Waldfriedhof Zehlendorf

Ehrengrab für Ernst Reuter

Der Waldfriedhof Zehlendorf ist ein über 37,5 Hektar großer landeseigener Friedhof von Berlin, der im Ortsteil Nikolassee des Bezirks Steglitz-Zehlendorf liegt. Der Nordteil des Friedhofs wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 geplant und zwischen 1946 und 1947 von Herta Hammerbacher angelegt, ein weiterer Ausbau erfolgte zwischen 1948 und 1954 durch Max Dietrich. Wie der Waldfriedhof Dahlem gilt auch dieser Friedhof als Prominentenfriedhof, da hier mehrere bedeutende Persönlichkeiten Berlins beerdigt wurden.



Inhaltsverzeichnis



Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrengrab für Gustav Klingelhöfer
Ehrengrab für Jakob Kaiser

Der Waldfriedhof nimmt eine Fläche von 375.794 m² ein. Grundlage der Gestaltung war die Anlehnung an die vorgefundene Topographie, den Boden und den Pflanzbestand; die Gestaltung war bewusst im landschaftlichen Stil gewählt und wurde als Anknüpfung an den Landschaftsraum Rehwiese betrachtet. Für die Anlage wurde etwa ein Drittel Jagen des benachbarten Forstes in die Fläche integriert, dessen Waldcharakter beibehalten und nur für den neuen Zweck ausgelichtet wurde. Der Baumbestand besteht hauptsächlich aus Kiefern, hinzu kommen vereinzelt Eichen, Ebereschen und Birken. In die Planung waren sowohl der damalige Gartendirektor Reinhold Lingner als auch der Stadtbaudirektor Hans Scharoun integriert. Die Hauptachsen bilden zwei Wege in Nord-Süd-Richtung, zwischen denen sich in einem lockeren Rechteckmuster mit gebogenen Pfaden die restlichen Wege des Friedhofs erstrecken. Die Feierhallen liegen auf einer natürlichen Anhöhe und zwischen dieser Anhöhe und dem Eingang am Wasgensteig befindet sich eine U-förmig angelegte und nach Osten geöffnete Wiese, die ursprünglich als Heidefläche angelegt war. Die Gräber sind als Reihengräber angelegt und liegen sowohl im Wiesen- als auch im Waldabschnitt des Friedhofes.

Im Jahr 1953 wurde zudem ein italienischer Ehrenfriedhof angelegt, der von Gehölzen umstanden und damit strukturell vom restlichen Friedhof getrennt ist. Auf diesem finden sich auf einer Rasenfläche regelmäßig angeordnete Grabplatten.



Kapelle und Nebengebude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer natürlichen Anhöhe befinden sich die Feierhallen des Friedhofs, die aus finanziellen Gründen erst in den Jahren 1956 bis 1958 von Sergius Ruegenberg und Wolf von Möllendorff gebaut wurden. Der Standort wurde von Hammerbacher gegen das Gartenamt zugunsten des landschaftlichen Charakters durchgesetzt. Es handelt sich hierbei um eine größere und eine kleinere Feierhalle, die von mehreren niedrigen Nebengebäuden miteinander verbunden sind. Die Vorderfront der Hallen ist durch zwei freistehende, travertinverkleidete Mauern mit einem dazwischenliegenden Eingang verdeckt, dahinter befindet sich ein flacher Sammlungsraum. Bei den Hallen selbst handelt es sich um Stahlbetonbauten in einer Skelettbauweise mit Ziegeln als Ausfachung. Die Stirnseiten der Hallen sind mit dunklem Blech verkleidet und bestehen teilweise aus Glasflächen. Die Rückseiten sind weitgehend verglast und von Stahlrahmen eingefasst.

Neben diesen Hauptgebäuden existieren auf dem Friedhof noch eine Reihe weiterer Gebäude. Dazu gehören das 1950 von Friedrich Dücker gebaute Tor an der Potsdamer Chaussee und das 1959 von Hans-Joachim Sachse und Bernhard Busen gebaute Tor am Wasgensteig. Das Pförtnerhaus an der Potsdamer Chaussee stammt ebenfalls von Sachse und Busen (1961/1962), während der Blumenladen (1967/1968) und das Pförtnerhaus am Wasgensteig (1971/1972) nur von Sachse gebaut wurde. Auf der Wiese zur Potsdamer Chaussee befindet sich zudem noch ein Glockenbau, den Sergius Ruegenberg und Möllendorff 1963 erstellten.



Grabsttten bekannter Persnlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Waldfriedhof Zehlendorf wurden viele bekannte Berliner Persönlichkeiten bestattet. Der Berliner Senat übernimmt die Kosten der Pflege für über 40 Ehrengräber.

( * = Ehrengrab)


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Hammer: Historische Friedhfe & Grabmler in Berlin. Stattbuch, Berlin 1994
  • Klaus Konrad Weber, Peter Gttler, Ditta Ahmadi (Hrsg.): Berlin und seine Bauten. Teil X Band A: Anlagen und Bauten fr die Versorgung (3) Bestattungswesen. Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin 1981, ISBN 3-433-00890-6
  • Hans-Jrgen Mende: Lexikon Berliner Grabsttten. Haude & Spener, Berlin 2006. ISBN 3-7759-0476-X


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Liste der Friedhfe in Berlin. Senatsverwaltung fr Stadtentwicklung und Umwelt, Stand Mai 2016, abgerufen am 6. Juni 2017 (PDF).
  2. ? abcWaldfriedhof Zehlendorf, Jahr 1948 in der Online-Ausstellung 100 Jahre Landschaftsarchitektur des bdla. Abgerufen am 30. April 2014.

52.42416666666713.211111111111Koordinaten: 52° 25′ 27″ N, 13° 12′ 40″ O

Ehrengrab für Gustav KlingelhöferBild: Florian LindnerLizenz: Creative Commons Attribution V2.5

Der Waldfriedhof Zehlendorf ist ein über 37,5 Hektar großer landeseigener Friedhof von Berlin, der im Ortsteil Nikolassee des Bezirks Steglitz-Zehlendorf liegt. Der Nordteil des Friedhofs wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 geplant und zwischen 1946 und 1947 von Herta Hammerbacher angelegt, ein weiterer Ausbau erfolgte zwischen 1948 und 1954 durch Max Dietrich. Wie der Waldfriedhof Dahlem gilt auch dieser Friedhof als Prominentenfriedhof, da hier mehrere bedeutende Persönlichkeiten Berlins beerdigt wurden.

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Grabstätten bekannter Persönlichkeiten

1952

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Richard Schubert* (1877–1955), Widerstandskämpfer, Dozent, Stadtältester von Berlin

Tagesgeschehen

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Berlin/Deutschland: Die am 1. Februar verstorbene Hildegard Knef wird nach einer Trauerfeier in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Waldfriedhof Zehlendorf beigesetzt.

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