Uschhorod

Das Wappen von Uschhorod symbolisiert einen wichtigen Kultur- und Wirtschaftsfaktor der Region: den Weinanbau. Foto des Reliefs im neuen Bahnhofsgebäude (2004) der Stadt.
Bild: No machine-readable author provided. Elya assumed (based on copyright claims).

Uschhorod (ukrainisch Ужгород, Aussprache: [ˈuʒɦɔrɔd]; russisch Ужгород/Uschgorod, deutsch Ungwar, ungarisch Ungvár, russinisch Уґоград/Ugohrad, tschechisch und slowakisch Užhorod) ist die Hauptstadt der Oblast Transkarpatien in der Ukraine und Sitz des Verwaltungszentrums für den Rajon Uschhorod. Sie liegt im Dreiländereck zwischen Ungarn, der Slowakei und der Ukraine, direkt an der slowakischen Grenze. Sie zählt 117.300 Einwohner (Volkszählung 2001) und ist Sitz eines griechisch-katholischen Bistums (Oberhaupt der ruthenischen Kirche).



Geschichte




Uschhorod und Transkarpatien waren im Laufe der letzten Jahrhunderte zahlreichen Herrschaftsgebieten zugehörig und seine Bewohner vielen Grenzverschiebungen ausgesetzt. Erste Ansiedlungen auf dem heutigen Stadtgebiet werden aufgrund von archäologischen Funden für das frühe Paläolithikum (100.000 Jahre v. Chr.) vermutet, auch aus der Bronze- und Eisenzeit gibt es Siedlungsnachweise.Nach der Völkerwanderungszeit zogen in das Gebiet Slawen ein. Archäologischen Funden zufolge ist die Burgstätte Uschhorod an der Wende des 8. und 9. Jahrhunderts entstanden und wurde dann zu einer wichtigen Burgstätte von Großmähren. Schriftliche Chroniken dokumentieren die Existenz der Burg(stätte) zum ersten Mal im Jahr 903 (eher umstritten ist die Erwähnung vom Jahr 872). Vom 10. bis zum 11. Jahrhundert war Uschhorod der südwestliche Vorposten der Kiewer Rus.In der Mitte des 11. Jahrhunderts wurde es von Ungarn erobert. Die Eroberung des restlichen Transkarpatien war dann bis zum 13. Jahrhundert abgeschlossen. Bis 1918/19 gehörte die Stadt mit wechselnden Fürsten zum Königreich Ungarn und somit ab 1526 auch zur österreichischen Monarchie bzw. ab 1867 zu Österreich-Ungarn. Innerhalb Ungarns hieß die Stadt Ungvár und war Hauptstadt des Komitats Ung (Usch).Im Rahmen des Friedensvertrags von Trianon fiel Uschhorod 1919 mit der Karpatoukraine an die neu gegründete Tschechoslowakei. Von 1938 bis 1939 war Uschhorod Hauptstadt der autonomen Karpatoukraine innerhalb der Tschechoslowakei. Durch den Ersten Wiener Schiedsspruch vom 2. November 1938 wurde Uschhorod mitsamt dem ganzen südlichen Streifen der Karpatoukraine wieder ungarisch.Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, am 27. Oktober 1944, wurde Uschhorod von der Roten Armee in der Ostkarpatischen Operation eingenommen. Im Juni 1945 wurde die Stadt von der Tschechoslowakei der Sowjetunion überlassen und dort 1946 zum Zentrum des neu gegründeten Oblast Transkarpatien innerhalb der Ukrainischen Sowjetrepublik der UdSSR. Seit August 1991 ist es Teil der neu gegründeten Ukraine.

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Geboren & Gestorben

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Geboren: Vladimir Koman wird in Uschhorod, Sowjetunion, heute Ukraine geboren. Vladimir Koman ist ein ungarischer Fußballspieler ukrainischer Abstammung, der beim russischen Erstligisten FK Krasnodar unter Vertrag steht.
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Geboren: Pawel Runow wird in Uschhorod, Ukrainische SSR geboren. Pawel Runow ist ein ukrainischer Akkordeon-Spieler.
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Gestorben: Jossyp Bokschaj stirbt in Uschhorod. Jossyp Jossypowytsch Bokschaj war ein ukrainischer Maler. Er ist neben Adalbert Erdeli der bekannteste Vertreter der so genannten transkarpatischen Schule.
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Geboren: Nil Yuriy Lushchak wird in Uschhorod, Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik geboren. Nil Jurij Luschtschak OFM ist ein ruthenisch griechisch-katholischer Geistlicher und Weihbischof in Mukatschewe.
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Geboren: Serhij Kwit wird in Uschhorod, Oblast Transkarpatien, Ukrainische SSR geboren. Serhij Myronowytsch Kwit ist ein ukrainischer Literaturkritiker, Sozialaktivist, Wissenschaftler, Journalist, Meister des Fechtens, Universitätspräsident und war vom 27. Februar 2014 bis zum 14. April 2016 Minister für Bildung und Wissenschaft der Ukraine.

Städtepartnerschaften

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