Wechselkurs

Wechselkurs des Euro zum US-Dollar seit Bestehen des Euros
Bild: origin Thomas Steiner

Der Wechselkurs ist der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung. Der Markt, auf dem sich dieser Preis bildet, ist der Devisenmarkt.

Der Wechselkurs ist volkswirtschaftlich sehr bedeutsam, da er zum Beispiel die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Währungsraumes beeinflusst (siehe Wechselkursmechanismus). Für Unternehmen und Anleger besteht durch die Wechselkursänderungen ein Risiko (Wechselkursunsicherheit), wenn Forderungen an eine Fremdwährung gebunden sind.



Inhaltsverzeichnis



Arten von Wechselkursen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Allgemeinen unterscheidet man Wechselkurse nach zwei Kriterien:

Nominaler Wechselkurs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlich gibt der nominale Wechselkurs an, in welchem Verhältnis die Währung eines Landes gegen die Währung eines anderen Landes getauscht werden kann. Der nominale Wechselkurs lässt sich dabei in der Mengen- oder der Preisnotierung ausdrücken. Die Mengennotierung (indirect quotation), Wechselkurs im engeren Sinne, gibt den Preis einer Einheit der inländischen Währung in Einheiten der ausländischen Währung an (am Beispiel von Europa und den USA aus europäischer Sicht: Dollar je Euro). Dagegen gibt die Preisnotierung (direct quotation) oder der „Devisenkurs“ den Preis einer Einheit der ausländischen Währung in Einheiten der inländischen Währung an (Euro je Dollar aus europäischer Sicht). Die Preisnotierung ist somit definitionsgemäß der Kehrwert der Mengennotierung.

In der Eurozone, Großbritannien, Australien und Neuseeland wird heute mehrheitlich die Mengennotierung verwendet, während ansonsten die Preisnotierung üblich ist, insbesondere auch in der Schweiz. In der Eurozone war bis zu der Euroeinführung auch die Preisnotierung üblich.

Der Wechselkurs in Mengennotierung eM{\displaystyle e_{\mathrm {M} }} wird durch

berechnet, in Preisnotierung (Devisenkurs) lautet sie

Realer Wechselkurs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

?Hauptartikel: Realer Wechselkurs

Der reale Wechselkurs bezeichnet das Verhältnis, zu dem ein repräsentativer Warenkorb eines Landes gegen einen repräsentativen Warenkorb eines anderen Landes getauscht werden kann. Der reale Wechselkurs ist damit als ein Index definiert, sein absoluter Wert hat also keinen Aussagewert. Erst durch die Betrachtung der Änderungsraten im Zeitverlauf kann man wichtige Erkenntnisse gewinnen. An den Änderungsraten kann man die Entwicklung der Kaufkraft eines Landes ablesen.

Eine real aufwertende Währung zeichnet sich zwar durch eine höhere Kaufkraft gegenüber dem Ausland aus (man spricht auch von verbesserten Terms of Trade), verringert jedoch gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Wirtschaft.

Wechselkurs bei Geldinstituten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Verwaltung und Abrechnung im Sortengeschäft nicht nur arbeitsaufwendig ist, sondern das Geldinstitut beim Ankauf fremder Währung ein Risiko eingeht, werden Sorten meist zum niedrigen Geldkurs an und zum höheren Briefkurs verkauft. Diese Kurse weichen von den Umtauschkursen, die zum Beispiel bei Überweisungen ins Ausland verwendet werden, mehr oder weniger stark ab. In manchen Ländern mit hoher Wechselkursvolatilität wird Hartwährung bevorzugt, so dass es für Reisende vorteilhafter sein kann, erst im Zielland das Geld zu tauschen.

Bilaterale und effektive Wechselkurse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom bilateralen Wechselkurs spricht man, wenn sich der Wechselkurs auf zwei Währungen bezieht. Betrachtet man dagegen den Wechselkurs zwischen einer Währung und einem Währungskorb, dann spricht man vom effektiven (oder auch multilateralen) Wechselkurs.

Der Währungskorb wird aus den Währungen der wichtigsten Handelspartner gebildet. Der effektive Wechselkurs wird bestimmt, indem der Durchschnitt aus allen bilateralen Wechselkursen im Währungskorb gebildet wird, dabei wird jeder bilaterale Wechselkurs mit dem Anteil des jeweiligen Landes am Außenhandel gewichtet. Wird mit dem Exportanteil gewichtet, so spricht man vom Exportwechselkurs, wird dagegen mit dem Importanteil gewichtet, dann spricht man vom Importwechselkurs. Meistens wird der Durchschnitt aus dem Export- und Importanteil gebildet, in diesem Fall wird der effektive Wechselkurs als Außenwert der Währung bezeichnet.

Der effektive Wechselkurs ist deswegen wichtig, weil Wechselkurse aus Unternehmenssicht v. a. wichtige Indikatoren für die eigene Wettbewerbsfähigkeit sind. Allerdings kann ein Wechselkurs per Definition immer nur genau zwei Volkswirtschaften miteinander vergleichen. Dies reduziert seine Aussagekraft. Um zu einer grundsätzlicheren Erkenntnis über die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu kommen, müssten demnach auch alle anderen für Ex- und Importe wichtigen Wechselkurse berücksichtigt werden – dies leistet der effektive Wechselkurs.

Die Europäische Zentralbank (EZB) berechnet den effektiven Außenwert des Euro gegenüber den Währungen von 23 Haupthandelspartnern (die sog. EWK-23-Gruppe). Bedeutsam sind dabei jedoch v. a. der US-Dollar, das britische Pfund und der japanische Yen, die derzeit gemeinsam über 55 Prozent des gesamten effektiven Wechselkurses des Euro ausmachen. Obwohl die Währungen, die nicht zur EWK-23-Gruppe zählen, eine relativ unwichtige Rolle spielen, bestimmt die EZB auch den effektiven Wechselkurs für die 42 wichtigsten Handelspartner, die sogenannte EWK-42-Gruppe.



Wechselkurstheorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur theoretischen Begründung von Wechselkursschwankungen bestehen mehrere Theorien, die einen Zusammenhang herstellen zwischen dem Wechselkurs auf der einen sowie etwa dem Preisniveau, dem Einkommen oder dem Zinssatz im In- und Ausland auf der anderen Seite. Diese Theorien sind in der Regel partialanalytisch, das heißt, sie betrachten die Veränderung einer (oder weniger) den Wechselkurs bestimmenden Größe.

Grundsätzlich kann man zwischen zwei Arten von Ansätzen unterscheiden:

  1. Stromanstze: Sie zielen ab auf die Wirkung der nderung des Preisniveaus, des Einkommens oder des Zinssatzes auf die Kapitalverkehrsbilanz und die Leistungsbilanz. Zu dieser Richtung gehren:
    • Mundell-Fleming-Modell (Absorptionsansatz): Basierend auf einer keynesianischen Theorie stellt dieser Ansatz auf das Leistungsbilanzsaldo (LBS) eines Landes ab, um zuknftige Kursentwicklungen der jeweiligen Whrung vorherzusagen.
    • Zinsparittenansatz: ?Geld geht dorthin, wo die hchsten Ertrge zu erzielen sind.? Sind internationale Kapitalmrkte frei von Kapitalverkehrskontrollen und in- und auslndische Finanztitel perfekte Substitute, dann kommt es durch die Ausnutzung von Arbitragemglichkeiten zu einer perfekten bereinstimmung der entsprechenden Ertragsraten im In- und Ausland, die sich zum einen aus dem direkten Zinsertrag bzgl. des inlndischen und auslndischen Zinsniveaus und zum anderen durch Wechselkursnderungen ergeben. Jede Abweichung der Ertragsraten wird zu Kapitalbewegungen fhren, die auf die Ausnutzung von Gewinnmglichkeiten ausgerichtet sind und solange anhalten und zu Anpassungen fhren, bis eine erneute Angleichung erfolgt ist.
    • Kaufkraftparittenansatz: Die Kaufkraftparittentheorie leitet den Wechselkurs zweier Whrungen aus der Relation der jeweiligen Preisniveaus ab. Sie besagt, dass die Wechselkurse hauptschlich schwanken, um Preisniveauunterschiede zwischen Whrungsrumen auszugleichen. Relevant sind dabei Gterkrbe, die allein international handelbare Gter enthalten. Dieser Ansatz basiert auf dem Grundsatz des ?law of one price?. Gem der Kaufkraftparittentheorie muss eine Geldeinheit in allen Lndern die gleiche Kaufkraft haben, also berall den gleichen realen Wert besitzen.
  2. Bestandsanstze: Sie zielen ab auf die Wirkung von Vermgensnderungen (Portfolioanstze). Dazu gehren:
    • monetrer Ansatz
    • Finanzmarktansatz (asset approach)
    • makrokonomische Portfoliotheorie


Wechselkursnderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

?Hauptartikel: Abwertung (Whrung)
?Hauptartikel: Aufwertung (Whrung)

Grundsätzlich entstehen Wechselkursänderungen durch Angebots- und Nachfrageverhalten der Marktakteure. Der Wechselkurs stellt sich dort ein, wo sich Angebot und Nachfrage nach einer Währung treffen. Als Marktakteure treten dabei sowohl Großinvestoren (z. B. Zentralbanken aller Länder, internationale Großbanken und Unternehmen) als auch Kleinanleger auf.

Während in Systemen flexibler Wechselkurse die Wechselkursänderungen nur durch Angebots- und Nachfrageverhalten der privaten Marktakteure entstehen, tritt in Systemen fixer Wechselkurse die jeweilige Zentralbank als zusätzlicher Marktakteur auf, der solange seine Währung kauft oder verkauft (sogenannte Devisenmarktintervention), bis der festgelegte Wechselkurs erreicht ist.

Wechselkursänderungen haben große gesamtwirtschaftliche Bedeutung und spielen daher auch im Rahmen der Wirtschaftspolitik eine bedeutende Rolle. Aus der Betrachtung der Wechselkursänderungen im Zeitverlauf kann darauf geschlossen werden, wie die Marktakteure die Entwicklung einer Volkswirtschaft einschätzen.

Da sich der Wechselkurs auf einem sehr liquiden und oft volatilen Markt bildet, schwanken Wechselkurse in Systemen flexibler Wechselkurse erfahrungsgemäß sehr stark. Das Maß für die Schwankungsintensität eines Wechselkurses bezeichnet man als Wechselkursvolatilität. Große Wechselkursänderungen treten zumeist im Rahmen genereller Finanz- oder Wirtschaftskrisen auf.

Auf- und Abwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Währung erfährt eine Aufwertung, wenn ihr Preis auf dem Devisenmarkt steigt; es kommt zu einer Abwertung, wenn ihr Preis auf dem Devisenmarkt sinkt.

Man unterscheidet zwischen nominaler und realer Wechselkursänderung:

  • Eine nominale Auf- bzw. Abwertung findet bei jeder nderung des nominalen Wechselkurses statt.
  • Eine reale Auf- bzw. Abwertung erfordert hingegen eine nderung des realen Wechselkurses.

Mathematische Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Formal lässt sich die prozentuale Änderung des Wechselkurses (WK) wie folgt berechnen:

Bei einer Darstellung des Wechselkurses in Mengennotierung bedeuten positive Änderungsraten eine Aufwertung der Inlandswährung, negative Änderungsraten dagegen eine Abwertung (Devaluation). Es verhält sich genau umgekehrt, wenn der Wechselkurs in Preisnotierung (Devisenkurs) dargestellt wird, dann entsprechen positive Änderungsraten einer Abwertung und negative einer Aufwertung der Inlandswährung.

Beispiel: Bei einer Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar steigt der Wechselkurs in der üblichen Mengennotierung (engl. indirect quotation) von 1,25 USD/EUR auf 1,50 USD/EUR, dann ist die Änderungsrate gleich 0,2, dies entspricht einer Aufwertung um zwanzig Prozent.

Auslser von Wechselkursnderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sind die Gründe bekannt, aus denen ein Angebots- und Nachfrageüberhang entstanden ist, dann ist auch bekannt, wie die Marktakteure (bzw. bei einem Festkurssystem die Regierung) die Entwicklung einer Volkswirtschaft einschätzen. Die wichtigsten Auslöser können sein:

  • Durch private Marktakteure ausgelste Wechselkursnderungen sind oft auf nderungen der Wechselkurserwartungen (siehe hierzu auch Terminmarkt) zurckzufhren. Dabei erwarten die Anleger, dass eine Whrung aufwerten wird und kaufen diese Whrung, um von den Wertsteigerungen zu profitieren.
  • Eine Erhhung des Leitzinses eines Landes bewirkt eine erhhte Nachfrage nach Staatsanleihen dieses Landes. Da die Anleihen in der Whrung dieses Landes bezahlt werden mssen, entsteht eine erhhte Nachfrage nach dieser Whrung, es kommt zu einer Aufwertung. Entsprechend wertet die Whrung ab, wenn die Leitzinsen des jeweiligen Landes fallen.
  • Verstrktes Investitionsinteresse auslndischer Investoren bewirkt verstrkte Nachfrage nach inlndischer Whrung, es kommt zu einer Aufwertung. Dementsprechend bewirkt ein nachlassendes Investitionsinteresse eine Abwertung.
  • Wechselkursnderungen knnen auch durch Devisenmarktinterventionen der Zentralbank hervorgerufen werden (so genannte Realignments). Hierbei kauft bzw. verkauft die Zentralbank inlndische gegen auslndische Whrungseinheiten.

Auswirkungen von Wechselkursnderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Änderungen des Wechselkurses (besonders gegenüber wichtigen Handelspartnern) sind bedeutsame Einflussgrößen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung eines Landes und oftmals auch die seiner Handelspartner. Die Auswirkungen sind sehr vielfältig, ihre volle Entwicklung erreichen sie erst über einen längeren Zeitraum. Die wichtigsten Auswirkungen sind:

  • Inlnder mssen infolge einer Abwertung fr die gleiche Menge importierter Gter mehr inlndische Whrung bezahlen. Daraus entsteht eine Senkung der Importmenge und einer Erhhung der Nachfrage der Inlnder nach inlndischen Gtern, um den Gterbedarf unabhngig vom Wechselkurseffekt zu decken. Gleichzeitig mssen die auslndischen Importeure weniger ihrer Whrung aufwenden, um die gleiche Gtermenge zu erhalten. Dies fhrt zu einem Anstieg der Exportmenge. In der Folge verbessert sich die Leistungsbilanz des Landes. Dies fhrt aber auch zu einer Verschlechterung der Terms of Trade, da mit dem Erls einer konstanten Menge an Exportgtern nur noch eine kleine Menge an Importgtern bezahlt werden kann. Der dadurch entstehende positive Effekt spiegelt sich im Anstieg der Beschftigung im Inland wider.
  • Der Leistungsbilanzeffekt einer Wechselkursnderung kann in der kurzen Frist anders ausfallen als in der langen Frist; dies wird in der Literatur als ?J-Kurven Effekt? bezeichnet: Da die Rechnungen berwiegend in der Whrung des jeweiligen Lieferlandes fakturiert werden, verteuern sich (in Inlandswhrung ausgedrckt) die Importe bei gleichbleibenden Exporterlsen. Daraus resultiert eine Verschlechterung der Leistungsbilanz. Erst wenn die Preislisten angepasst werden und diese Preisnderung ber die jeweiligen Import- und Exportelastizitten zu Nachfragereaktionen fhren, dann steigen die Exporte, sodass sich die Leistungsbilanz verbessert.
  • Wechselkursnderungen haben Auswirkungen auf die Inflationsentwicklung: Eine Abwertung der inlndischen Whrung bewirkt direkt einen Anstieg der Importpreise und somit des Konsumentenpreisindex. Das hat zur Folge, dass die Inlnder weniger Gter kaufen knnen (das real verfgbare Einkommen sinkt), da sie mehr Geld fr importierte Gter ausgeben mssen. Umgekehrt wirkt eine Aufwertung inflationsbremsend, so dass das real verfgbare Einkommen steigt. Dieser Effekt ist kurzfristiger Natur.
  • Mittelfristig bedeutet eine Aufwertung einen Verlust an Wettbewerbsfhigkeit der inlndischen Unternehmen, da die exportierten Gter im Ausland teurer werden und die Exporte zurckgehen werden. Dagegen wirkt sich eine Abwertung stimulierend auf die Exportwirtschaft aus. Im Rahmen der Zahlungsbilanztheorie werden die Auswirkungen von Wechselkursnderungen auf den Auenhandel untersucht. Wichtige Anstze hierzu sind beispielsweise die Marshall-Lerner-Bedingung, die Robinson-Bedingung oder der J-Kurven-Effekt.
  • Wertet die Whrung eines Landes ab, so dass sich die Wettbewerbsfhigkeit dieses Landes verbessert, dann bedeutet dies fr andere Lnder, dass ihre Wettbewerbsfhigkeit nachlsst. Man bezeichnet diese Wirtschaftspolitik, die darauf abzielt, ber Abwertungen der Whrung die Wettbewerbsfhigkeit auf Kosten anderer Lnder zu steigern, als kompetitive Abwertung oder allgemeiner als Beggar-thy-neighbour-Politik (zu deutsch: bring' deinen Nachbarn an den Bettelstab).


Wechselkursregime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

?Hauptartikel: Wechselkurssystem

Im Prinzip kann sich der Preis entweder frei bilden (flexibler Wechselkurs) oder von einer Notenbank festgelegt werden (fixer Wechselkurs). Daneben existieren zahlreiche Zwischen- und Sonderformen. In der Regel sollten die Wechselkurse umso fixer sein, je enger zwei Volkswirtschaften realwirtschaftlich miteinander verzahnt sind, allerdings nur, wenn in beiden Volkswirtschaften eine abgestimmte und kohärente Geld- und Wirtschaftspolitik betrieben wird.

Flexible Wechselkurse haben die Vorteile:

  • autonome Geldpolitik: Die Zentralbank kann in der Zinspolitik frei entscheiden
  • Spekulationen (fast) unmglich zu machen
  • (theoretisch) mittelfristig Unter- und berbewertungen zu vermeiden, also optimale Allokation zu ermglichen
  • Ermglichen Stabilittslndern die Auswirkungen von Gleichgewichtsstrungen in anderen Lndern zu begrenzen, z.B. bei importierter Inflation

Nachteile sind unter anderem:

  • starke Volatilitt, die nach Ansicht vieler konomen kaum durch Fundamentaldaten zu rechtfertigen sei
  • Transaktionskosten, bedingt durch die Unsicherheit (etwa Whrungsabsicherungsgeschfte)

Fixe Wechselkurse haben die Vorteile:

  • keine Transaktionskosten in Form von Whrungssicherungsgeschften
  • scheinbare Sicherheit fr Anleger aus dem Ausland
  • Kalkulationssicherheit fr Im- und Export

Nachteile sind unter anderem:

  • Verlust der Autonomie in der Geldpolitik: Die Geldpolitik der Zentralbank der Ankerwhrung wird bernommen
  • Sicherungskosten: Direkte Interventionskosten (Devisenverluste) bei Kauf und indirekte (Inflation) bei Verkauf der eigenen Whrung
  • Anflligkeit fr importierte Inflation


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otmar Emminger: Die Entwicklung des Wechselkurses von der ?sakrosankten? Paritt zum flexiblen Instrument der Whrungspolitik. In: Bankhistorisches Archiv. 1/1986, Zeitschrift fr Bankengeschichte, herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat des Institutes fr bankhistorische Forschung, Frankfurt am Main.
  • Margarete Wagner-Braun: International vernderte Whrungsverhltnisse als Impuls fr die Weiterentwicklung der Wechselkurstheorie. In: Bankhistorisches Archiv. 2/2002, Zeitschrift fr Bankengeschichte, herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat des Institutes fr bankhistorische Forschung, Frankfurt am Main.


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Glossar ? Wechselkurs auf der Website der Deutschen Bundesbank.


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wechselkurs des Euro zum US-Dollar seit Bestehen des EurosBild: origin Thomas SteinerLizenz: Creative Commons Attribution Share-Alike V2.5
Bild: origin Thomas Steiner

Der Wechselkurs ist der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung. Der Markt, auf dem sich dieser Preis bildet, ist der Devisenmarkt.

Der Wechselkurs ist volkswirtschaftlich sehr bedeutsam, da er zum Beispiel die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Währungsraumes beeinflusst (siehe Wechselkursmechanismus). Für Unternehmen und Anleger besteht durch die Wechselkursänderungen ein Risiko (Wechselkursunsicherheit), wenn Forderungen an eine Fremdwährung gebunden sind.

mehr zu "Wechselkurs" in der Wikipedia: Wechselkurs

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Bern und Zürich/Schweiz: Als Maßnahme gegen die anhaltende Überbewertung des Franken legt die Nationalbank einen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken fest.

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Europa: Der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar fällt auf den tiefsten Stand seit März (Oktober 2008)

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