Villa Rosa (Dresden)

Villa Rosa, Ansicht Vorderfront, Holzhofgasse 20, um 1875
Bild: Fotograf unbekannt, vor 1900
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Die Villa Rosa war eine vorstädtische Villa in Dresden an der Holzhofgasse neben dem später angelegten Rosengarten an der Elbe. Sie wurde im Jahr 1839 von Gottfried Semper für den Bankier Martin Wilhelm Oppenheim (1781–1863) errichtet.



Geschichte




Der aus Königsberg i. Pr. stammende und in Berlin lebende Bankier Martin Wilhelm (bis 1826 Mendel Wolff) Oppenheim ließ sich die Villa als Sommersitz in der Dresdener Antonstadt, am rechten Ufer der Elbe, in der Holzhofgasse 15, 1839 errichten und benannte sie nach seiner Frau „Rosa“, geb. Alexander (1792–1849). 1845 bis 1848 leitete Semper im Auftrag von Oppenheim zudem den Bau des Oppenheim'schen Palais an der Dohnaischen Gasse, nach deren Fertigstellung die Oppenheims vollständig nach Dresden umzogen. Das Obergeschoss der Villa Rosa wurde für die Tochter Elisabeth und den Schwiegersohn August Grahl sowie deren zahlreiche Kinder eingerichtet. In den folgenden anderthalb Jahrzehnten wurde die Villa durch die Gastfreiheit der Oppenheims und den Kunstsinn der Grahls zu einem Treffpunkt des Dresdner Bürgertums.Nach dem Tod Martin Wilhelm Oppenheims verkauften seine Erben das Anwesen an den Freiherrn Wilhelm Georg von Warburg, der auch Gutsherr auf Hohenlandin war. Von dessen Erben erwarb es ungefähr 1898 der Nähmaschinenfabrikant Clemens Müller, dessen Erben es wiederum ungefähr 1924 an den Dresdner Gummiwarenfabrikaten und -händler Hermann Rudel verkauften. Dieser betrieb auf dem Gelände auch eine Fabrik sowie das „Sanitätshaus Frauenheil“. Letzte Eigentümer waren die Stadt Dresden in den späten 1930er und der Verein für die evangelisch-lutherische Diakonissenanstalt zu Dresden in den frühen 1940er Jahren, der hier einen Kindergarten und -hort mit Turnhalle unterhielt. Während der Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg brannte die Villa aus und wurde im Jahr 1955 abgetragen. Heute befindet sich auf dem Gelände eine Grundschule. An die Villa erinnern eine Semperbüste vor der Schule und eine Gedenktafel an der Elbseite der Gartenanlage.Das Grundstück erhielt mehrmals eine neue Hausnummer. Seit ungefähr 1875 lautete seine Adresse Holzhofgasse 20, seit ungefähr 1892 Holzhofgasse 4. In den 1920er Jahren erfolgte die Zusammenlegung mit dem Nachbargrundstück zur Holzhofgasse 4/6.In den 1890er und den 1920er-1930er Jahren wurden die Villa und ihre Nebengebäude wiederholt ganz oder teilweise vermietet. Zu den Mietern in den 1890er Jahren gehörte der damalige Rektor des Gymnasiums zu Dresden-Neustadt, Martin Wohlrab (1834–1913). 1935 lebten im Obergeschoss, in dem ursprünglich die Familie Grahl gewohnte hatte, sieben verschiedene Mietparteien.

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Bezüge in der Architekturgeschichte

1839

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Villa Rosa von Gottfried Semper in Dresden (La Rotonda)

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