E-, U- und F-Musik

E- und U-Musik sind die Bezeichnungen für den Versuch, musikalische Phänomene in ernste Musik (E-) und Unterhaltungsmusik (U-) zu unterteilen. Die Entgegensetzung von E- und U-Musik stammt von der Verteilungspraxis der Verwertungsgesellschaften seit Beginn des 20. Jahrhunderts her: Sie sollte dem Schutz seltener gespielter Musik gegenüber der häufiger gespielten dienen.

Historischer Hintergrund war der zunehmende Wegfall der höfischen Subventionen für Musik im Lauf des 19. Jahrhunderts, die einst eine Alternative zum wirtschaftlichen Erfolg bei einem breiten Publikum waren. Sie wurden seit dem Ende des Ersten Weltkriegs durch kommunale und staatliche Zuschüsse ersetzt, die öffentlich gerechtfertigt werden müssen. Zu berücksichtigen ist allerdings auch die Arbeit von Kulturinstitutionen und Stiftungen sowie das Sponsoring (vgl. Musikwirtschaft).



Geschichte




Begriffsgeschichtlich ist die Verknüpfung der Begriffe „Ernst“ und „Musik“ erstmals bei Arthur Schopenhauer nachzuweisen. Der hier gemeinte „Ernst“ bezieht sich zunächst auf das gesamte Phänomen der „Tonkunst“. Schopenhauer wollte durch diese Verknüpfung auf die Würde oder „eigentliche Bedeutung dieser wunderbaren Kunst“ hinweisen. Eine Aufspaltung der Musik in zwei gegensätzliche Bereiche „ernst“ und „lustig“ lag ihm allerdings fern. Als Abgrenzungsbegriff wurde dann die Kategorie der „ernsten Musik“ erstmals im Juli 1903 unter dem Einfluss des Schopenhauer-Anhängers Richard Strauss von der deutschen musikalischen Verwertungsgesellschaft „Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht“ (AFMA) eingeführt um bei der Verteilung der Tantiemen aus den Aufführungsrechten die Komponisten der als „ernst“ eingestuften Musik zu privilegieren.Die deutsche AFMA bemühte sich, ihren Einfluss auch in Österreich geltend zu machen. So kam es im Herbst 1903 zu einem Gegenseitigkeitsvertrag mit der dortigen „Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musik-Verleger“. Beide deutschsprachigen Verwertungsgesellschaften bevorzugten bei Verteilung der Ausschüttungen die Komponisten von E-Musik.Bereits 1915 hatte die Orientierung der deutschen „Anstalt für musikalische Aufführungsrechte“ an der Privilegierung der E-Musik-Komponisten an den Ausschüttungen dazu geführt, dass sich daneben die „Genossenschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte“ gründete, die nicht zwischen E- und U-Musik unterschied. 1933 fasste das NS-Regime beide Verwertungsgesellschaften in der „Staatlich genehmigten Gesellschaft zur Verwertung der musikalischen Urheberrechte“ zusammen, in der 1938 auch die österreichische „Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musik-Verleger“ zwangseingegliedert wurde. Ein Drittel der Einkünfte aus den Aufführungen der Werke wurde für die E-Musik reserviert. 1940 wurde diese Praxis jedoch vorübergehend revidiert und das sog. „Ernste Drittel“ gestrichen....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Helmuth Brandenburg stirbt in München. Helmuth Brandenburg war ein deutscher Komponist, Dirigent, Saxophonist und Arrangeur im Jazz und in der Unterhaltungsmusik.
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Gestorben: Roger Williams (Pianist) stirbt in Los Angeles. Roger Williams war ein amerikanischer Pianist der Unterhaltungsmusik. Sein Spitzname war „Pianist der Präsidenten“, weil Williams für alle US-Präsidenten von Harry Truman bis George W. Bush gespielt hatte.
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Gestorben: Carlos Veerhoff stirbt in Murnau. Carlos Heinrich Veerhoff war ein deutsch-argentinischer Komponist von E-Musik.
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Gestorben: Art Van Damme stirbt in Roseville, Kalifornien. Art Van Damme war ein US-amerikanischer Jazz-Akkordeonist. Er hatte als erster von Benny Goodman inspirierten Swing auf dem Akkordeon interpretiert; später war er im Bereich der Unterhaltungsmusik tätig.
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Gestorben: Arno Flor stirbt in Baden-Baden. Arno Flor war ein deutscher Jazz- und Unterhaltungsmusiker (Gitarre, Arrangement, Komposition), der auch als Orchesterleiter hervorgetreten ist.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1993

Auflösung:
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Die Bläservereinigung Berlin war ein Holzbläserquintett mit Klavier bzw. Cembalo. Die Vereinigung bestand von 1966 bis 1993 und machte sich vor allem um die Aufführung moderner E-Musik verdient.

1966

Gründung:
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Die Bläservereinigung Berlin war ein Holzbläserquintett mit Klavier bzw. Cembalo. Die Vereinigung bestand von 1966 bis 1993 und machte sich vor allem um die Aufführung moderner E-Musik verdient.

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