Yucatán (Halbinsel)

Yucatán (auf Mayathan früher Yucal Peten, auch Mayab „Land der Maya“), deutsch auch Yukatan, ist eine Halbinsel Mittelamerikas, die den Golf von Mexiko vom Karibischen Meer trennt. Der nördliche Teil gehört politisch zu Mexiko, verteilt auf die drei Bundesstaaten Yucatán, Campeche und Quintana Roo. Der Süden gehört zu Guatemala und Belize. Der östlichen Küste der Halbinsel vorgelagert ist Cozumel, die größte bewohnte Insel Mexikos.

Das Klima ist tropisch und heiß. Im feuchten Süden machen Regenwälder einen großen Teil der Vegetation aus. Im mittleren Teil dominiert dichter Wald. Bis auf wenige Hügel im Süden ist das Gebiet sehr flach. Im Kalksteinboden sind oft wassergefüllte Einbrüche (Cenotes) zu finden. Nach Norden hin wird das Klima immer trockener. Yucatán ist hurrikangefährdet.



Geschichte




Vom 4. bis 10. Jahrhundert war Yucatán Zentrum der indigenen Maya-Kultur, die unzählige archäologische Stätten hinterlassen hat. Die bekanntesten sind Chichén Itzá, Uxmal, Tulum und Edzná.Ab dem 12. Jahrhundert zeichnete sich eine Aufgliederung in mehrere unabhängige politische Einheiten ab, die zum Teil miteinander in Fehde lagen (siehe Cuchcabal).Europas Einfluss auf die Region begann zwischen 1517 und 1518. Erstmals erreichte Francisco Hernández de Córdoba 1517 die Küste bei Cabo Catoche, ihm folgte Juan de Grijalva 1518. Die Eroberung Yucatáns begann 1527 mit Francisco de Montejo d. Ä., der seine Hauptstadt in Tho, dem heutigen Mérida aufschlug, das 1542 unter spanische Kontrolle gekommen war, fand aber erst 1547 ihren Abschluss. Die Verwaltung dieses Gebietes wechselte oft zwischen Neuspanien (dem heutigen Mexiko) und Guatemala, bis es sich 1822 dem neuen Staat Mexiko anschloss.In den 1840er Jahren existierte auf dem Gebiet der Halbinsel der unabhängige Staat Republik Yucatán. Im Jahr 1847 brach der „Kastenkrieg“ (Guerra de Castas) aus. Die indigene Maya-Bevölkerung erhob sich, was im Jahr 1848 dazu führte, dass der spanisch-kreolische Bevölkerungsanteil in Yucatán weitgehend vertrieben wurde. Verschont blieben lediglich die befestigten Städte Mérida und Campeche. Die Regierung von Yucatán richtete ein Hilfegesuchen an den mexikanischen Präsidenten und stimmte als Gegenleistung der Wiedervereinigung mit Mexiko zu.In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu kleineren und größeren militärischen Auseinandersetzungen zwischen der yukatanischen Regierung und den aufständischen Mayas. Erst im Jahr 1901 eroberte die mexikanische Armee den Maya-Hauptstützpunkt Chan Santa Cruz. Einzelne Maya-Gruppen führten den Kampf jedoch bis in die 1930er Jahre weiter.1857 wurde der westliche Teil des Bundesstaates Yucatán abgetrennt und als eigener Bundesstaat Campeche organisiert. 1902 wurde im Zusammenhang mit der Bekämpfung der aufständischen Maya Quintana Roo als zentral verwaltetes Territorium abgetrennt; es wurde erst 1974 in den Rang eines Bundesstaates erhoben.

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Religion

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Diego de Landa lässt als Bischof von Yucatán bei einem Autodafé Schriften, Bilder und Symbole der Maya verbrennen. Er will damit Indios zum christlichen Glauben bekehren. Nur vier Maya-Codices bleiben erhalten.

Geboren & Gestorben

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Geboren: Andrés Quintana Roo wird in Mérida, Yucatán geboren. Andrés Quintana Roo war ein mexikanischer Politiker, Autor und eine prominente Person im Mexikanischen Unabhängigkeitskrieg, in dem er auf Seiten der Unabhängigkeitsbewegung gegen die Kolonialmacht Spanien stand.

1579

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Gestorben: Diego de Landa stirbt. Diego de Landa war Bischof von Yucatán und missionierte die indigenen Maya-Völker mit Mitteln der Inquisition zum katholischen Christentum.
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Geboren: Diego de Landa wird geboren. Diego de Landa war Bischof von Yucatán und missionierte die indigenen Maya-Völker mit Mitteln der Inquisition zum katholischen Christentum.

Die Eroberung durch Spanien

1517

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Francisco Hernández de Córdoba (??? ) erforscht als erster die Halbinsel Yucatán (Zeittafel Mexiko)

Mexiko / Aztekenreich

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Der spanische Entdecker Juan de Grijalva läuft von Kuba Richtung Yucatán aus. Er soll unbekannte Regionen in der Neuen Welt im Auftrag seines Onkels, des spanischen Statthalters auf Kuba, Diego Velázquez de Cuéllar, erkunden.

Politik & Weltgeschehen

Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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Rivalitäten zwischen spanischen Siedlern und Briten auf der Halbinsel Yucatán führen durch einen spanischen Angriff zur Zerstörung der britischen Holzfäller-Siedlung Belize Town. Die Briten besiedeln den Ort im späteren Britisch-Honduras jedoch neu. (15. September)

Amerika

1838

Lateinamerika:
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Yucatán erklärt seine Unabhängigkeit von Mexiko

Natur & Umwelt

2007

Naturereignisse:
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Mitte August: Der Kategorie-5-Hurrikan Dean richtet in den Antillen und auf der Halbinsel Yucatán schwere Schäden an und fordert mindestens 38 Todesopfer.

Tagesgeschehen

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Miami/Florida: Nach den Verwüstungen in Cancún und der Halbinsel Yucatán erreicht der Hurrikan Wilma nun auch Florida. Bisher wird von sieben Toten und zahlreichen Sachbeschädigungen berichtet: Häuser seien abgedeckt und viele Yachten in den Buchten durch die Wucht des Sturms zerstört worden. Die meisten Touristen und Anwohner auf dem Festland seien den Aufforderungen zur Evakuierung nachgekommen. Doch hätten auf den Florida Keys rund 80 % der Einheimischen die Aufforderungen ignoriert. Viele feierten demonstrativ „Hurrikanpartys“ oder verwendeten die großen Wellen zum Surfen. Dadurch seien viele vom Festland abgeschnitten worden. Fast 2,5 Millionen Haushalte sind weiterhin ohne Stromversorgung. Die Zahl der Hurrikan-Toten in Florida hat sich auf 10 erhöht. (AP)
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Karibik, Florida: Nur wenige Wochen nach den verheerenden Wirbelstürmen Katrina und Rita hat sich in der Karibik, von den Kaimaninseln kommend, der Hurrikan Wilma zum Sturm der höchsten Stufe aufgeladen. Über große Teile von Haiti gehen sintflut-artige Regenfälle nieder; die folgenden Erdrutsche und Muren töten neun Menschen. „Wilma“ bedroht nun Kuba und die Halbinsel Yucatán, danach womöglich Florida. New Orleans wird auf eine zweite denkbare Evakuierung nach der Katastrophe vom 28. August vorbereitet.
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Yucatán: In den frühen Morgenstunden verstärkt sich vor der Küste der Halbinsel ein Tiefdruckgebiet zum Hurrikan Stan.

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