Verschwörung

Eine Verschwörung (Übersetzung des lat. Paralexem-Kompositumsconiuratio, das aus con iuratio (deutsch „mit Eid“) entstanden ist) war ursprünglich „die Verbindung von Personen durch Schwur zu etwas Üblem oder was als Übel angesehen wird gegen eine Obergewalt“, eine Verbindung ähnlich einem Treueid aber in Zusammenhang beispielsweise mit einer Intrige oder dem Ziel einer Revolte, Meuterei oder eines Putsches. Das dabei fehlende Tätigwerden schlägt sich auch in der Rechtsverfolgung (siehe unten) nieder. Während die geheime Konspiration die „Zusammenarbeit mehrerer Personen unter einheitlicher Zielsetzung und bewusster Ausschaltung fremden oder öffentlichen Einblicks“ ist, beispielsweise Agententätigkeit oder geheimdienstliche Tätigkeiten. Die Verbindung von Verschwörung und Konspiration (sowie die Gesamtheit der beteiligten Personen) wird dann als Komplott bezeichnet.

Wegen der üblichen Heimlichkeit einer Verschwörung, die bereits Macchiavelli (14691527) in seinem TraktatDiscorsi für eine Verschwörung als nötig erachtete, entstand ein Bedeutungswandel des Terminus „Verschwörung“, der die Konspiration üblicherweise einschließt. Dies wird verstärkt, weil „Verschwörung“ im Englischen konnotativ„conspiracy“ lautet und die Rückübersetzung dieses Falschen Freundes gedanklich auch zur „Konspiration“ führt.



Geschichte




Verschwörungen hat es immer gegeben, sie gelten als anthropologische Konstante. Beispiele politischer Verschwörungen reichen etwa von der antiken Catilinarischen Verschwörung 63 v. Chr. und dem Komplott einiger Senatoren, das 44 v. Chr. in die Ermordung Gaius Iulius Caesars mündeten, über die Pazzi-Verschwörung gegen die Medici im spätmittelalterlichen Florenz bis hin zur Watergate-Affäre 1972, als Mitglieder der amerikanischen Regierung unter Missbrauch ihrer Vollmachten die Opposition mit illegalen Mitteln bekämpften und dieses im Anschluss vertuschten.Der amerikanische Politikwissenschaftler Daniel Pipes unterscheidet zwischen lokalen Verschwörungen wie der Iran-Contra-Affäre, deren Akteure zeitlich und räumlich begrenzte Ziele verfolgten, und Weltverschwörungen: Als solche definiert er radikal utopische Ideologien, die die Weltherrschaft erobern und die „Prämissen menschlicher Existenz“ schlechthin verändern wollten: den Faschismus, den Leninismus und den islamistischen Fundamentalismus.Verschwörungen sind auch schon lange Gegenstand des Nachdenkens der Menschen. So widmete der italienische Philosoph Niccolò Machiavelli diesem Phänomen ein Kapitel seiner 1513–1519 entstandenen Discorsi. Machiavelli definiert, dass das Ziel von Verschwörungen entweder Rache sei oder Freiheit oder Macht. Er betont, dass die meisten Verschwörungen aufgedeckt werden. Daher bedürfe es besonders großer Klugheit oder besonderen Glücks, eine erfolgreiche Verschwörung durchzuführen, zumal die Gefahr der Aufdeckung auch danach noch fortbestehe. „Sobald die Zahl der Mitwisser drei oder vier übersteigt“, könne man sich nicht dagegen schützen, dass einer von ihnen durch Bosheit oder Leichtsinn zur Aufdeckung des gemeinsamen Unternehmens beitrage.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort stirbt in Berlin-Plötzensee. Heinrich Ahasverus Graf von Lehndorff-Steinort war einer der Beteiligten an der Verschwörung des 20. Juli 1944 gegen Adolf Hitler. Er war ein Enkel von Heinrich von Lehndorff.
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Geboren: Clive Derby-Lewis wird in Kapstadt geboren. Clive John Derby-Lewis ist ein ehemaliger südafrikanischer Politiker. Er wurde 1993 wegen Verschwörung zum Mord verurteilt und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe.
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Geboren: Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort wird in Hannover geboren. Heinrich Ahasverus Graf von Lehndorff-Steinort war einer der Beteiligten an der Verschwörung des 20. Juli 1944 gegen Adolf Hitler. Er war ein Enkel von Heinrich von Lehndorff.
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Gestorben: Francis Wharton stirbt in Washington, D.C.. Francis Wharton war ein amerikanischer Jurist, Pfarrer und Autor, der als einer der maßgeblichen amerikanischen Rechtsgelehrten seiner Zeit galt. Er wirkte als Professor an verschiedenen Hochschulen und gab neben zahlreichen anderen rechtswissenschaftlichen Werken im Jahr 1886 im Auftrag des amerikanischen Außenministeriums unter dem Titel Digest of International Law ein dreibändiges Kompendium zum Völkerrecht heraus. Mit einer 1855 veröffentlichten Abhandlung war er außerdem der erste amerikanische Jurist, der sich umfassend der Schuldunfähigkeit von psychisch kranken Straftätern widmete. Nach ihm benannt ist die Wharton’s rule, ein Grundsatz in der Rechtspraxis einer Reihe amerikanischer Bundesstaaten zur Unzulässigkeit der Verfolgung bestimmter Straftaten als Verschwörung.
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Geboren: Francis Wharton wird in Philadelphia geboren. Francis Wharton war ein amerikanischer Jurist, Pfarrer und Autor, der als einer der maßgeblichen amerikanischen Rechtsgelehrten seiner Zeit galt. Er wirkte als Professor an verschiedenen Hochschulen und gab neben zahlreichen anderen rechtswissenschaftlichen Werken im Jahr 1886 im Auftrag des amerikanischen Außenministeriums unter dem Titel Digest of International Law ein dreibändiges Kompendium zum Völkerrecht heraus. Mit einer 1855 veröffentlichten Abhandlung war er außerdem der erste amerikanische Jurist, der sich umfassend der Schuldunfähigkeit von psychisch kranken Straftätern widmete. Nach ihm benannt ist die Wharton’s rule, ein Grundsatz in der Rechtspraxis einer Reihe amerikanischer Bundesstaaten zur Unzulässigkeit der Verfolgung bestimmter Straftaten als Verschwörung.

Politik & Weltgeschehen

1456

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In Siena wird eine Verschwörung aufgedeckt, ihre Anführer enthauptet oder ins Exil geschickt.
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Der venezianische Doge Pietro Tradonico wird nach der Einweihung der Kirche San Zaccaria von Verschwörern ergriffen und erschlagen.

Dänemark

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Die Gattin des dänischen Königs, Caroline Mathilde, und der dänische Staatsminister Graf Johann Friedrich Struensee werden wegen Verdachts eines gegen König Christian VII. gerichteten Komplotts festgesetzt. Die Königin wird auf Schloss Kronborg verbracht, Struensee, ihr Geliebter, verhaftet. Der Minister wird am 28. April mit einem Vertrauten hingerichtet, die Königin verbannt.

Mordinstrument

1972

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starben drei Carabinieri bei der Explosion einer Bombe in einem abgestellten Auto nahe dem Ort Peteano. Verdächtigt wurden lange Zeit die linksterroristischen Roten Brigaden, bis sich 1984 herausstellte, dass die Bombe von dem Rechtsextremisten Vincenzo Vinciguerra gelegt worden war. Dieser bezichtigte in seinen Aussagen vor Gericht italienische und ausländische Geheimdienste sowie die NATO einer breit angelegten Verschwörung, die unter dem Namen Gladio bzw. Strategie der Spannung eine Staatsaffäre in Italien auslöste und zur Aufklärung weiterer Bombenanschläge führte. (Autobombe)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1978

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Film: Verstecktes Ziel (Originaltitel: Brass Target) ist ein US-amerikanischer Kriegsfilm von Regisseur John Hough aus dem Jahr 1978. Er basiert auf dem Roman The Algonquin Project von Frederick Nolan. Die Handlung dreht sich um General George S. Pattons tödlichen Autounfall und suggeriert, dass dieser fingiert gewesen und Patton durch einen Auftragsmörder einer Gruppe von Verschwörern getötet worden sei.

Stab:
Regie: John Hough
Drehbuch: Alvin Boretz
Produktion: Betty Adams, Arthur Lewis
Musik: Laurence Rosenthal
Kamera: Tony Imi
Schnitt: David Lane

Besetzung: Sophia Loren, John Cassavetes, George Kennedy, Robert Vaughn, Patrick McGoohan, Bruce Davison, Edward Herrmann, Max von Sydow, Ed Bishop, Lee Montague, Alan Tilvern, Hal Galili, Bernard Horsfall, John Junkin, Sigfrit Steiner, Heinz Bennent

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