Warschauer Ghetto

Das Warschauer Ghetto, von den deutschen Behörden „Jüdischer Wohnbezirk in Warschau“ genannt, wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten für polnische und deutsche Juden errichtet und war das bei weitem größte Sammellager dieser Art. Es wurde Mitte 1940 im Stadtzentrum Warschaus, westlich der Altstadt im Stadtteil Wola zwischen Danziger Bahnhof und dem alten Hauptbahnhof Warszawa Główna und dem Jüdischen Friedhof errichtet. Hierher wurden vor allem Juden aus ganz Warschau, aus anderen unter deutscher Kontrolle stehenden polnischen Regionen sowie aus dem deutschen Reichsgebiet und den besetzten Ländern deportiert. Es diente schließlich hauptsächlich als Sammellager für die Deportationen in das Vernichtungslager Treblinka der SS und war als solches Teil der organisierten Massenvernichtung, der sogenannten „Endlösung der Judenfrage“. Das Warschauer Ghetto war der Ort der größten jüdischen Widerstandsaktion gegen den Völkermord, des so genannten jüdischen Aufstands im Warschauer Ghetto, der vom 19. April bis mindestens zum 16. Mai 1943 dauerte. Der Name Ghetto hat in dem Begriff nicht die Bedeutung eines mittelalterlichen Judenghettos.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Janina Bauman stirbt in Leeds. Janina Bauman war eine polnische Überlebende des Warschauer Ghettos.

1997

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Gestorben: Joe Heydecker stirbt in Wien. Joe J. Heydecker (vollständig: Joe Julius Isaak Philipp Heydecker) war ein deutscher Fotograf, Journalist und Autor. Ab 1960 betätigte er sich in Brasilien auch als Verleger und Buchhändler. Er fotografierte heimlich im Warschauer Getto und war einer der wenigen deutschen Berichterstatter bei den Nürnberger Prozessen.
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Gestorben: Heinz Auerswald stirbt in Düsseldorf. Heinz Auerswald, auch: Heinz Auerwald, war ein deutscher Jurist und während des Zweiten Weltkriegs deutscher Kommissar des Warschauer Ghettos.
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Gestorben: Josef Blösche stirbt in Leipzig, hingerichtet. Josef Blösche war als SS-Rottenführer unter anderem an der Liquidierung des Warschauer Ghettos und an der Bekämpfung des Warschauer Aufstandes beteiligt und wurde durch ein Foto, das ihn mit einem sich ergebenden Jungen zeigt, als Synonym für die Grausamkeit der SS weltbekannt.
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Gestorben: Walter Többens stirbt. Walter Caspar Többens, auch Walther Többens, war Inhaber der Többenswerke im Warschauer Ghetto.

Bemerkenswertes

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Exponierte Ereignisse: Im Warschauer Ghetto findet die „Große Aussiedlung“ in Vernichtungslager statt, bei der unter anderem die Bewohner von Janusz Korczaks Waisenhaus abtransportiert und ermordet werden.
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Exponierte Ereignisse: Im Rahmen der „Aktion Reinhardt“ genannten systematischen Ermordung der Juden und Roma Polens und der Ukraine beginnen die deutschen Besatzer mit der Deportation der im Warschauer Ghetto Eingesperrten in das Vernichtungslager Treblinka.
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Exponierte Ereignisse: Der Arzt und Hochschullehrer Franciszek Raszeja wird im Warschauer Ghetto von SS-Angehörigen erschossen.

Politik & Weltgeschehen

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Erst mit der vollständigen Niederbrennung des Ghettos kann die unter dem Kommando von Jürgen Stroop stehende SS den Aufstand im Warschauer Ghetto beenden. Als Abschluss lässt er die Große Synagoge sprengen.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Organisiert von der ?OB unter der Leitung von Mordechaj Anielewicz beginnt im Warschauer Ghetto der Aufstand gegen die Fortsetzung der Deportationen von Juden in Vernichtungslager durch die deutschen Besatzer in Polen. (19. April)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Die Nationalsozialisten marschieren in das Warschauer Ghetto ein, um dieses aufzulösen und die jüdischen Bewohner in Vernichtungslager zu deportieren. Der Jüdischen Kampforganisation unter Mordechaj Anielewicz gelingt es in viertägigen Kämpfen, die Deutschen zunächst wieder zu vertreiben. (18. Januar)

1943

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Episoden > Kapitel 5: Totaler Krieg: – Der Junge von Warschau (wurde anfangs nicht im Fernsehen ausgestrahlt) (100 Jahre – Der Countdown)

1940

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Zeittafel zur Geschichte der Stadt > Im Zweiten Weltkrieg: Die Stadt wird vom Großdeutschen Reich annektiert und dem sogenannten Wartheland einverleibt. Bis 1944 verlieren 7628 Personen ihr Leben, 8032 Personen werden als Zwangsarbeiter ins Innere Deutschlands deportiert. In den Wäldern um Zgierz werden während des Zweiten Weltkrieges 35.000 Personen aus der Stadt und dem Kreise erschossen. Sämtliche Juden werden ins Litzmannstädter (?ód?), danach ins Warschauer Ghetto verbracht.

Rezeption > Tagebücher und Autobiographisches

1967

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Chaim Aron Kaplan: Buch der Agonie – Das Warschauer Tagebuch des Chaim A. Kaplan. Hrsg. von Abraham I. Katsh. Insel Verlag, Frankfurt am Main

Rezeption > Roman

1974

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Bogdan Wojdowski: Brot für die Toten. Roman. Aus dem Polnischen von Henryk Bereska, Verlag Volk und Welt, Berlin

P > Polen?Polen

1999

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– Die Archivbestände aus dem Warschauer Ghetto (Emanuel-Ringelblum-Archiv), Jüdisches Historisches Institut, Warschau (Weltdokumentenerbe)

Tagesgeschehen

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Warschau/Polen: Im ehemaligen Warschauer Ghetto wird der Grundstein für ein Museum für die Geschichte der polnischen Juden gelegt.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2010

Film:
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Geheimsache Ghettofilm (Originaltitel: Shtikat Haarchion). Dokumentation über Filmmaterial aus dem Warschauer Ghetto

2009

Rezeption > Film > Spielfilm:
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Dror Zahavi: Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki

2002

Rezeption > Film > Spielfilm:
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Roman Pola?ski: Der Pianist

1999

Rezeption > Film > Spielfilm:
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Peter Kassovitz: Jakob der Lügner

1974

Rezeption > Film > Spielfilm:
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Frank Beyer: Jakob der Lügner

Redner

2012

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Marcel Reich-Ranicki, Literaturkritiker und Shoah-Überlebender. Reich-Ranicki schilderte, wie er im Warschauer Ghetto den Beginn der Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka erlebte; seine Rede wurde als Rede des Jahres durch das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen gewürdigt. (Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus)

"Warschauer Ghetto" in den Nachrichten