Weiße Rose

Weiße Rose nannte sich eine in ihrem Kern von Studenten dominierte, sich wesentlich auf christliche und humanistische Werte aus der Tradition der bündischen Jugend berufende deutsche Widerstandsgruppe gegen die Diktatur des Nationalsozialismus. Sie entstand in der Zeit des Zweiten Weltkriegs auf Initiative eines Freundeskreises um Hans Scholl und Alexander Schmorell ab Juni 1942 in München. Zwischen Ende Februar und April 1943 wurde sie mit der Enttarnung, Verhaftung und schließlich der Hinrichtung ihrer prägenden Mitglieder nach – heute als rechtswidrig geltenden – Todesurteilen des Volksgerichtshofes unter dem Vorsitz Roland Freislers zerschlagen.

Die Gruppe verfasste, druckte und verteilte auf verschiedenen klandestinen Verbreitungswegen zunächst in der Region München selbst, später über Kuriere auch in einigen anderen Städten des Deutschen Reiches – vor allem in Süddeutschland – insgesamt sechs Flugblätter in unterschiedlicher, tendenziell steigender Auflage von zuletzt bis zu 9000 Exemplaren. In diesen Veröffentlichungen thematisierten sie Verbrechen des Regimes und riefen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf. In der Schlussphase ihres Bestehens versuchte die Weiße Rose über Falk Harnack ihre Kontakte zu weiteren Widerstandsgruppen bis in die Reichshauptstadt Berlin und zu systemoppositionellen Kreisen der Wehrmacht auszuweiten. Nach dem Ende der Schlacht von Stalingrad bemalten ihre Mitglieder in nächtlichen Aktionen zusätzlich auch öffentliche Fassaden in München mit Parolen gegen Hitler und die NS-Herrschaft.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Marie-Luise Jahn stirbt in Bad Tölz. Marie-Luise Jahn, seit 1954 Marie-Luise Schultze-Jahn war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus und setzte die Arbeit der Weißen Rose fort.
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Gestorben: Hannelore Willbrandt stirbt. Hannelore Willbrandt (verheiratete Sieber, dann Ploog) war eine zentrale Persönlichkeit der Weißen Rose Hamburg, einer Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus. Sie arbeitete Anfang der 1940er Jahre als Buchhändlerin in der Buchhandlung Kloss in Hamburg und stellte zahlreiche Kontakte zwischen verschiedenen gegen das NS-Regime opponierende Personen und Gruppen her, wie die candidates of humanity, die sich am Universitäts-Krankenhaus Eppendorf (UKE) organisiert hatten und dem Musenkabinett, einem Kreis von Künstlern und Intellektuellen. Im Sommer 1942 lernte sie die Studenten Margaretha Rothe und Heinz Kucharski kennen und machte diese mit ihrem Freund, dem Medizinstudenten Albert Suhr bekannt. Diese vier organisierten gemeinsam mit den Philologiestudenten Karl Ludwig Schneider und Reinhold Meyer konspirative Treffen im Keller der Buchhandlung der Agentur des Rauhen Hauses am Jungfernstieg, diskutierten, vervielfältigten und verbreiteten einige der Flugblätter der Weißen Rose aus München.
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Gestorben: Eugen Grimminger stirbt in Schanbach bei Stuttgart. Eugen Grimminger war Mitglied der Widerstandsbewegung Weiße Rose.
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Gestorben: Josef Furtmeier stirbt in Freising. Josef Furtmeier gilt als einer der Mentoren der Weißen Rose, insbesondere von Hans Scholl. Sophie Scholl nannte ihn liebevoll den Philosophen.
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Gestorben: Jakob Schmid stirbt. Jakob Schmid war Hausschlosser und Hörsaaldiener der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Am 18. Februar 1943 stellte er die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose, als diese in der Universität Flugblätter gegen das Nazi-Regime auslegten.

Bekannte Schüler

1937

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Willi Graf, Widerstandskämpfer der Weißen Rose, Abitur (Ludwigsgymnasium (Saarbrücken))

Politik & Weltgeschehen

1942

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Juni: Gründung der Widerstandsgruppe Weiße Rose in München

22 n. Chr.

Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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Februar: Sophie (* 1921) und Hans Scholl (* 1918) sowie ihr Freund Christoph Probst werden als Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ hingerichtet (1943)

Persönlichkeiten > Personen mit Bezug zur Stadt

1943

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Hans Leipelt, Mitglied der Weißen Rose (Donauwörth)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1982

Film:
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Fünf letzte Tage ist ein Film über die Widerstandskämpferin der Weißen RoseSophie Scholl, der am 16. Oktober 1982 in die deutschen Kinos kam und am 20. Februar 1983 erstmals im Fernsehen gezeigt wurde.

Stab:
Regie: Percy Adlon
Musik: Franz Schubert

Besetzung: Lena Stolze, Irm Hermann, Michael Cornelius, Willi Spindler, Hans Hirschmüller, Philip Arp, Joachim Bernhard, Ossi Eckmüller, Hans Stadlbauer, Gert Burckhard

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1986

Ehrung:
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Sängerin des Jahres für ihre Darstellung der Sophie Scholl in der Uraufführung der Weiße Rose von Udo Zimmermann (Carola Höhn (Sängerin))

Die Ehrenbürger der Stadt Saarbrücken

2003

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postum: Willi Graf (1918–1943), Widerstandskämpfer im Dritten Reich, Mitglied der Weißen Rose (Liste der Ehrenbürger von Saarbrücken)

Tagesgeschehen

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Regensburg/Deutschland: Die deutsche NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl wird 60 Jahre nach ihrer Hinrichtung mit einer Büste in der Walhalla geehrt. Sie war Mitbegründerin der „Weißen Rose“.
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Dresden/Deutschland. Die Bundesfamilienministerin Christine Bergmann ruft bei der Eröffnung einer Ausstellung zur Weißen Rose zum Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit auf.

Persönlichkeiten > Ehrenbürger

2006

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Anneliese Knoop-Graf, Schwester des Weiße Rose-Mitglieds Willi Graf (Bühl (Baden))

Medien > Hörspiel

2012

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Wagnis Weiße Rose, Dokumentarhörspiel in zwei Teilen Es lebe die Freiheit! und Ihr Geist lebt weiter, Katrin Seybold/Michael Farin, BR

1995

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Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten. Die Geschichte der Weißen Rose, CD-ROM für PC. von Ulrich Chaussy, Systhema Vlg., München , nach der Kassetten-Edition Best.Nr. 27288 von 1993, TR-Verlagsunion München

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