Verhältniswahl

Eine Verhältniswahl (auch, besonders in der SchweizProporzwahl, kurz Proporz, genannt) ist eine Wahl unter einem Wahlsystem, bei dem die Wahlvorschlagsträger (meist Parteien) Gruppen von Kandidaten aufstellen, zumeist als geordnete Wahllisten. Es handelt sich daher um eine Listenwahl. Die Wähler wählen dann primär oder ausschließlich zwischen diesen Listen. In einigen Ländern wie der Schweiz wird diese Regel durch offene oder lose gebundene Listen oder die Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens abgeschwächt. Die Sitze werden möglichst genau im selben Verhältnis zugeteilt, wie abgestimmt wurde (daher auch der Name Verhältniswahl). In der Regel bekommen Gruppen weniger Sitze, als sie Kandidaten aufgestellt haben. Dann werden die Sitze meist mit Kandidaten vom Anfang der Liste besetzt.

Bei vielen Verhältniswahlsystemen gibt es über die inhärente Schwelle für den ersten Sitz hinaus eine Mindestbedingung, die eine Gruppe erreichen muss, um berücksichtigt zu werden. Erreicht eine Liste nicht die in der Sperrklausel definierten Anforderungen, erhält sie keine Sitze.

mehr zu "Verhältniswahl" in der Wikipedia: Verhältniswahl

Tagesgeschehen

thumbnail
Italien: Für die seit Sonntag laufenden Parlamentswahlen wird ein sehr knapper Ausgang vorausgesagt. Unmittelbar nach Wahlschluss hatten Exit-Polls zwar einen Überhang für das Mitte-links-Oppositionsbündnis Unione von Romano Prodis prognostiziert, doch erste Hochrechnungen sehen die Koalition von Ministerpräsident Berlusconi etwas vorne. Es gilt ein 2005 wieder eingeführtes Verhältniswahlrecht, allerdings mit einer „Siegerprämie”, um stabile Regierungsmehrheiten zu erleichtern. (ORF)
thumbnail
Ungarn: Bei der Parlamentswahl wird ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Regierung (Sozialisten) und Opposition (konservative Fidesz) erwartet. Der zweite Wahldurchgang folgt erst am 23. April, weil das Wahlrecht eine Mischung zwischen Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht darstellt.

"Verhältniswahl" in den Nachrichten