West-Neuguinea

Westneuguinea oder Westpapua ist die Westhälfte der äquatornahen Insel Neuguinea, welche dem Kontinent Australien zugehörig ist. Westneuguinea ist Teil der Republik Indonesien, während die Osthälfte als Papua-Neuguinea einen eigenen Staat bildet.

Westneuguinea grenzt im Norden an den Pazifik, im Süden an die Arafurasee. Der 141. Längengrad bildet die Ostgrenze zu Papua-Neuguinea. Die 2,4 Millionen Einwohner sprechen 274 verschiedene Sprachen, die zumeist zu den Papuasprachen gezählt werden. Die traditionellen, melanesischen Bewohner bezeichnen sich als Papua. Der letzte intakte tropische Regenwald Asiens beherbergt die größte Biodiversität außerhalb des Amazonas. Neben mehr als 4000 Meter hohen vergletscherten Bergen finden sich reiche Kupfervorkommen und die größte Goldmine der Welt. Die weltgrößten Mangrovensümpfe an der Südküste beherbergen große Erdgasvorkommen. An der Vogelkophalbinsel befindet sich eines der reichsten und besterhaltenen Korallenriffe der Welt.



Geschichte




Papua und Melanesier bewohnten die Insel seit mindestens 40.000 Jahren. Als erster Europäer erreichte der spanische Seefahrer Íñigo Ortiz de Retez 1545 das Gebiet, er segelte die Nordküste bis zur Mündung des Mamberamo entlang. Schon vor der Ankunft der ersten spanischen und portugiesischen Christen hatte das muslimische Sultanat Tidore den Westen Neuguineas beherrscht. 1660 versuchte die Niederländische Ostindien-Kompanie zunächst vergeblich, das rohstoffreiche Neuguinea zu besetzen, es folgten weitere Entdeckungs- und Erkundungsfahrten. Im 19. Jahrhundert machten die Niederlande erneut ihre Besitzansprüche auf Neuguinea geltend und nahmen am 24. August 1828 die Region unter ihre Herrschaft. Die Ostgrenze wurde entlang des 141. Längengrades festgelegt. Eine niederländische Siedlung entstand bei Fort Du Bus in der Tritonbucht. 1885 und 1895 erkannten die Briten und die Deutschen, die die Osthälfte Neuguineas 1884 besetzt und unter sich aufgeteilt hatten (das heutige Papua-Neuguinea), die Zugehörigkeit zu Niederländisch-Indien an.Im Zweiten Weltkrieg besetzten die Japaner die Insel, wurden aber 1944 von den Alliierten vertrieben. Danach erlangten erneut die Niederländer die Herrschaft über das als Holländisch-Neuguinea bekannte Gebiet. 1949 mussten die Niederlande das übrige Indonesien in die Unabhängigkeit entlassen, behielten jedoch Westneuguinea, obschon Indonesien darauf Anspruch erhob. Als Begründung für ihr Festhalten an dem Gebiet gaben die Niederlande an, dass die melanesische Bevölkerung von derjenigen der anderen indonesischen Inseln zu verschieden sei; der tatsächliche Grund dürfte das Interesse an Erdölvorkommen gewesen sein.1952 erhielt Westneuguinea innere Selbstverwaltung, Indonesien erneuerte seine Ansprüche. Im Oktober 1961 wurde ein Parlament, der Nieuw Guinea Raad, gebildet. Die Niederlande und die Lokalverwaltung vereinbarten die Unabhängigkeit Westneuguineas für 1970. Am 1. Dezember 1961 wurde die Morgensternflagge der Republik Westpapua zum ersten Mal öffentlich gehisst: „Großer Jubel herrschte im Land, die Menschen tanzten, sangen und feierten den Beginn einer neuen Ära.“...

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Reisen & Expeditionen

1978

Expedition:
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Indonesien , Papua-Neuguinea, Philippinen: 3 Monate (Werner Rauh)

1962

Expedition:
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In den Westen Neu-Guineas, wo er die „Quelle der Steinäxte“ entdeckte, zum ersten Mal die Insel von Nord nach Süd durchquerte und die Carstensz-Pyramide als erster bestieg (Heinrich Harrer)

Geboren & Gestorben

1979

Geboren:
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Buchtar Tabuni wird in Papani, West-Papua geboren. Buchtar Tabuni ist ein politischer Aktivist für die Unabhängigkeit der West-Papua von Indonesien.

Natur & Umwelt

Katastrophen:
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Ein Erdbeben der Stärke 8,2 in der Region Irian Jaya, Indonesien. 166 Tote

Politik & Weltgeschehen

1969

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Act of Free Choice in West-Neuguinea
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West-Neuguinea wird von Indonesien übernommen.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: In West-Papua wird offiziell die Morgenstern-Flagge gehisst als Zeichen der geplanten Unabhängigkeit von den Niederlanden. Nach der Übernahme West Papuas durch Indonesien und der Legitimation des Act of Free Choice genannten Wahlbetrugs durch die UNO tötet das indonesischen Militär geschätzte 100.000 Papua. (1. Dezember)
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Politik: Wegen Streitigkeiten um Niederländisch-Neuguinea dürfen niederländische Schiffe keine Häfen in Indonesien mehr anlaufen.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1912

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Gründung: Das US-Bergbauunternehmen Freeport Sulphur mit Firmensitz in New Orleans war 1967, nach dem Sturz von Sukarno durch Suharto, das erste ausländische Unternehmen, das eine Genehmigung der indonesischen Regierung erhielt. Später wurde das Freeport-McMoRan Copper & Gold Tochterunternehmen PT Freeport Indonesia mit Grasberg in West Papua Betreiber der größten Goldmine und am kostengünstigsten fördernden Kupfermine der Welt. Freeport war von Anfang an politisch und ökonomisch bedeutend für das Suharto-Regime. In den USA wirkte das Unternehmen als Lobbygruppe für die Regierung in Jakarta. Freeport wurde zum größten Steuerzahler Indonesiens, mit Abstand der größte Investor, einer der größten Arbeitgeber und betreibt eines der größten sozialen Engagements - Suharto bezeichnete es als essentiell für die indonesische Wirtschaft. Andererseits ist das Unternehmen hinsichtlich seiner Abbaumethoden auch der umstrittenste ausländische Investor.

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