Westeuropäische Union

Die Westeuropäische Union (WEU; französisch UEO, Union de l’Europe occidentale) war ein kollektiver militärischer Beistandspakt, der am 23. Oktober 1954 von Frankreich, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, der Bundesrepublik Deutschland und Italien gegründet wurde. Sie ging aus dem Brüsseler Pakt hervor, in dem Frankreich, Großbritannien und die Benelux-Staaten bereits Mitglied waren. Die Gründungsdokumente, die Pariser Verträge, traten am 5. Mai 1955 in Kraft.

Am 31. März 2010 teilte die Ratspräsidentschaft der WEU mit, dass die Organisation aufgelöst wird. Dies wurde bis Ende Juni 2011 vollzogen.



Geschichte




Nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft 1954 wurde die WEU als kollektiver Beistandspakt der wichtigsten Länder in Westeuropa geschlossen. Insbesondere die britische Regierung verstärkte ihre Bemühungen, die von ihr bevorzugte Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO voranzutreiben. Um auch das vor allem von Frankreich geforderte Element einer europäischen Organisation zu bewahren, besann man sich auf den Brüsseler Pakt von 1948. Dieser war zwischen Frankreich, Großbritannien und den Beneluxländern geschlossen worden, um direkt nach dem Zweiten Weltkrieg gleichermaßen einer möglichen sowjetischen Offensive wie auch einer erneuten Aggression Deutschlands entgegenzutreten. Gleichzeitig mit dem NATO-Beitritt wurden die Bundesrepublik und Italien auch in den nun in „Westeuropäische Union“ umbenannten Brüsseler Pakt aufgenommen. Im Gegensatz zur nie zustande gekommenen Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) handelte es sich bei der WEU keineswegs um eine europäische Gemeinschaftsarmee. Im Prinzip erschöpfte sich ihre Funktion darin, den NATO-Beitritt der Bundesrepublik zu ermöglichen und damit die Besatzungszeit zu beenden. Damit wurde die Westeuropäische Union kurz nach ihrer Gründung schon wieder bedeutungslos, da die NATO ihre Aufgaben weitgehend übernahm....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Friedrich-Karl von Plehwe stirbt. Friedrich-Karl Albrecht von Plehwe war ein deutscher Offizier, Diplomat und Schriftsteller. Plehwe wurde vor allem bekannt als Generalsekretär der Westeuropäischen Union in den Jahren 1974 bis 1977.
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Geboren: Javier Solana wird in Madrid geboren. Javier Solana de Madariaga ist ein spanischer Politiker. Von 1995 bis 1999 war er Generalsekretär der NATO. Von 1999 bis Ende November 2009 war er Generalsekretär des Rates der Europäischen Union und Hoher Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), ab 25. November 1999 darüber hinaus auch Generalsekretär der Westeuropäischen Union (WEU). Aufgrund seiner weitreichenden Kompetenzen in außen- und verteidigungstechnischen Fragen der EU wurde Solana häufig als deren „Außenminister“ bezeichnet.
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Geboren: José Cutileiro wird in Évora, Portugal geboren. José Pires Cutileiro ist ein portugiesischer Diplomat, Politiker und Gelehrter. Er war von 1994 bis 1999 Generalsekretär der Westeuropäischen Union (WEU). Von 2001 bis 2003 war er Sondergesandter des UN-Kommissariats für Menschenrechte in Bosnien-Herzegowina und Serbien.
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Geboren: Friedrich-Karl von Plehwe wird in Langfuhr bei Danzig geboren. Friedrich-Karl Albrecht von Plehwe war ein deutscher Offizier, Diplomat und Schriftsteller. Plehwe wurde vor allem bekannt als Generalsekretär der Westeuropäischen Union in den Jahren 1974 bis 1977.

Politik & Weltgeschehen

2010

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31. März: In Brüssel gibt die Westeuropäische Union ihre Auflösung bekannt. Nach dem Vertrag von Lissabon übernimmt die Europäischen Union ihre Aufgaben.
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Portugal und Spanien werden Mitglieder der WEU.
Politik:
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Der Brüsseler Pakt wird erweitert und in die Westeuropäische Union (WEU) umgewandelt.
Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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Der Brüsseler Pakt als Vorläufer der Westeuropäischen Union (WEU) wird von Großbritannien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg unterzeichnet. (17. März)

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