Urbar (Verzeichnis)

Ein Urbar oder latinisiertUrbarium (Pl. Urbare bzw. Urbarien, Betonung jeweils auf dem „a“) ist ein Verzeichnis über Besitzrechte einer Grundherrschaft und zu erbringende Leistungen ihrer Grunduntertanen (Grundholden). Es ist eine bedeutende Wirtschafts- und Rechtsquelle des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Lehnswesens. Auch für Gült- und Lagerbücher sowie Zinsregister wird der Ausdruck verwendet. Je nach Region und Schriftträger sind für diese Verzeichnisse im deutschsprachigen Raum auch die Bezeichnungen Salbuch/Saalbuch, Berain, Zinsverzeichnis, Heberegister, Erdbuch und (Zins)-Rödel oder Rodel geläufig.

Der Begriff Urbar wird vom althochdeutschen „ur-beran“ bzw. dem mittelhochdeutschen „erbern“ für „hervorbringen“, "ertragbringendes Grundstück" oder „einen Ertrag bringen“ abgeleitet. Er lässt sich erst ab dem 13. Jahrhundert nachweisen und bezeichnet zu ökonomischen, administrativen oder rechtlichen Zwecken angelegte Aufzeichnungen von Liegenschaften, Abgaben und Diensten einer Grundherrschaft (z. B. eines Klosters) oder einer Villikation. Urbariale Schriftträger sind, bei mitunter komplexen genealogischen Bezügen zwischen Konzept- und Ausführungs- bzw. Reinschrift, entweder zu Rödel (lat. rotulus) zusammengenähte Pergamentstreifen oder, aus diesen übertragen, lagengebundene Codices.

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Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

882 n. Chr.

Ersturkundliche Erwähnungen:
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Die Stadt Dortmund wird im Urbar des Klosters Werden erstmals als Throtmanni erwähnt.

Geschichte

1231

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Erstes bayerisches Herzogsurbar: Nennung von „Sel“ (Haunzenbergersöll?)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1980

Bibliografie:
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Das Urbar des Klosters St. Klara in Hof. Beiheft 3 zum Archiv für Geschichte von Oberfranken. Bayreuth (Hans Hofner)

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