Wannseekonferenz

Auf der Wannseekonferenz kamen am 20. Januar 1942 in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin 15 hochrangige Vertreter der nationalsozialistischen Reichsregierung und SS-Behörden zusammen, um unter dem Vorsitz von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich als Präsident von Interpol, und damit Hausherr der IKPK-Wannseevilla, den begonnenen Holocaust an den Juden im Detail zu organisieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Instanzen zu koordinieren.

Entgegen verbreiteter Meinung war es nicht Hauptzweck der Konferenz, den Holocaust zu beschließen – diese Entscheidung war mit den seit dem Angriff auf die Sowjetunion (22. Juni 1941) stattfindenden Massenmorden in vom Deutschen Reich besetzten Gebieten faktisch schon gefallen –, sondern in den Grundzügen die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Vernichtung in den Osten zu organisieren und die erforderliche Koordination sicherzustellen. Die Teilnehmer legten den zeitlichen Ablauf für die weiteren Massentötungen fest, grenzten die dafür vorgesehenen Opfergruppen genauer ein und einigten sich auf eine Zusammenarbeit unter der Leitung des Reichssicherheitshauptamts (RSHA), das Heydrich führte.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Robert Kempner stirbt in Königstein im Taunus. Robert Max Wasilii Kempner war ein deutscher Jurist. Bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen arbeitete er als Stellvertreter des amerikanischen Chefanklägers Robert H. Jackson. Kempner hat (Anfang März 1947 ) das sogenannte Wannsee-Protokoll gefunden, in dem der Beschluss zur „Endlösung der Judenfrage” schriftlich festgehalten wurde.
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Gestorben: Otto Hofmann (SS-Funktionär) stirbt in Bad Mergentheim. Otto Hofmann war ein deutscher SS-Funktionär. Er war unter anderem von 1941 bis 1943 Chef des SS-Rasse- und Siedlungshauptamts sowie SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und der Polizei. Hofmann nahm an der Wannseekonferenz teil.
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Gestorben: Georg Leibbrandt stirbt in Bonn. Georg Leibbrandt war ein russisch-deutscher Dolmetscher, Bürokrat und Diplomat, der in der Zeit des Nationalsozialismus als Russlandexperte galt. Zunächst Mitglied der Sturmabteilung, besetzte er später führende außenpolitische Positionen im Außenpolitischen Amt der NSDAP (APA) und im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO). Beide Behörden standen unter der Leitung des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg. Leibbrandt war Teilnehmer der Wannsee-Konferenz und in einem hohen Maße an der systematischen Judenvernichtung beteiligt. In der Nachkriegszeit wurde ein strafrechtliches Verfahren (Beihilfe zum Mord) gegen Leibbrandt eingestellt.
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Geboren: Erhard Wetzel wird in Stettin geboren. Erhard Wetzel, in der Literatur auch fälschlich Ernst Wetzel oder Alfred Wetzel genannt, war ein deutscher Jurist, der in der Zeit des Nationalsozialismus im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO) für den NS-Chefideologen Alfred Rosenberg als „Judenreferent“ arbeitete. Bekannt geworden ist Wetzel in der Nachkriegszeit aufgrund des von ihm verfassten so genannten Gaskammerbriefes. Der Brief ist das bislang früheste Dokument, das die Verbindung zwischen der T4-Aktion und der systematischen Vernichtung von Juden in Europa bezeugt. Wetzel hat sich darüber hinaus - und nicht zuletzt - durch seine Teilnahme an den Nachfolgekonferenzen der Wannsee-Konferenz an diesen Mord-Aktionen beteiligt. Ebenso hat er bei verschiedensten Aktionen im Rahmen der Umsetzung des Generalplan Ost mitgewirkt, mit dem die Politik einer Germanisierung der besetzten Ostgebiete verfolgt wurde.
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Geboren: Robert Kempner wird in Freiburg im Breisgau geboren. Robert Max Wasilii Kempner war ein deutscher Jurist. Bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen arbeitete er als Stellvertreter des amerikanischen Chefanklägers Robert H. Jackson. Kempner hat (Anfang März 1947 ) das sogenannte Wannsee-Protokoll gefunden, in dem der Beschluss zur „Endlösung der Judenfrage” schriftlich festgehalten wurde.

Übersichten in Listenform > Geschichte

1942

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Wannseekonferenz (nach dem Zweiten Weltkrieg geprägter Begriff) in der ehemaligen Villa Marlier, veranstaltet von den Nazis zur Planung der sogenannten „Endlösung der Judenfrage“ (Berlin-Wannsee)

Politik & Weltgeschehen

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An der von Reinhard Heydrich einberufenen Wannseekonferenz in Berlin wird die administrative Durchführung der „Endlösung der Judenfrage“, des Holocausts organisiert. Protokollführer der Konferenz ist Adolf Eichmann.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1988

Werkeverzeichnis:
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Die Wannseekonferenz, Bühnenfassung, Premiere im Volkstheater Wien, Regie: Paul Blaha, Tourneen mit dem neuen theater Halle, Regie: Peter Sodann (Paul Mommertz)

Rundfunk, Film & Fernsehen

2001

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Film: Die Wannseekonferenz (Originaltitel: Conspiracy) ist ein amerikanisch-britisches Filmdrama aus dem Jahr 2001. Der Film zeigt auf dokumentarische Weise die am 20. Januar 1942 durchgeführte Wannseekonferenz, während der die „Endlösung der Judenfrage“ besprochen wurde.

Stab:
Regie: Frank Pierson
Drehbuch: Loring Mandel
Produktion: Nick Gillott
Kamera: Stephen Goldblatt
Schnitt: Peter Zinner

Besetzung: Stanley Tucci, Kenneth Branagh, Ben Daniels, Owen Teale, Nicholas Woodeson, Ian McNeice, David Threlfall, Barnaby Kay, Ewan Stewart, Kevin R. McNally, Brian Pettifer, Brendan Coyle, Jonathan Coy, Peter Sullivan, Colin Firth, Florian Panzner, Hinnerk Schönemann, Tom Hiddleston, Dirk Martens, Andreas Günther

Widmungen, Jahrestage & zukünftige Ereignisse

2012

Jahreswidmungen:
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70. Jahrestag der Wannseekonferenz in Berlin zum begonnenen Holocaust an Juden am 20. Januar

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