Völkermord

Ein Völkermord oder Genozid ist seit der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes von 1948 ein Straftatbestand im Völkerstrafrecht, der nicht verjährt. Der Begriff Genozid setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort γένος (génos „Herkunft, Abstammung, Geschlecht, Rasse“; im weiteren Sinne auch „das Volk“) sowie dem lateinischencaedere „morden, metzeln“.

Gekennzeichnet ist er durch die spezielle Absicht, auf direkte oder indirekte Weise „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören“. Daher wird er auch als einzigartiges Verbrechen, als Verbrechen der Verbrechen (englisch crime of crimes) oder als das schlimmste Verbrechen im Völkerstrafrecht bezeichnet.Die auf Raphael Lemkin zurückgehende rechtliche Definition dient auch in der Wissenschaft als Definition des Begriffs Völkermord. Seit dem Beschluss durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1948 wurde die Bestrafung von Völkermord auch in verschiedenen nationalen Rechtsordnungen ausdrücklich verankert.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Ali Hasan al-Madschid stirbt in Bagdad, Irak. Ali Hasan (oder Hassan) al-Madschid at-Tikriti war ein irakischer Politiker und General. Der Vetter von Saddam Hussein bekam aufgrund der von ihm befohlenen Giftgas-Einsätze von den westlichen Medien den Namen Chemical-Ali bzw. dt. Chemie-Ali. Er wurde unter anderem wegen Völkermordes viermal zum Tode verurteilt und schließlich hingerichtet.
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Gestorben: Archer Blood stirbt in Fort Collins, Colorado. Archer Kent Blood war ein amerikanischer Diplomat. Er wurde bekannt, nachdem er am 6. April 1971 in seiner Funktion als Generalkonsul in Dhaka, damals die Hauptstadt Ostpakistans, ein Telegramm an das amerikanische Außenministerium gesandt hatte, in denen er das rücksichtslose Vorgehen des pakistanischen Militärs gegen die bangladeschische Unabhängigkeitsbewegung als Völkermord bezeichnete und in scharfen Worten die Südasien-Politik der Nixon-Regierung kritisierte.
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Gestorben: Željko Ražnatović stirbt in Belgrad, Jugoslawien. Željko Ražnatović, auch bekannt als Arkan, war Anführer der paramilitärischen Organisation Srpska dobrovoljačka garda während der Jugoslawienkriege. Ihm wurde durch den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien vorgeworfen, Völkermord und Vertreibungen an Nicht-Serben befehligt zu haben.
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Gestorben: Hinrich Lohse stirbt in Mühlenbarbek. Hinrich Lohse war ein Kaufmann, Bankangestellter und nationalsozialistischer deutscher Politiker. Von 1925 bis 1945 war er Gauleiter in Schleswig-Holstein. 1933 wurde er zum Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein in Preußen ernannt, eine Position, die er bis 1945 innehatte. Damit verkörperte er die höchste Instanz der Provinz während des Dritten Reichs. Zwischen Juli 1941 und Dezember 1944 war er außerdem der höchste Verwaltungschef der Zivilverwaltung im Reichskommissariat Ostland. In dieser Position war er einer der Hauptverantwortlichen für den im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten begangenen Völkermord, insbesondere hinsichtlich des Genozids an der jüdischen Bevölkerung. Seine Dienststelle mit Sitz in Riga unterstand unmittelbar dem Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, das unter der Führung des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg stand. Er wurde nach dem Krieg von deutschen Behörden für seine Verbrechen nicht zur Verantwortung gezogen.
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Gestorben: Raphael Lemkin stirbt in New York. Raphael Lemkin war ein Jurist und Friedensforscher polnisch-jüdischer Herkunft. 1947 fertigte er einen Gesetzesentwurf für die UNO zur Bestrafung von Völkermord an. Dieser wurde fast unverändert als Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit 55:0 Stimmen beschlossen.

Politik & Weltgeschehen

1994

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Genozid in Ruanda: Hutus morden fast eine Million Tutsis

Entstehungsgeschichte

1982

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Zwei Zitate aus Reden des Bundeskanzlers Helmut Schmidt und des Bundespräsidenten Roman Herzog (1997) schließen die Chronologie ab und qualifizieren das nationalsozialistische Verbrechen als „Völkermord“ an „Sinti und Roma“, der „aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden (ist) wie der an den Juden.“ (Herzog) Damit nehmen die Historiker Stellung zur Frage der Singularität der Shoa. Sie lehnen ausdrücklich diese von einigen Historikern (z.? B. Guenter Lewy und Yehuda Bauer) eingenommene Position ab und stellen den Genozid an der Roma-Minderheit neben den Genozid an der jüdischen Minderheit. (Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas)

Völkermorde in der Geschichte

1994

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Völkermord in Ruanda : In annähernd 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit 800.000, also etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten.

1982

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Massaker von Sabra und Schatila : Die Tötung palästinensischer Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila durch christliche Phalange-Milizen während des libanesischen Bürgerkrieges.

1972

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Völkermord in Burundi : Völkermord durch Tutsi an Hutu, ca. 100.000 bis 300.000 Tote.

1965

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Völkermord in Burundi : Völkermord durch Tutsi an Hutu, ca. 100.000 bis 300.000 Tote.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2006

Film:
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Screamers ist ein britischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2006, bei dem Carla Garapedian Regie führte. Der Film untersucht die Thematik, dass Völkermord gegen Anfang des 21. Jahrhunderts erneut vollzogen wird.

Stab:
Regie: Carla Garapedian
Produktion: Nick De Grunwald
Musik: Jeff Atmajian
Kamera: Charles Rose
Schnitt: William Yarhaus

Besetzung: John Dolmayan, Daron Malakian, Shavo Odadjian, Serj Tankian

Tagesgeschehen

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Paris/Frankreich: Die Nationalversammlung verabschiedet ein Gesetz, das die Leugnung offiziell anerkannter Genozide, darunter des Völkermordes an den Armeniern, unter Strafe stellt. Infolgedessen kommt es zu einer diplomatischen Krise mit der Türkei.
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Den Haag/Niederlande: Das UN-Kriegsverbrechertribunal erhebt Anklage in elf Punkten gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Ratko Mladić, darunter Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
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Den Haag/Niederlande: Der Internationaler Strafgerichtshof stellt gegen Sudans Staatspräsidenten Umar Hasan Ahmad al-Baschir einen Haftbefehl wegen Völkermordes an den Fur, Masalit und Zaghawa aus.
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Den Haag/Niederlande: Radovan Karadžić wird in der Nacht nach Rotterdam ausgeflogen, später weiter nach Scheveningen, um dort dem UN-Tribunal (ICTY) übergeben zu werden, wo er sich wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten muss.

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