Jan Svěrák
Produktion: Jan Svěrák, Erik Abraham
Musik: Michal Novinski
Kamera: Vladimír Smutný, Mark Bliss
Schnitt: Alois Fišárek

Besetzung: Oldřich Kaiser

2006

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Film: Die Liebe kommt selten allein (als Sabine Köster); Regie: Jan Ruzicka (tsch. Jan R?ži?ka - rúdschitschka) (Tamara Rohloff)

2006

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Film: Die Liebe kommt selten allein (als Sabine Köster); Regie: Jan Ruzicka (tsch. Jan Růžička - rúdschitschka) (Tamara Rohloff)
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Serienstart - Deutschland: Teuflisches Glück ist eine tschechische Märchenserie aus dem Jahre 1999, die in Tschechien unter dem Namen Z pekla štěstí bekannt ist. Die Serie beruht auf einer Buchvorlage des tschechischen Schriftstellers und Dramatikers Jan Drda. Wegen des großen Erfolgs der Serie wurde diese in einem zweiteiligen Spielfilm verfilmt.

Genre: Fantasy
Produktion: Josef Nepovím
Musik: Karel Svoboda

1997

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Größere Rollen: Rumplcimprcampr (auf tschechisch) (Rumpelstilzchen & Co.) (Július Satinský)

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