Ungarischer Volksaufstand

Der Ungarische Volksaufstand (in Ungarn selbst eher als 56-os forradalom oder seltener októberi forradalom [„Revolution von 56“ oder „Oktoberrevolution“] bekannt) bezeichnet die bürgerlich-demokratische Revolution (ungarischforradalom) und den Freiheitskampf (ungarisch szabadságharc) von 1956 in der Volksrepublik Ungarn, bei denen sich breite gesellschaftliche Kräfte gegen die Regierung der kommunistischen Partei und der sowjetischen Besatzungsmacht erhoben.

Die Revolution begann am 23. Oktober 1956 mit einer friedlichen Großdemonstration der Studenten der Universitäten in Budapest, die demokratische Veränderungen forderten. Die Regierung ließ am Abend in die schnell wachsende Menge schießen, daraufhin brach der bewaffnete Kampf aus. Binnen weniger Tage wurde die Einparteidiktatur durch eine Regierung unter der Leitung von Imre Nagy abgelöst, in der auch die Bauernpartei und die Kleinlandwirtepartei Ministerien erhielten. Diese Regierung bildete sich innerhalb von acht Tagen noch zweimal um und beteiligte auch noch die sozialdemokratische Partei. Ungarn trat aus der Warschauer Vertragsorganisation aus, erklärte seine Neutralität und rief die Sowjetarmee zum Verlassen des Landes auf.

mehr zu "Ungarischer Volksaufstand" in der Wikipedia: Ungarischer Volksaufstand

Geboren & Gestorben

thumbnail
Gestorben: András Hegedüs stirbt in Budapest. András Hegedüs war ein ungarischer Politiker in der Zeit des Kommunismus und Ministerpräsident von April 1955 bis zum Ungarischen Volksaufstand im Herbst 1956.
thumbnail
Gestorben: Mihály Iglói stirbt in Budapest. Mihály Iglói war ein weltweit erfolgreicher ungarischer Trainer von Mittel- und Langstrecklern, dessen Athleten 49 Weltrekorde erzielten. Iglói trainierte Sándor Iharos, István Rózsavölgyi, László Tábori, Bob Schul und Jim Beatty. Iglói begann als Stabhochspringer und war mit 19 Ungarischer Juniorenmeister. Von 1929 bis 1933 studierte er Sport an der Universität Budapest. Er wurde ungarischer Meister über 800 m und nahm an den Olympische Sommerspielen 1936 in Berlin über 1500 m teil; 1939 war er Mitglied der ungarischen Weltrekordstaffel über 4x1500. Nach fünf Jahren sowjetischer Kriegsgefangenschaft wurde er zunächst Lehrer für Geschichte und Sport, dann Trainer von Honvéd Budapest, dem Armee Sport Club, für die gesamte Leichtathletik. Die ersten Weltrekorde in den Mittel- und Langstrecken erreichten seine Athleten 1953 und von dann ab in ungebrochener Folge, sodass sie die klaren Favoriten für die Olympischen Spiele in Melbourne 1956 waren. Nach dem Ungarischer Volksaufstand waren sie jedoch mental so außer Form, dass sie nichts gewinnen konnten. Iglói und Tábori nutzten die Olympischen Spiele in Australien und kehrten nicht nach Ungarn zurück, sondern emigrierten in die USA. Igloi trainierte zunächst das ‘Santa Clara Youth Valley,‘ dann den ‘Los Angeles Track Club‘ und schließlich den Santa Monica Track Club. Mit Igloi begann der Aufschwung im amerikanischen Langstreckenlauf, da sein Schüler Jim Beatty als Erster in der Halle die Meine unter 4 Minuten lief. Bob Schul, Olympiasieger über 5000m bei den Olympischen Spielen 1964, war der letzte große Sieger der Ära des Intervalltrainings. Zweiter in dem Endlauf wurde der von Ernst van Aaken trainierte Harald Norpoth.
thumbnail
Gestorben: György Marosán stirbt in Budapest. György Marosán war ein ungarischer Diplomat und Politiker der Ungarischen Sozialdemokratischen Partei MSZDP (Magyarországi Szociáldemokrata Párt), der Ungarischen Kommunistischen Partei MKP (Magyar Kommunista Párt), der Partei der Ungarischen Werktätigen MDP (Magyar Dolgozók Pártja) sowie später der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei MSZMP (Magyar Szocialista Munkáspárt), der als ZK-Sekretär und Politbüromitglied einer der führenden Persönlichkeiten in der Anfangszeit der Ära Kádár nach dem Ungarischen Volksaufstand 1956 war und einige Jahre später alle politischen Ämter verlor.
thumbnail
Gestorben: Lajos Fehér stirbt in Budapest. Lajos Fehér war ein ungarischer Journalist und Politiker der Ungarischen Kommunistischen Partei MKP (Magyar Kommunista Párt), der Partei der Ungarischen Werktätigen MDP (Magyar Dolgozók Pártja) sowie später der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei MSZMP (Magyar Szocialista Munkáspárt), der als Journalist zeitweise den Reformkurs von Imre Nagy vor dem Ungarischen Volksaufstand 1956 unterstützte und später unter anderem Sekretär des ZK der MSZMP und Vize-Ministerpräsident war. Bis zu seiner Entmachtung 1974 hatte er maßgeblichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Reformkurs während der Ära Kádár.
thumbnail
Gestorben: Imre Nagy stirbt in Budapest. Imre Nagy war ein ungarischer Politiker und Agrarökonom. Innerhalb der kommunistischen Partei galt er zeitweilig als Dissident, war aber zweimal Regierungschef. Wegen des ungarischen Volksaufstands 1956 und seiner Hinrichtung 1958 gilt er heute als Nationalheld.

Internationale Studentenbewegung > Parallelen > Ostblock

1956

thumbnail
In der damaligen Tschechoslowakei hatten Reformsozialisten, unter ihnen insbesondere Künstler (Plastic People of the Universe), Studenten und Intellektuelle schon länger einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz gefordert, bis es zum Prager Frühling kam, der jedoch sehr schnell gewaltsam niedergeschlagen wurde – vergleichbar mit dem ähnlich motivierten Aufstand in Ungarn (Westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre)

Bevölkerung > Bevölkerungsbewegung

1956

thumbnail
aus Ungarn (nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes durch die Sowjets) (Österreich)

Politik & Weltgeschehen

thumbnail
Beginn der Schauprozesse in Budapest gegen Beteiligte am Volksaufstand in Ungarn vom Oktober 1956.
thumbnail
Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Ungarns früherer Ministerpräsident Imre Nagy wird beim Verlassen der jugoslawischen Botschaft, in die er nach dem Scheitern des Volksaufstands geflüchtet war, mit seinen Begleitern – trotz Zusicherung von Straffreiheit durch seinen Nachfolger János Kádár – vom sowjetischen KGB verhaftet und nach Rumänien verschleppt. (22. November)
thumbnail
Sowjetische Panzer rücken in Ungarn ein und beginnen mit der gewaltsamen Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands.
thumbnail
In Ungarn beginnt der Volksaufstand

1956

thumbnail
Episoden > Kapitel 7: Kalter Krieg: – Der Ungarn-Aufstand (100 Jahre – Der Countdown)

Sport

thumbnail
Im Blutspiel von Melbourne gewinnen die Wasserballspieler aus Ungarn bei den Olympischen Spielen gegen die sowjetische Mannschaft mit 4:0 das abgebrochene Spiel. Die Begegnung ist nach der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands durch sowjetische Truppen stark emotionsgeladen.

Tagesgeschehen

thumbnail
Budapest: In zahlreichen Orten Ungarns gedenkt man der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes durch die Armee der Sowjetunion vor genau 50 Jahren (siehe auch 23. Oktober). In der Hauptstadt kommt es dabei wieder zu Demonstrationen der Oppositionellen Fidesz gegen Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2014

Ehrung:
thumbnail
Ehrenbürgerschaft (posthum) der Westungarischen Universität Ödenburg für die Unterstützung der im Zuge des Ungarischen Volksaufstandes 1956 geflüchteten Studenten und Lehrkräfte. (Heinrich Drimmel)

2006

Ehrungen:
thumbnail
Verleihung der Gedenkmedaille „Held der Freiheit“ dür die Teilnahme am Ungarischen Volksaufstand 1956 durch den ungarischen Staatspräsidenten (Gabriel Adriányi)

Rundfunk, Film & Fernsehen

2000

thumbnail
Film: Der Bockerer III -Die Brücke von Andau ist ein österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 2000 von Franz Antel. Es handelt sich um den dritten Teil der Der Bockerer-Reihe. Im Mittelpunkt des Films steht der Ungarische Volksaufstand von 1956.

Stab:
Regie: Franz Antel
Drehbuch: Franz Antel, Kurt Huemer, Carl Szokoll
Produktion: Dieter Pochlatko, Paul-Heinz Knipp
Musik: Gerhard Heinz
Kamera: Hans Selikovsky
Schnitt: Charlotte Müllner

Besetzung: Karl Merkatz, Alexander Wussow, Caroline Vasicek, Heinrich Schweiger, Heinz Petters, Volker Schmidt, Marianne Nentwich, Heinz Marecek, Thaddäus Podgorski, Dolores Schmidinger, Katalin Szántó, Adi Hirschal, Herbert Pendl, Gideon Singer, Ljubomir Dimov, Mischa Fernbach, Fritz Goblirsch, Gudrun Golob, Kurt Huemer, Alfons R. Karg, Reinhard Reiner, Valentin Schreyer, Michael Walde-Berger, Gunter Ziegler

"Ungarischer Volksaufstand" in den Nachrichten